Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit

Das Risiko, das vom Führen eines Gabelstaplers ausgeht, wird oft unterschätzt, auch wenn Unfälle keine Seltenheit sind. Für mehr Sicherheit im Betrieb soll nun der im Juni 2018 erschienene Fahrerausweis für Flurförderzeuge VDI 3313 sorgen. Auch deshalb wird in der neuen Fassung erstmals das Bedienen der „Ameise“ und der „Schildkröte“ aufgegriffen.

Verpflichtung des Arbeitgebers zur Unterweisung  

Trotz ihrer vergleichsweise geringen Größe sind Flurförderzeuge kein Spielzeug. Immer wieder werden Personen von Gabelstaplern angefahren und schwer oder gar tödlich verletzt. Aber auch die Fahrer selbst setzen sich einem Verletzungsrisiko aus, wenn sie das ordnungsgemäße Bedienen solcher Fahrzeuge nicht beherrschen. Die Ursache für Unfälle liegt nicht selten im Fehlverhalten des Fahrers, wenn er z. B. das Flurförderzeug falsch belädt, mit hochgestellter Gabel fährt oder eine Kurve zu schnell nimmt. 

Die Anforderungen an das Führen von Flurförderzeugen sind deshalb nicht zu unterschätzen. Die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) und die DGUV Vorschrift 1 verpflichten den Arbeitgeber sogar, anhand von Betriebsanweisungen, die aus einer Gefährdungsbeurteilung resultieren, ihre Fahrer diesbezüglich jährlich zu unterweisen

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Neue VDI 3313 berücksichtigt auch Mitgänger-Flurförderzeuge

Auch die neue Richtlinie VDI 3313 „Fahrerausweis für motorkraftbetriebene Flurförderzeuge im innerbetrieblichen Werksverkehr mit Sicherheitshinweisen für Fahrer von Sitz-, Stand- und Mitgänger-Flurförderzeugen“ zielt darauf ab, mehr Sicherheit beim Führen von Flurförderzeugen zu schaffen

Mit dieser oft auch als „Gabelstaplerführerschein“ oder einfach nur „Staplerschein“ bezeichneten Qualifikation soll gewährleistet werden, dass jeder Fahrer die spezifischen Funktionen und Besonderheiten von Flurförderzeugen kennt, beherrscht und die damit verbundenen Gefahren für sich und andere einschätzen und vermeiden kann. 

Erstmals berücksichtigt VDI 3313 auch sog. Mitgänger-Flurförderzeuge. Das sind kleinere Flurförderzeuge, die oftmals als „Ameise“ oder „Schildkröte“ bezeichnet werden. Diese Handhubwagen werden durch mitgehende Bediener gesteuert und erfordern ebenfalls besondere Anforderungen an den Bediener. Denn um Unfälle zu vermeiden, müssen sie sich nicht nur in einem technisch einwandfreien Zustand befinden, sondern dürfen auch nur für den jeweiligen Zweck verwendet werden.  

Ausweis als Nachweis der Qualifikation 

Der Fahrerausweis VDI 3313 gilt als allgemein anerkannter Nachweis dafür, dass der Fahrer die benötigten Qualifikationen zum Führen eines Flurförderzeugs besitzt. Der neue Ausweis enthält

  • die wesentlichen Sicherheitshinweise für den Fahrer sowie
  • eine zusätzliche Ausweiskarte im Scheckkartenformat, die der Fahrer immer bei sich führen muss. 

Der Fahrerausweis VDI 3313 kann auch vom Betrieb selbst ausgestellt werden, sofern dieser bestimmte Voraussetzungen erfüllt. 

Alle Voraussetzungen erfüllen  

An jeden Gabelstaplerfahrer, der im Betrieb eingesetzt wird, werden bestimmte Anforderungen gestellt: Er muss neben dem Fahrerausweis VDI 3313 Vorgaben erfüllen, die in der DGUV Vorschrift 68 „Flurförderzeuge“ festgeschrieben sind. Demnach müssen Fahrer von Flurförderzeugen

  • mindestens 18 Jahre alt sein, 
  • körperlich und geistig geeignet sein,
  • die notwendige Ausbildung mitbringen,
  • diese Fähigkeit nachweisen können sowie 
  • mit der Führung schriftlich beauftragt worden sein. 

Rechtliche Grundlagen für das Führen von Flurförderzeugen 

Die Grundlagen für das Führen von Flurförderzeugen sind in den folgenden Regelwerken festgeschrieben: 

(juse) 

Quelle: „sifa-news“ (Ausgabe Juni 2018) 

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