Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit

AwSV 2017: Neue Anforderungen an die Entwässerung von Anlagen

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Die neue Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV) trat am 1. August 2017 in Kraft und ersetzt die bislang geltenden Länderverordnungen (VAwS). Alle Anlagen, die mit wassergefährdenden Stoffen umgehen, müssen ab diesem Stichtag u. a. bestimmte Anforderungen an die Entwässerung erfüllen.

Anforderungen an die Entwässerung gemäß AwSV

Anlagenfremde Substanzen wie Regenwasser oder Reinigungsflüssigkeiten gelangen oft in Anlagen, die von der AwSV betroffen sind, und verbrauchen dort Raumvolumen, das eigentlich für das Auffangen von aus der Anlage austretenden wassergefährdenden Stoffen benötigt wird.

Daraus ergeben sich zwei Anforderungen an die Entwässerung solcher Anlagen. Zum einen muss der Zutritt solcher Flüssigkeiten so weit wie möglich minimiert werden. Zum anderen müssen solche anlagenfremden Flüssigkeiten möglichst schnell entfernt werden. 

Entwässerung nach AwSV: Minimierung des Zutritts von Flüssigkeiten 

Folgende Maßnahmen können Anlagen, die von der AwSV betroffen sind, ergreifen, um den Zutritt von Flüssigkeiten zu minimieren: 

  • Die Anlage kann in Gebäuden eingebaut werden. Dann dient das Gebäudedach als Schutz
  • Anlagen in Außenaufstellung sollten – soweit bautechnisch möglich – überdacht werden, um das Regenwasser ganz abzuhalten bzw. den Zutritt deutlich zu minimieren. 
  • Reinigungs- und Spülwasser sollte möglichst gar nicht in die Auffanganlage gelangen. Um das zu verhindern, können z. B. Behälter/ Wannen unter Spülstutzen gestellt werden, sodass austretendes Spülwasser in der Wanne aufgefangen wird und von dort direkt ausgepumpt werden kann. 
  • Für Regenwasser, das nicht durch Gebäude oder Überdachung ferngehalten werden kann, muss die Auffanganlage so gebaut werden, dass sie zusätzlich zum eigentlichen Inhalt auch das anfallende Regenwasser speichern kann. 

Regelungen zu Abläufen in AwSV

Laut § 18 Abs. 2 AwSV dürfen Rückhalteeinrichtungen dem Grundsatz nach keine Abläufe haben. Grund dafür ist die Erfahrung in der Praxis, die zeigt, dass es einen dichten Absperrschieber in einem Ablauf nur selten gibt. Zu bevorzugen ist deshalb ein Abpumpen der überflüssigen Flüssigkeit. 

Wenn doch Abläufe vorgesehen sind, muss das anfallende Wasser beprobt werden. Erst bei negativem Befund dürfen die Abläufe geöffnet werden. Während der gesamten Dauer der Öffnung des Ablaufs muss Betriebspersonal vor Ort bleiben. 

Abpumpen nach AwSV: Pumpensümpfe und Detektoren 

Wann immer Auffanganlagen keine Abläufe besitzen, muss anfallende Flüssigkeit abgepumpt werden. Die Pumpen müssen innerhalb der Banken in sogenannten Pumpensümpfen angeordnet werden, also in separaten Bauwerken, die innerhalb der Auffangfläche als Tiefpunkt ausgebildet sind. Hier kann die Flüssigkeit zusammenlaufen und nahezu vollständig entfernt werden. So bleibt der überwiegende Teil der Auffanganlage trocken. Die Pumpensümpfe selbst lassen sich in der Regel nicht durch Pumpen vollständig entleeren, da sie eine gewisse Mindestansaugtiefe benötigen. 

Bei der Wahl der Pumpen und der Pumpenlaufräder empfiehlt es sich, auf einen möglichst großen Querschnitt zu achten. So können insbesondere bei Freianlagen Probleme mit Verstopfungen vermieden werden. Die Pumpen müssen zudem für einen langzeitigen (teil-)getauchten Betrieb geeignet sein und sind durch Niveauschalter (min.) gegen Trockenlauf abzusichern. 

Häufig ist es auch sinnvoll Detektoren einzubauen, bei deren Anspringen das Abpumpen automatisch eingestellt wird. Dies lohnt sich besonders für Anlagen, die Stoffe einlagern, bei denen es leicht möglich ist, Verunreinigungen automatisch zu detektieren. 

Hinweis: Ein unkontrolliertes Abpumpen in Wasseranlagen ist ohne Nutzung automatischer Detektoren unzulässig. Ist eine automatische Detektion nicht möglich, muss vor jedem Pumpenstart die Flüssigkeit auf eventuell aus der Anlage austretende Stoffe kontrolliert werden. 

Ableitung in Abwasseranlagen oder Gewässer

Kann der Zutritt von Niederschlagswasser auf Abfüll- und Umschlagsflächen nicht vermieden werden, kann das mit wassergefährdenden Stoffen verunreinigte Regenwasser unter bestimmten Randbedingungen dennoch einem Abwasserkanal oder Gewässer zugeführt werden: 

  • Es muss bau- und/oder betriebstechnisch möglich sein, die bei einer Störung freigesetzten wassergefährdenden Stoffe zurückzuhalten
  • Das verunreinigte Niederschlagswasser muss vor der Einleitung so aufbereitet werden, dass es den jeweiligen Einleitungsbedingungen wasserrechtlicher Art entspricht

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Anforderungen gemäß AwSV bei Eigenverbrauchstankstellen 

Bei Eigenverbrauchstankstellen kann auf besondere Anforderungen an eine Rückhaltung verzichtet werden, wenn durch geeignete technische und/oder organisatorische Maßnahmen eine gleichwertige Sicherheit erreicht werden kann. 

Entwässerung von Niederschlagswasser in Biogasanlagen

Bei der Entwässerung von Biogasanlagen wird zwischen Biogasanlagen allgemeiner Art und solchen Biogasanlagen unterschieden, die ausschließlich Gärsubstrate landwirtschaftlicher Herkunft verwenden. 

In allgemeinen Biogasanlagen muss das gesamte Regenwasser aufgefangen und als Abwasser beseitigt oder als Abfall verwertet werden. 

Bei Biogasanlagen, die Gärsubstrate einsetzen kann anfallendes Niederschlagswasser aufgefangen und als Dünger verwendet werden.

AwSV sieht Ausnahmen vor

Wenn der Zutritt von Niederschlagswasser in Auffangeinrichtungen unvermeidlich ist und eine Kontrolle des Ablaufs, vor dessen Öffnung nur mit unverhältnismäßig großem Aufwand durchgeführt werden kann, gibt es die Möglichkeit, bei der zuständigen Behörde andere Arten der Rückhaltung von wassergefährdenden Stoffen und zur Beseitigung von Regenwasser zu beantragen. 

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Quelle: "Die neue AwSV 2017"

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