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Bankettbefestigung mit Bindemitteln – Ein alternativer Lösungsansatz im Straßenbau

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Neben den herkömmlichen Bauweisen zur Bankettherstellung ist in den vergangenen Jahren vermehrt eine Bankettverfestigung umgesetzt worden. Dabei werden bestehende Bankette mit Bindemitteln verfestigt. Damit eine Bankettverfestigung gelingt, müssen alle Teilkomponenten eingehalten werden. Ein Leitfaden.

Bankettbefestigung: Ablauf 

Bevor mit der Verfestigung des Banketts oder des Fahrbahnrands begonnen werden kann, muss ordentliche Vorarbeit geleistet werden: Im Rahmen einer Vorerkundung ist zunächst sicherzustellen, dass der für eine Verfestigung vorgesehene Streckenabschnitt geeignet ist. 

Folgende Parameter müssen untersucht und bewertet werden: die Breite der vorhandenen Bankette, der Schichtverlauf, die Höhenlage des Banketts, die Tragfähigkeit der Unterlage, wasserwirtschaftliche Merkmale, die Korngrößenverteilung der Bautoffe, der Anteil an organischen Bestandteilen sowie der Nutzungszweck. 

Anwendungsgrenzen für eine Bankettbefestigung mit Bindemitteln

Wie bei anderen Bauverfahren ergeben sich auch für die Bankettverfestigung spezifische Anwendungsgrenzen. Auf Basis der Eingangsparameter kann eine technische Bewertung des Istzustandes erfolgen: 

  • Breite der vorhandenen Bankette: Die vorhandenen Bankette müssen eine Mindestbreite von 30 cm aufweisen. 
  • Mindesttragfähigkeit der Unterlage: Erfahrungsgemäß sollte ein Mindestverfolgungsmodul von Ev2 von ≥ 35 MN/mbis 45 MN/mvorhanden sein. 
  • Wasserwirtschaftliche Merkmale: Für Bankettverfestigungen mit Überbauung sollten mindestens die Grenzwerte der Richtlinie Bankettschälgut (2010) eingehalten werden; bei einer Überbauung die Grenzwerte der LAGA für den Zuordnungswert Z2
  • Korngrößenverteilung: Das Größtkorn der zu verfestigenden Schicht sollte 100 mm nicht überschreiten. 
  • Anteil an organischen Bestandteilen: Erfahrungsgemäß sind bei einem Anteil an fein organischen Bestandteilen in einer Größenordnung von > 10 M.-% erhärtungsstörende Prozesse nicht mehr auszuschließen. 
  • Auswahl des geeigneten Bindemittels: Positive Erfahrungsberichte gibt es zum Einsatz von Portlandzement als Bindemittel für Bankettverfestigungen. 
  • Nutzung der Bankettverfestigung: Bei der reinen Bankettverfestigung sollten die Rahmenbedingungen für Bodenverfestigungen nach den ZTV E-StB (2009) berücksichtigt werden; für den Fall einer Überbauung mit gebundenen Oberschichten die Vorgaben der ZTV Beton-StB (2007).

Herstellung der Bankettbefestigung 

  1. Das Bindemittel über eine Bindemittelschleuse auf die Bankettfläche streuen, um den Bankettbereich zu befestigen. 
  2. Mit einer Kaltfräse das Bindemittel in den Bankettbereich einfräsen. 
  3. Das sich bildende Boden-Bindemittel-Gemisch im Bankettbereich profilieren und verdichten. 
  4. Querneigung des Banketts einstellen. 

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Bankettbefestigung als alternativer Lösungsansatz 

In der Regel fallen bei Fahrbahnbefestigungen Bodenmassen an, die belastet sind und kostenpflichtig beseitig werden müssen. Mithilfe einer Bankettbefestigung können sowohl die Kosten für die Entsorgung der belasteten Bodenmasse reduziert, als auch ein technisch gleichwertiger Aufbau des Banketts erzielt werden. 

Der Grundsatz des Verfahrens ist also, bestehende Bankette in der ursprünglichen Position zu verfestigen und auf diese Weise einen frostbeständigen Baustoff herzustellen, der nach Bedarf auch mit einer Asphaltbefestigung überbaut werden kann. Denn vorhandene Bankette werden Straßenbaulastträger künftig vor bautechnische, planerische, umwelttechnische sowie wirtschaftliche Herausforderungen stellen. Die Verfestigung der Bankette könnte für eine Vielzahl an Strecken ein alternativer Lösungsansatz sein

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Quelle: "Planungshandbuch Straßen- und Wegebau" 

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