Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit

Die neue Arbeitsstättenverordnung

© Ulf Dressen - Fotolia.com 

Am 2.11.2016 hat das Bundeskabinett die novellierte Arbeitsstättenverordnung beschlossen und bereits einen Monat später – am 03.12.2016 – trat sie in Kraft. Im Gegensatz zu den vorangegangenen Entwürfen wurde sie deutlich entschärft, was besonders von den Unternehmen sehr begrüßt wurde, denn zuvor beschwerten sich die Firmen besonders über strenge Vorgaben und ausufernde Bürokratie.

Die Änderungen beziehen sich vorwiegend auf folgende Teilbereiche: Telearbeitsplätze, Arbeitsschutz Unterweisung, Umgang mit psychischen Belastungen und Sichtverbindung aus Arbeitsräumen nach außen. Außerdem wurde – wie schon lange geplant – die Bildschirmarbeitsverordnung in die Arbeitsstättenverordnung mit aufgenommen und somit außer Kraft gesetzt.

Telearbeitsplätze – von daheim aus arbeiten

Das Arbeitsmodell eines sogenannten „Home-Office“ ist nicht mehr nur als Selbstständiger gang und gäbe, immer mehr Arbeitgeber gestatten ihren Arbeitnehmern von daheim aus zu arbeiten, wenn dies die Aufgaben im Beruf zulassen. Das heißt: Telearbeitsplätze sind im Prinzip vom Arbeitgeber eingerichtete Bildschirmarbeitsplätze im Privatbereich der Beschäftigten. Er ist somit auch für die Gestaltung und Einrichtung dieser speziellen Arbeitsstätten verantwortlich. Eine klare Abgrenzung ist hinsichtlich der „mobilen Arbeit“ festgelegt, denn wer im Café oder auf Reisen arbeitet, verrichtet keine Telearbeit.

Unterweisung im Arbeitsschutz

Die Besonderheit an der Arbeitsschutz-Unterweisung ist, dass Beschäftigte aktiv dazu angehalten werden sich in Arbeits- und Notsituation sicherheitsgerecht zu verhalten. Ein solches Unterfangen war auch schon bisher Pflicht – allerdings fehlten konkrete Hinweise über welche Gefährdungen unterwiesen werden müssen. Es ist also eine praxisgerechte Konkretisierung für Arbeitgeber, damit sie der bereits bestehenden gesetzlichen Verpflichtung besser nachkommen können.

Ein wichtiger Punkt – der Umgang mit psychischen Belastungen

Psychische Belastungen müssen künftig bei der Beurteilung der verschiedenen Gefährdungen mit aufgenommen werden. Das heißt, dass auch verschiedene Einflussfaktoren wie beispielsweise Führungsverhalten, Abwechslungsreichtum und Handlungsspielraum eine essenzielle Rolle spielen. Im Arbeitsschutzgesetz ist dies grundsätzlich schon vorgeschrieben, nun wird es für Arbeitsstätten konkretisiert: Somit werden Faktoren wie ergonomische Mängel am Arbeitsplatz und Lärm berücksichtigt.

Sichtverbindung nach außen

Diese Regelung gilt für dauerhaft eingerichtete Arbeitsplätze, aber nicht für jegliche Art von Sanitärräumen. Die klare und einheitliche Anforderung ist also möglichst ausreichend Tageslicht und eine Sichtverbindung aus Arbeitsräumen nach außen bereits stellen zu können. Wenn bauliche oder betriebliche Gegebenheiten dies behindern (z.B. Flughäfen, Bahnhöfe, etc.), kann auf dieses Unterfangen verzichtet werden. Diese Regelung war schon vorher Teil der Arbeitsstättenverordnung, neu ist allerdings, dass die Auflistung von Ausnahmen klar herausgearbeitet wurde, um so Unklarheiten zu vermeiden. 

 

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