Aktuelle Studie zur Teamarbeit im Schulkollegium

02.03.2016 07:15  Von:: Schulen

Teamarbeit SchulkollegiumWenn Menschen in einer Gruppe zusammen sind, reicht es nicht, dass sie möglicherweise in die gleiche Richtung blicken und miteinander kommunizieren. Es braucht mehr: gemeinsame Ziele, Vereinbarungen über die Aufgaben und über die Methoden, mit denen die Ziele erreicht werden sollen. In einem Team haben Menschen ein gemeinsames Ziel, gemeinsame Werte und Regeln und sind durch ein „Wir-Gefühl“ verbunden. Lehrer sind auch Teil einer Gruppe von Menschen, die ein gemeinsames Ziel verfolgen. Sie arbeiten mehr oder weniger intensiv und regelmäßig mit ihren Kollegen zusammen. Oft verstehen sie sich deshalb selbst als Team.

Wie eng Lehrer kooperieren, was ihnen das bringt und woran es noch fehlt, hat eine aktuelle Studie untersucht, die die Bertelsmann Stiftung, Robert Bosch Stiftung, Stiftung Mercator und Deutsche Telekom Stiftung am Donnerstag veröffentlichten. Die gesamte Studie ist abzurufen auf http://www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/lehrerkooperation-in-deutschland/

Der Studie zugrunde liegt eine repräsentative Befragung von über 1.000 Lehrkräften in Deutschland durch infratest dimap.

Gelingt Teamarbeit bereits heute im Lehrerkollegium?
Gemäß der Studie wenden Lehrer rund fünf von durchschnittlich 43 Stunden Wochenarbeitszeit nach eigenen Angaben für Kooperationen mit Kollegen, anderen pädagogischen Fachkräften sowie Eltern und außerschulischen Partnern auf. Im Vordergrund stehen dabei der Austausch über Unterrichtsmaterialien und Schüler (82 Prozent) und die Arbeitsteilung unter Kollegen (77 Prozent). Weniger verbreitet sind komplexere Formen der Zusammenarbeit, beispielsweise in fachbezogenen Teams (50 Prozent).

Weniger als ein Viertel der Lehrer unterrichtet häufiger auch im Team (23 Prozent), nur jeder zehnte Lehrer hospitiert häufiger im Unterricht anderer Lehrer (9 Prozent). Die Zusammenarbeit mit Kollegen erachten 97 Prozent der Lehrer als wichtig, für 87 Prozent lohnt sich der damit verbundene Aufwand. Außerdem zeigt die Studie, dass auch Inklusion ein wichtiger Treiber für Kooperation ist: Je höher der Anteil von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf, desto häufiger und intensiver arbeiten Lehrer auch konzeptionell zusammen.

Wann klappt Teamarbeit im Schulkollegium?
Als wichtigste Voraussetzung für eine enge und intensive Teamarbeit benennt die Studie die Unterstützung durch die Schulleitung, fest installierte Teamarbeitszeiten, gemeinsame Anwesenheit in der Schule auch außerhalb des Unterrichts und feste Strukturen für jahrgangsinterne und
-übergreifende sowie fachbezogene und -übergreifende Abstimmungen.

Die Studie zeigt, dass eine intensive Kooperation von Lehrern nicht nur mit deren Kompetenzaufbau, höherer Berufszufriedenheit und besserer Gesundheit einhergeht. Teamarbeit im Lehrerkollegium – unter Einbezug anderer Professionen wie Sozialarbeiter und Schulpsychologen – sei ein Schlüssel dafür, mit der wachsenden Vielfalt in den Schulklassen umzugehen und Schüler besser individuell fördern zu können.

Teamarbeit ist also noch nicht der Normalfall, auch wenn der Team- und Zusammenarbeit ein großer Stellenwert beizumessen ist. Wie Teamarbeit gelingen kann und wie die Voraussetzungen dafür geschaffen werden können, zeigt ein Beitrag im Titel „Dienstliche Beurteilungen und Leistungsberichte in der Schule schnell und sicher erstellen“. Denn über die Bundesländer hinweg wird die Teamarbeit auch von staatlicher Seite als wichtiges Element der Lehrertätigkeit gesehen und nimmt Einfluss auf dienstliche Beurteilungen und Leistungsberichte.

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