EBM-Reform: Arzt-Patienten-Kommunikation wird aufgewertet, technische Leistungen verlieren

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Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV-Spitzenverband) haben sich am 11.12.2019 auf die EBM-Reform geeinigt. Inwiefern manche Arztgruppen aufgrund der EBM-Reform profitieren und andere verlieren, erfahren Sie hier.
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EBM-Reform kurz zusammengefasst 

 

EBM-Reform-Prozess

  • Im Jahr 2012 haben die KBV und der GKV-Spitzenverband die Überarbeitung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM) beschlossen.
  • Mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) hatte der Gesetzgeber eine Förderung der sprechenden Medizin (Arzt-Patienten-Kommunikation) bei gleichzeitiger Abwertung technischer Leistungen gefordert. 
  • Die EBM-Reform hatte ausgaben- und punktesummenneutral zu erfolgen. Das heißt, es durften keine höheren Kosten für die Krankenkassen entstehen, aber auch keine Absenkung der Gesamtvergütung für Ärzte.
  • Im Rahmen der Weiterentwicklung des EBM wurden alle EBM-Leistungen überprüft und an aktuelle Kalkulationsgrundlagen angepasst. 
  • Der EBM hat strukturelle und redaktionelle Anpassungen erfahren, die jedoch auf das Nötigste reduziert wurden. 
  • Die sprechende Medizin wird besser vergütet. Es gibt bis zu rund 40% mehr Honorar. 
  • Die Vergütung für Leistungen mit hohem Technikaufwand wird abgesenkt. 
  • Hausbesuche werden im Rahmen der EBM-Reform nicht höher vergütet. 
  • Mit der EBM-Reform wurden nur wenige Leistungen neu in den EBM aufgenommen.  

 

  • Alle Änderungen, die die aktuelle EBM-Reform mit sich bringt, gelten ab dem 01.04.2020 verbindlich.  

Stellungnahme der KBV und des GKV-Spitzenverbands 

Quelle: kbv4u, YouTube

Aufwertung der sprechenden Medizin nach EBM-Reform 2020

Mit der EBM-Reform verfolgten KBV und GKV-Spitzenverband in erster Linie das Ziel, ärztliche sowie psychotherapeutische Leistungen an aktuelle Kostenstrukturen anzupassen. Wichtigstes Ergebnis ist, dass die sprechende Medizin – insbesondere hausärztliche Gespräche aber auch Gespräche der Psychiater und Neurologen – ab dem 01.04.2020 besser vergütet wird. Die KBV nennt auf ihrer Homepage folgende Beispiele: 

  • problemorientiertes ärztliches Gespräch (GOP 03230/04230): 128 Punkte statt 90 Punkte
  • neuropädiatrisches Gespräch (GOP 04430): 128 Punkte statt 90 Punkte
  • Aufklärung und Beratung eines Risikopatienten oder einer positiv nachgewiesenen MRSA-Kontaktperson (GOP 30944): 128 Punkte statt 90 Punkte
  • neurologisches Gespräch (GOP 16220): 154 Punkte statt 90 Punkte
  • psychiatrisches Gespräch (GOP 21220): 154 Punkte statt 136 Punkte 
  • psychotherapeutisches Gespräch (GOP 22220): 154 Punkte statt 108 Punkte 
  • psychotherapeutisches Gespräch (GOP 23220): 154 Punkte statt 108 Punkte
  • psychosomatisches Gespräch (GOP 22221): 154 Punkte statt 90 Punkte
  • kinder- und jugendpsychologisches Gespräch (GOP 14220): 154 Punkte statt 136 Punkte

Hinweis: Das Honorar der Psychotherapeuten für die Therapiestunden bleibt von der EBM-Reform unberührt. Dieses wurde erst im Jahr 2019 deutlich angehoben. Unterstützung zur Abrechnung psychotherapeutischer Leistungen bietet das Werk „Arbeitshilfen zur neuen Psychotherapie-Richtlinie“.  

Welche Arztgruppen profitieren von der EBM-Reform? 

Hausärzte, grundversorgende Fachärzte sowie Fachgruppen der Psychotherapie, Psychosomatik, Psychiatrie, Neurologie und Nervenheilkunde. 

Abwertung technik-basierter ärztlicher Leistungen

Eine der Forderungen des TSVG war es, ärztliche Leistungen mit hohem technischem Aufwand neu zu bewerten. Hierdurch wurden Leistungen wie Ultraschall- oder Röntgenuntersuchungen abgewertet. Besonders betroffen sind Arztgruppen wie Radiologen, Strahlentherapeuten, Nuklearmediziner und fachärztliche Internisten.

Die Ärztezeitung nennt beispielhaft folgende technische Leistungen: 

  • Langzeit-EKG (GOP 03322): 143 Punkte statt 67 Punkte 
  • Sonografie des Abdomen (GOP 33042): 143 Punkte statt 157 Punkte
  • Langzeit-Blutdruckmessung (GOP 03324): 57 Punkte satt 78 Punkte

Hinweis: Neben den technischen Leistungen verlieren auch die delegierbaren Leistungen, wie das hausärtzliche-geriatrische Basisassessment (GOP 03360). Dieses sinkt von 122 Punkten auf 113 Punkte. 

Quellen: KBV, GKV, ÄrzteZeitung

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