Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit

Fachdialog über Chancen und Risiken der Nanotechnologie im Lebensmittelbereich

© Robert Kneschke - Fotolia.com

Auf Einladung des Bundesumweltministeriums sind im Juni Vertreter von Wissenschaft, Kirche, Industrie, Umweltverbänden, Regierung und Behörden über Chancen und Risiken der Nanotechnologie im Lebensmittelbereich ins Gespräch gekommen. Ziel war die Erörterung unterschiedlicher Fragestellungen zu Auswirkungen von Nanomaterialien in Produkten auf Umwelt und Gesundheit im Lebensmittelbereich.

Diskutiert wird die umweltoffene Anwendung von Nanomaterialien anhand ihres Einsatzes und Analytik sowohl in Lebensmitteln, Lebensmittelzusatzstoffen und Nahrungsergänzungsmitteln als auch in Lebensmittelkontaktmaterialien. Auch die Analytik und Messmethoden sind Gegenstand des FachDialogs. Damit wird sowohl über aktuelle Entwicklungen informiert als auch die Möglichkeit gegeben, sich zu Chancen und möglichen Risiken der Verwendung von Nanomaterialien in diesem Anwendungsbereich vertrauensvoll auszutauschen.

Bedeutung von Nanomaterialien in der Praxis

Nanotechnologien ermöglichen die Modifikation und Steuerung der Aufnahme von Lebensmittelinhaltsstoffen auf molekularer Ebene. Die Erwartungen an „Nano-optimierte Lebensmittel“ sind in der Lebensmitteltechnologie sehr groß. 2015 sollen weltweit laut Schätzung von (optimistischen) Wirtschaftsexperten bereits 40 % aller Betriebe der Nahrungsmittelindustrie mit einer Nano-Technologie arbeiten.

Dabei sind – gemessen an der Anzahl der Patente – die USA, Japan und China führend. Es wird erwartet, dass besonders die asiatischen Länder ein großer Markt für Anwendungen im Lebensmittelbereich sein werden. Derzeit befindet sich Nanotechnologie im Lebensmittelbereich in der Europäischen Union noch in einer vergleichsweise frühen Phase der Produktentwicklung. Im Verpackungsbereich gibt es dagegen bereits konkrete Anwendungen.

Gesetzliche Vorgaben

Verschiedene gesetzliche Regelungen greifen in das Thema ein. Z. B. ist in Artikel 18 der neuen Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV) (EU) Nr. 1169/2011 festgelegt, dass zukünftig Zutaten, die in Form technisch hergestellter Nanomaterialien vorhanden sind, im Zutatenverzeichnis eindeutig aufgeführt werden müssen. Auf die Bezeichnung solcher Zutaten muss das in Klammern gesetzte Wort „Nano“ folgen.

Dennoch gibt es derzeit noch viele offene Fragen bezüglich der Vorgaben zur Herstellung und Anwendung von Nanomaterialien. Dabei steht der Gesetzgeber vor der Herausforderung, prozedurale und materielle Vorgaben zu entwickeln, die es erlauben, von den Stoffen ausgehende Risiken auf der einen sowie Potenziale bspw. für umweltentlastende Innovationen auf der anderen Seite zu ermitteln. Und dies zu bewerten, damit anschließend auf dieser Wissensbasis verantwortungsvolle Entscheidungen getroffen werden können.


Quelle: BMUB Pressedienst Nr. 140/15

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