Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit

Büroräume, Produktionsstätten oder Laboratorien – Arbeitsstätten müssen entsprechend ihrer Nutzung ausgeleuchtet sein. Denn eine unzureichende Beleuchtung kann langfristig die Gesundheit und das Wohlbefinden von Arbeitnehmern beeinträchtigen, die Produktivität mindern und zu erhöhten Fehlzeiten beitragen. Folgende Beleuchtungsstärken haben sich gemäß Arbeitsstättenverordnung bewährt.

Arbeitsplatzbeleuchtung: die Beleuchtungsstärken 

Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung, die der Arbeitgeber in regelmäßigen Abständen durchführen muss, muss auch geprüft werden, ob die Arbeitsplätze ausreichend beleuchtet sind. Die Beleuchtung muss ausreichen, um die Sehaufgabe problemlos erfüllen und Gefahren rechtzeitig erkennen und abwenden zu können. 

Dabei haben sich gemäß Arbeitsstättenverordnung für die unterschiedlichen Arbeitsstätten folgende Beleuchtungsstärken bewährt: 

Beleuchtungsstärke  Arbeitsstätte
50 Lux 
  • Verkehrswege in Gebäuden für Personen
  • Lagerräume für gleichartiges/großteiliges Lagergut
  • Produktions- und verfahrenstechnische Anlagen 
100 Lux
  • Verkehrswege in Gebäuden für Personen mit Fahrzeugen
  • Lagerräume mit Suchaufgabe
  • Treppen
  • Produktionsanlagen mit gelegentlichem manuellem Eingriff
200 Lux
  • Lagerräume mit Leseaufgaben
  • Versandbereich
  • ständig besetzte Arbeitsplätze in Anlagen
  • Räume mit Publikumsverkehr in Büros 
300 Lux 
  • Verkaufsräume
  • Kfz-Werkstätten 
  • Laboratorien in der chemischen Industrie
  • Schweißen
  • Verarbeitung leichter Bleche
 500 Lux
  • Büroräume
  • Küchen
  • Sanitätsräume
  • Reparaturwerkstätten für Radio und Fernsehen
  • Arbeiten an Druckmaschinen
  • Holzbearbeitungsmaschinen
  • Drehen
  • Fräsen
750 Lux
  • Großraumbüros mit hoher Reflexion
  • Kontrollplätze in der Metallverarbeitung
  • Lackiererei
  • Papiersortierung
 1.000 Lux
  • Großraumbüros mit mittlerer Reflexion 
  • Qualitätskontrolle (hohe Anforderung)
  • Werkzeug-, Lehren- und Vorrichtungsbau
  • Feinmontage
 1.500 Lux
  •  Montage elektrischer Bauteile 


Die Beleuchtungsstärke für Rettungswege beträgt 1 Lux, für Arbeitsplätze mit besonderer Gefährdung 15 Lux.

Hinweis: Direkte Beleuchtung wird als genauso unangenehm empfunden wie indirekte Beleuchtung. Zu empfehlen ist, dass der Hauptanteil des Lichts wie bei natürlichem Licht seitlich von oben einfällt. 

Beleuchtungskonzept für eine ausreichende Arbeitsplatzbeleuchtung 

In einem Beleuchtungskonzept, das nach den aktuellen arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen und dem Stand der Technik ausgerichtet sein soll, müssen folgende Punkte bewertet werden: 

  • Art, Anzahl, Anbringung, Leistungsaufnahme und Lichtfarbe der Lampen
  • Lichtpunkthöhe über dem Fußboden
  • Wartungszustand, -intervalle der Beleuchtungsanlage mit Beteiligung der Mitarbeitervertretung bzw. Beschäftigten

Von einer guten Beleuchtung spricht man, wenn sie den lichttechnischen Gütemerkmalen gerecht wird. Die wichtigsten lichttechnischen Gütemerkmale sind: 

  • ausreichendes Beleuchtungsniveau
  • ausreichende Tageslichtanteile
  • gute Leuchtdichteverteilung
  • Begrenzung der Blendung und Vermeidung störender Reflexion
  • abgestimmte Lichtrichtung, Schattigkeit und Körperwiedergabe
  • angenehme Lichtfarbe und Farbwiedergabe
  • Flimmerfreiheit

Je nach Arbeitsstätte können auch weitere Aspekte wichtig sein, die Sie im Praxishandbuch „Die neue Arbeitsstättenverordnung“ nachlesen können. In diesem Werk erfahren Sie außerdem ausführlich, was Sie bei der Gefährdungsbeurteilung bezüglich der Beleuchtung berücksichtigen müssen. 

Das Handbuch „Die neue Arbeitsstättenverordnung“ enthält Tipps zur Planung, Einrichtung und dem Betrieb von Arbeitsstätten. Jetzt informieren!

Arbeitsplatzbeleuchtung: das Tageslicht

Die für den Mitarbeiter angenehmste Beleuchtung ist wohl das Tageslicht. Zur Charakterisierung des Tageslichts im Innenraum wird der messtechnisch ermittelte Tageslichtquotient herangezogen. In der Raummitte sollte der Quotient größer als 2 % betragen. Für Büros ist ein Tageslichtquotient von 3 % in der Raummitte empfehlenswert. In Großraumbüros, Hallen oder größeren Werkstätten wird dieser Tageslichtquotient jedoch nur schwer zu erreichen sein. Generell gilt, dass in Räumen ohne ausreichendes Tageslicht keine ständigen Arbeitsplätze errichtet werden dürfen

Der Arbeitgeber kann zwar von den Technischen Regeln für Arbeitsstätten abweichen, dann muss er aber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung nachweisen, dass er mit anderen Maßnahmen den gleichen Arbeits- und Gesundheitsschutz für die Beschäftigten sicherstellen kann. 

Quelle: „Die neue Arbeitsstättenverordnung“

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