Honorarverhandlungen am 22. September 2015 abgeschlossen: Orientierungswert steigt um 1,6 Prozent

29.09.2015 08:00  Von:: Praxismanagement, Abrechnung und Therapie

Orientierungswert

Am 22. September 2015 hat der Erweiterte Bewertungsausschuss entschieden, dass der Orientierungswert als Basis der Leistungen im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) im nächsten Jahr nur um 1,6 Prozent steigt – entgegen der Forderung von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV).

Der Orientierungswert für ärztliche und psychotherapeutische Leistungen erhöht sich demnach ab 1. Januar 2016 von 10,2718 Cent auf 10,4361 Cent.
Während sich der KBV und der GKV-Spitzenverband in den Honorarverhandlungen, die Mitte August auf Bundesebene begonnen hatten, schnell bei der Leistungsmenge einigen konnten, kam es bei den Preisen zum Streit. Der GKV-Spitzenverband wollte den Wert für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte lediglich um 0,4 Prozent anheben; die KBV rechnete aber mit einem Plus von 2,6 Prozent. Eine Einigung kam erst durch den Erweiterten Bewertungsausschuss zustande.

KBV-Chef „enttäuscht“

KBV-Vorstand Dr. Andreas Gassen bezeichnete das Ergebnis als „enttäuschend“, da der Anstieg deutlich unter den Forderungen der KBV liegt. Weiter kritisierte er, dass die gestiegenen Investitions- und Praxiskosten mit diesem Wert nicht in voller Höhe ausgeglichen werden, was kein gutes Signal an die Ärzteschaft sei.

Vergütung von Psychotherapeuten

Der Erweiterte Bewertungsausschuss hat am Dienstag außerdem eine Anhebung der Vergütung psychotherapeutischer Leistungen beschlossen, nachdem sich die Krankenkassen und der KBV vorher bereits auf die Eckpunkte einigen konnten. So soll die Vergütung der psychologischen Psychotherapeuten und der Kinder-und Jugendlichen-Psychotherapeuten jährlich um rund 80 Millionen Euro steigen.

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