Kongress Gefahrstoffmanagement 2017 – Nachbericht

16.05.2017 00:00  Von:: Chemikalien und Gefahrstoffe

Am 28. und 29.03.2017 veranstaltete die AKADEMIE HERKERT unter dem Motto „Aktuelles Gefahrstoffwissen für die Praxis“ den 4. Kongress Gefahrstoffmanagement in Nürnberg.

Hier trafen sich rund 60 Teilnehmer aus Industrie, Forschung und Beratung, um sich zu den aktuellen rechtlichen Entwicklungen und das praktische Gefahrstoffmanagement auf den neuesten Stand zu bringen.

Moderator Dr. Hagel führte durch beide kongresstageIn insgesamt 13 Fachvorträgen präsentierten Experten aus Industrie, Gremien und Beratungen Neuerungen rund um EU- und nationales Recht, Organisation des Gefahrstoffwesens, REACH, Chemikaliensicherheit,   Lagerung von Gefahrstoffen, Gefahrgutmanagement und die sichere Notfallplanung bei Gefahrstoffunfällen.

Auftakt zu rechtlichen Neuerungen

Eröffnet wurde das Kongressprogramm durch Dipl. Ing. Susanne Rötche, die in einem dynamischen Vortrag die kürzlich erschienenen Neuerungen aus der korrigierten BetrSichV, GefStoffV und den TRGS präsentierte. Sie gab abschließend einen Ausblick auf kommende Neuerungen 2017/2018. Hier rückten vor allem Gefahren durch Asbest und Gefahren durch Stäube in den Fokus. Zwei Themen, die in den folgenden Vorträgen noch aus verschiedenen Blickwinkeln aufgegriffen wurden.

Viel diskutiert – Karzinogene Stoffe

Prof. Dr. Bender referierte zu den aktuell stark in den Fokus gerückten CMR-Stoffen. In seinem Vortrag zur Gefährdungsbeurteilung mit Schwerpunkt CMR-Stoffe gab Prof. Dr. Bender zahlreiche Hinweise zur Expositionsprüfung sowie zu wirksamen Schutzmaßnahmen im Umgang mit Kanzerogenen.  Besonders die Risikominimierung durch Substitution oder den Einsatz einer geringeren Konzentration von Stoffen beschäftigte den Teilnehmerkreis.

Praktischer Leitfaden – Das Sicherheitsdatenblatt

Der Kongressmoderator Dr. Michael Hagel führte in seinem Vortrag anhand eines realen Beispiels Schritt für Schritt durch die 15 Kapitel eines SDBs. Er behandelte dabei v.a. Problematiken aus der Praxis  wie die vielgestellt Frage, in welcher Sprache ein SDB vorliegen müsse und wie Gefahrstoffbeauftragte bei der Informationsbeschaffung zu unvollständigen Angaben vorgehen können. Die Teilnehmer konnten somit eine effektive Anleitung zur Nutzung des SDB mitnehmen.

Gefahren durch Stäube

Dipl. Ing. Arne Breidenbach eröffnete den zweiten Kongresstag zum Thema Gefahrstoff Staub. Hierbei ging er sowohl auf das praktische Vorgehen bei Messungen von Stäuben ein als auch auf Schutzmaßnahmen, die im technischen, organisatorischen und persönlichen Bereich festgelegt werden können. Die Teilnehmer beschäftigte v.a. die Fragestellung, wie Messungen möglichst genau und ohne eventuelle Manipulationen durchgeführt werden können.

Praktische Demonstration zu Brand- und Explosionsgefährdungen

Demonstration von Brand- und ExplosionsgefährdungenZum Abschluss des Kongresses  demonstrierte Marc Eder von DENIOS eindrucksvoll im Experimentalvortrag, welche Gefahrenpotentiale bereits in Kleinstmengen von Gefahrstoffen stecken. Dabei legte er ein besonderes Augenmerk darauf, den Teilnehmern auch entsprechende Präventionsmaßnahmen für den Betrieb zu vermitteln.

Austausch und Networking

Zeit, um die Vorträge zu reflektieren und einen Einblick in Teilnehmer in den Netzwerkpausen und beim abendlichendie Arbeitswelt der Fachkollegen zu erhalten, hatten die Get-together am ersten Kongresstag. Hier bot sich den Teilnehmern die Gelegenheit, sich zu den Impulsen aus den Vorträgen in Ruhe auszutauschen und miteinander Schwierigkeiten und praktisches Vorgehen aus dem betrieblichen Alltag zu besprechen. An beiden Kongresstagen standen den Teilnehmern außerdem die Aussteller der begleitenden Fachausstellung für Fragen rund das betriebliche Gefahrstoffmanagement zur Verfügung.

Kongress Gefahrstoffmanagement 2018 

Der 5. Kongress Gefahrstoffmanagement der AKADEMIE HERKERT wird im Frühjahr 2018 in Hamburg veranstaltet. Der Termin wird in Kürze unter www.kongress-gefahrstoff.de veröffentlicht.

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