Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit

Quecksilberverordnung – Neue Vorschriften zum Umgang mit Quecksilber

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Schwerwiegende Schädigungen des Nerven- und Immunsystems, Missbildungen und Organschäden – die Folgen einer Quecksilbervergiftung sind immens. Um die Quecksilberemissionen zu reduzieren, haben 120 Staaten weltweit das Übereinkommen von Minamata unterschrieben. Die EU und ihre Mitgliedstaaten haben das Übereinkommen mit der Verordnung Nr. 2017/852 in Europäisches Recht umgesetzt, die am 1. Januar 2018 in Kraft tritt.

Ziel der neuen Quecksilberverordnung 

Die neue Quecksilberverordnung ersetzt die frühere Verordnung 1102/2008 über das Verbot von metallischem Quecksilber und bestimmten Quecksilberverbindungen und -gemischen sowie die sichere Lagerung von Gemischen. 

Ziel der neuen Verordnung Nr. 2017/852 ist es, Quecksilber und Quecksilberverbindungen schrittweise auslaufen zu lassen sowie Anreize für Alternativen zu schaffen. Die Herstellung, das Inverkehrbringen und die Verwendung von fünf Phenylquecksilberverbindungen sind gemäß REACH Anhang XVII Eintrag 62 bereits seit dem 10. Oktober 2017 verboten. 

Quecksilber soll ersetzt werden: Das regelt die neue Quecksilberverordnung

Die neue Quecksilberverordnung legt Maßnahmen und Bedingungen fest, die den Handel, die Herstellung, die Verwendung und Lagerung von Quecksilber, Quecksilbergemischen oder quecksilberhaltigen Produkten regeln.  

Handel mit Quecksilber 

  • Die neue Quecksilberverordnung regelt den Handel mit Quecksilber und quecksilberhaltigen Gemischen.
  • Sie verbietet nach Ablauf einer Übergangsfrist die Ein- und Ausfuhr bestimmter Produkte, die Quecksilber enthalten wie Batterien, Leuchtstoffröhren, Thermometer oder Kosmetik. 
  • Der kleingewerbliche Goldbergbau, insbesondere die Aufbereitung von Gold mit Quecksilber wird mit der neuen Quecksilberverordnung verboten. 

Herstellung mit Quecksilber 

  • Herstellungsverfahren, in denen Quecksilber als Elektrode verwendet wird, sollen schrittweise auslaufen und durch Verfahren ersetzt werden, die nicht auf Quecksilber basieren. 
  • Da für die Herstellung von Natrium- oder Kalium-Methanolat oder -Ethanolat bisher keine geeignete Alternative zur quecksilberbasierten Produktion gefunden wurde, werden in der neuen Quecksilberverordnung Anforderungen und Maßnahmen definiert, um den Quecksilberverbrauch zu reduzieren. Der Gesetzgeber strebt an, die Prozesse bis spätesten 1. Januar 2028 zu beenden. 
  • Nur in Ausnahmefällen erlaubt es die Verordnung, neue Produkte und Verfahren mit Quecksilber zu entwickeln. 

Verwendung von Quecksilber 

  • Bis 2030 soll die Verwendung von Amalgam im Dentalbereich schrittweise verringert werden. 
  • Ab Juli 2018 wird die Verwendung von Amalgamfüllungen bei Kindern, Schwangeren und Stillenden beschränkt. 
  • Ab Januar 2019 dürfen Zahnärzte Quecksilber nicht mehr lose, sondern nur noch in verkapselter, vordosierter Form verwenden. 
  • Zahnmedizinische Einrichtungen, die mit Quecksilber arbeiten, müssen die Abfälle sammeln, ordnungsgemäß entsorgen und nach Ablauf der Frist über effektive Amalgamabscheider verfügen. 

Lagerung von Quecksilber 

  • Quecksilberabfälle in flüssiger Form dürfen nur noch übergangsweise gelagert werden.
  • Eine dauerhafte Lagerung ist nur möglich, wenn die Abfälle umgewandelt und verfestigt werden. Dann dürfen sie nur in bestimmten Salzbergwerken oder Übertageanlagen gelagert werden. 
  • Betreiber von Anlagen, in denen Quecksilber gelagert wird, müssen Verzeichnisse über Menge, Herkunft und Beseitigung von Quecksilberabfällen führen. 

Mit dem "REACH-Handbuch“ können Hersteller und Händler chemischer Stoffe prüfen, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen. Jetzt informieren!

Quecksilberverordnung: Pflichten für Mitgliedsstaaten

Die Europäische Kommission legt im Zuge des Inkrafttretens der Quecksilberverordnung Pflichten für die Mitgliedsstaaten fest. Die Mitgliedsstaaten müssen

  1. verunreinigte Standorte ermitteln, 
  2. geeignete Sanktionen erlassen sowie
  3. Bericht an die Kommission erstatten. 

Produktion von Chloralkali wird schon früher verboten 

Aufgrund früherer Beschlüsse wird die Produktion von Chloralkali – hierbei wird Quecksilber als Elektrode verwendet – schon ab dem 11. Dezember 2017 verboten. Die neue Quecksilberverordnung tritt am 1. Januar 2018 in Kraft und muss dann angewendet werden. 

Das Geschäft mit chemischen Stoffen, Gemischen oder Erzeugnissen befindet sich im Wandel. Verantwortliche müssen eine Vielzahl von Verordnungen einhalten. So dürfen gemäß der REACH-Verordnung nur noch (vor-)registrierte Stoffe verwendet und REACH-konforme Produkte verkauft werden. Für die effiziente Umsetzung der sich daraus ergebenden Pflichten bietet das praxisorientierte "REACH-Handbuch" zahlreiche Hilfestellungen, Vorlagen und Leitfäden. 

Quelle: "REACH-Handbuch"

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