Im letzten Beitrag zum demografischen Wandel in der Pflege haben wir die Grundlagen vorgestellt, die für eine gelungene Integration älterer Mitarbeiter wichtig ist. In diesem Beitrag geht es nun um konkrete Handlungsbeispiele. Weil in jeder Pflegeeinrichtung andere Rahmenbedingungen gegeben sind, haben wir eine Auswahl getroffen.

Demografischer Wandel: Handlungsempfehlungen 

Nachdem geklärt wurde, wie entscheidend die Einstellung des Managements gegenüber älteren Beschäftigten ist und wie die Akzeptanz bei der Belegschaft geschaffen werden kann, geht es an die Ausgestaltung geeigneter Handlungsmaßnahmen. Am Anfang steht die Analyse der aktuellen Situation, der Ist-Situation: Also welche Probleme (die Mitarbeiterstruktur betreffend) bestehen und welche könnten künftig entstehen? Zur Orientierung können folgende Fragestellungen aufgeworfen werden: 

  • Besteht die Altersstruktur im Unternehmen zu gleichen Teilen aus jüngeren, mittleren und älteren Mitarbeitern? 
  • Haben die Mitarbeiter die Möglichkeit, sich aktiv bei der Gestaltung der Arbeitsbedingungen einzubringen? 
  • Sind die Arbeitstätigkeiten so gestaltet, dass sie bis zur Regelaltersgrenze ausgeführt werden können? 
  • Kann der Bedarf an jungen Facharbeitern problemlos durch Ausbildung und Rekrutierung gedeckt werden?
  • Wird der Wissensaustausch zwischen Älteren und Jüngeren gezielt gefördert? 
  • Hat jeder Mitarbeiter unabhängig vom Alter die Chance, sich weiterzuentwickeln?
  • Bietet die Pflegeeinrichtung Entwicklungsperspektiven für jeden Mitarbeiter? 

Wenn Sie diese Fragen mit einem „Ja“ beantworten können, ist Ihre Einrichtung gut für den demografischen Wandel gerüstet. Treffen die Aussagen nicht zu, sollte das Management geeignete Handlungsmaßnahmen festlegen. Welche das sind, richtet sich nach den analysierten Schwächen der jeweiligen Pflegeeinrichtung.

Deshalb hier nur eine kleine Auswahl an Maßnahmen im Sinne des integrativen Personalmanagements

Lebenslanges Lernen fördern 

Mit dieser präventiven Maßnahme können Leiter von Pflegeeinrichtungen eine „Lernentwöhnung“ bei den Mitarbeitern vermeiden und so die Beschäftigungsfähigkeit möglichst lange aufrechterhalten. Denn durch immer wiederkehrende Lernerfahrungen gewöhnen sich auch ältere Mitarbeiter daran, sich immer wieder neues Wissen anzueignen. 

Ein weiterer Vorteil ist, dass Ältere auf diese Weise lernen, besser auf Neuerungen und betriebliche Erfordernisse rechtzeitig zu reagieren und eine Anpassung nicht als unangenehm zu empfinden. Das wirkt auf Dauer Überforderung und Demotivation entgegen. 

Gegenseitiges Lernen 

Pflegeeinrichtungen sollten das Miteinander zwischen den Generationen fördern, denn die unterschiedlichen Altersgruppen bringen verschiedene Kompetenzen mit: Während die Lebens- und Berufserfahrung der Älteren benötigt wird, um die bestehende Arbeit bewältigen zu können, bringen Jüngere aktuelles Know-how ein, was bedeutend für die Weiterentwicklung ist. 

Jung und Alt sollten deshalb nicht konkurrierend zueinander stehen. Erst wenn sich die Fähigkeiten der Altersgruppen ergänzen, kann die Einrichtung davon profitieren. Altersgemischte Teams stellen eine erste Möglichkeit für die Wissensvermittlung zwischen den Generationen dar. Weitere Möglichkeiten sind im Werk „Die MDK-Prüfanleitung“ gelistet. 

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Gesundheitsmanagement

Gesunde Mitarbeiter bilden eine wichtige Grundlage für jedes Unternehmen. Durch Gesundheitsförderung kann ein Rückgang des Krankenstandes und der Fluktuation erwirkt werden, wovon die Einrichtung nur profitieren kann. Hinzu kommt, dass durch ein gesundheitsbewusstes Verhalten am Arbeitsplatz eine gesunde Lebensweise auch im privaten Bereich gefördert wird.  

Das Gesundheitsmanagement setzt sich aus präventiven und zielgerichteten Maßnahmen zusammen, die Verantwortliche im Werk „Die MDK-Prüfanleitung“ nachlesen können. 

Für die Ausarbeitung geeigneter Handlungsmaßnahmen sollten Pflegeeinrichtungen die Grundpfeiler des integrativen Personalmanagements kennen, die im Beitrag „Demografischer Wandel birgt wertvolles Potenzial für Pflegeeinrichtungen“ nachgelesen werden können. (juse)

Quelle: „Die MDK-Prüfanleitung“

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