VDE|FNN-Studie bestätigt: Bis zu 60 Prozent mehr erneuerbare Energieanlagen lassen sich in bestehende Verteilnetze integrieren

26.11.2015 07:00  Von:: Energieoptimiertes Bauen

VDE|FNN-Studie

Das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (VDE|FNN) gab am 12. November 2015 die Ergebnisse einer Studie bekannt, mit der die Integration zusätzlicher Erneuerbare-Energie-Anlagen in bestehende Verteilnetze untersucht wurde.

Schwerpunkt der Analyse
Die Analyse umfasste ländliche, dörfliche und vorstädtische Modellnetze und befasste sich insbesondere mit der Frage, ob neue Anforderungen an Wechselrichter für Niederspannung die Integration von Erneuerbare-Energie-Anlagen in die jeweiligen Verteilnetze vorantreiben könnten.

Anhand von Vergleichen und unter Berücksichtigung des Zusammenwirkens mit anderen Maßnahmen wie konventionellem Netzausbau, Trafovergrößerung u. a. wurde im Rahmen der Studie der Nutzen des o. g. Ansatzes ausgewertet. Ebenfalls wurde die bereits in der Hoch- und Mittelspannung bewährte Einspeisung von Blindleistung in Abhängigkeit von der Spannung (in Fachkreisen auch als „Q(U)-Regelung“ bekannt) hinsichtlich ihrer technischen und wirtschaftlichen Effizienz durchleuchtet.

Fazit nach Auswertung der Testergebnisse
An den Ergebnissen der Analyse lässt sich erkennen, dass die Q(U)-Regelung besonders in Vorstadtnetzen effektiv ist und die Netzstabilität verbessert.
Bei aktiver Beteiligung der Anlagen an der statischen Spannungshaltung könnte die Q(U)-Regelung demnach zur Integration von bis zu etwa 60 Prozent mehr dezentralen Erzeugungsanlagen in einen bestehenden Netzstrang beitragen. In den ebenfalls untersuchten ländlichen und dörflichen Netztypen wäre der Steigerungseffekt niedriger, aber mit jeweils bis zu 40 bis 50 Prozent immer noch sehr hoch. Die Integration der Anlagen ließe sich zudem ohne zusätzlichen Ausbau der bestehenden Verteilnetze oder Einsatz teurerer Betriebsmittel realisieren.

Die Ergebnisse der Studie sollen als Grundlage zur Ausarbeitung konkreter Anforderungen an Erzeugungsanlagen dienen und in die geplante Überarbeitung der Anwendungsregel VDE-AR-N 4105 „Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz – Technische Mindestanforderungen für Anschluss und Parallelbetrieb von Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz“ (Stand: August 2011) einfließen.
Eine Zusammenfassung der Studie ist auf der Webseite des VDE|FNN erhältlich.

Praxisnahe Erläuterungen und Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur Umsetzung der Anforderungen an den Anschluss netzgekoppelter Photovoltaik-Anlagen gem. VDE-AR-N 4105 enthält das „Ausführungshandbuch für Photovoltaik-Anlagen.

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