Der Kita-Streik findet sein vorläufiges Ende

28.06.2015 08:00  Von:: Kitas

Burnout Kita-StreikDer Kita-Streik beherrscht seit Wochen Medien und Gespräche. Sei es, dass der Streik einen als Eltern selbst betraf, man als Vorgesetzte für betroffene Eltern während des Streiks eine Lösung finden musste oder als Pädagoge/Pädagogin direkt involviert war. Fast jeder in Deutschland bekam den Streik und seine Auswirkungen in irgendeiner Form zu spüren.

Zum ersten Mal nahmen deshalb breite Teile der Bevölkerung den umfangreichen und anspruchsvollen Beruf „Erzieher/Erzieherin“ wahr. Der Streik schuf ein Bewusstsein dafür, was es bedeutet, in einem pädagogischen Beruf zu arbeiten. Die „kaffeetrinkenden Basteltanten“ der Kitas wurden plötzlich als Multitalente wahrgenommen, deren Aufgaben äußerst verantwortungsvoll, umfangreich und physisch sowie psychisch belastend sind.

Die Berufsgruppe der Pädagogen befindet sich in Statistiken zum Burn-Out seit Jahren an der Spitze. Kein Wunder, stellt man die Fülle verantwortungsvoller Aufgaben dem Betreuungsschlüssel gegenüber.

In einer Kinderkrippe betreut derzeit, je nach Bundesland, eine Erzieherin bis zu sieben Kleinkinder. In einem Kindergarten ist eine Erzieherin für bis zu 13 Kinder zuständig. Pflege, Fürsorge, Beschäftigung, Förderung der kognitiven, motorischen, sprachlichen und emotionalen Entwicklung, Elternarbeit und natürlich Aufsichtspflicht müssen für diese Kinder gewährleistet werden. Zusätzlich sollen regelmäßige Feste, Workshops oder Ausflüge vom Betreuungspersonal organisiert werden.
In Schulen ist der Betreuungsschlüssel um ein Vielfaches höher: Hier ist eine Lehrkraft durchschnittlich für ca. 25 Kinder verantwortlich.

Aktuelle Studien besagen, dass derzeit jedes fünfte Kind in Deutschland Verhaltensauffälligkeiten zeigt. Die Tendenz ist steigend. Werden diese Kinder auf den Betreuungsschlüssel angerechnet, so betreut eine Krippenerzieherin von ihren sieben Kindern mindestens ein auffälliges Kind, das besondere Zuwendung benötigt. Bei jeder Erzieherin einer Kindergartengruppe wären es demnach mindestens zwei auffällige Kinder, die sie zusätzlich zu 11 anderen alleine betreut, in einer Schulklasse mindestens fünf. Diese Kinder benötigen meist etwas mehr Aufsicht und Zuwendung als andere. Um ein gutes Miteinander in der Gruppe oder Klasse zu bewirken, bedarf es einer speziellen Integration und sozialen Förderung. Bei all diesen Anforderungen stellt sich unweigerlich die Frage, wie eine pädagogische Fachkraft all diese Aufgaben bewältigen soll, ohne dass die Qualität ihrer Arbeit oder sie selbst darunter leidet.

Eine große Arbeitserleichterung und Unterstützung für pädagogische Fachkräfte im Gruppen- und Schulalltag bieten hier die Praxisratgeber mit Software „Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern beobachten und verstehen“ sowie „Professionelle Entwicklungsberichte und Beschreibung der Lernausgangslage am PC erstellen“.
Speziell für Integrationskinder gibt es den Praxisratgeber mit Software „ Entwicklungsverzögerte und behinderte Kinder fordern und fördern“.

Bildquelle: ©arborpulchra - Fotolia.com


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