Neue EU-Sicherheitsrichtlinie für Kerzen geplant

14.12.2015 07:00  Von:: Brandschutz

Neue EU-Sicherheitsrichtlinie für Kerzen geplantEs klingt im ersten Moment fast wie ein Aprilscherz, ist es aber nicht. Fakt ist, besonders in der Vorweihnachtszeit kommt es immer wieder zu Bränden, die durch Adventskränze verursacht werden. Daher hat sich die EU Kommission nun – passend zur Jahreszeit – die „Adventskerzenrichtlinie“ auf die Fahnen geschrieben.

Die neuen Sicherheitsanforderungen "für Kerzen, Kerzenhalter, Kerzenbehälter und Kerzenzubehör" sollen u. a. folgende Punkte regeln:

  • Eine genaue Definition, was eine Kerze ist: „Ein Produkt, das aus einem oder mehreren brennbaren Dochten besteht, die von einer bei Raumtemperatur (20 °C bis 27 °C) festen oder halbfesten Brennmasse gestützt werden. Die primäre Funktion des Produkts ist es, eine Licht erzeugende Flamme aufrechtzuerhalten“, lautet der Entwurf.

  • Kerzen sollen während des Abbrennens stabil bleiben, dürfen also nicht umkippen

  • Die Verbrennungsgefahr durch das Berühren der Kerze soll „so gering wie möglich gehalten werden“

  • Die Rußentwicklung soll vereinheitlicht und dabei so gering wie möglich gehalten werden

  • Die Höhe der Flamme soll reguliert werden (die genaue Höhe muss aber noch ermittelt werden)

  • Verbraucher sollen auf der Verpackung ausreichend auf die Gefahren hingewiesen werden (Die Aufmachung des Produkts darf „die Risiken für die potenziellen Nutzer nicht verharmlosen“)

Grundlage für die neue Sicherheitsrichtlinie ist die bestehende Richtlinie 2001/95/EG des europäischen Parlaments und des Rates, die die allgemeine Produktsicherheit regelt. Obwohl bislang noch keinerlei Entscheidung zum vierseitigen Entwurf mit fünf Seiten Anlagen gefallen ist, hagelt es bereits von vielen Seiten Kritik. Manch einer fühlt sich an den Krümmungsgrad von Banane oder Gurke erinnert. Andere kritisieren, dass es in der momentanen Zeit genug wichtige Dinge gäbe, um die sich die Kommission kümmern solle.

So sehr die Gemüter sich über die neue Richtlinie erregen: sie hat auch einen ernsthaften Hintergrund. Neben der immer gegenwärtigen Brandgefahr geht es auch um das Austreten gefährlicher chemischer Substanzen. Inzwischen haben – bis auf Großbritannien – daher auch alle EU Mitgliedsstaaten dem Vorschlag zugestimmt. Ob er tatsächlich verabschiedet wird, ist aber noch offen.

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