Bau & Immobilien

Die neue DIN 18040-3:2014

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Mit dem Erscheinungsdatum des Weißdruckes der DIN 18040, „Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlagen – Teil 3: Öffentlicher Verkehrs- und Freiraum“ wurde die Vorgängernorm DIN 18024-1 – „Barrierefreies Bauen - Teil 1: Straßen, Plätze, Wege, öffentliche Verkehrs- und Grünanlagen sowie Spielplätze; Planungsgrundlagen“ aus dem Jahr 1998, abgelöst.

Die Norm wurde umfassend überarbeitet und neu strukturiert. Ziel der Norm ist gemäß dem § 4 des BGG die Barrierefreiheit öffentlicher Verkehrs- und Freiraumanlagen, damit diese für Menschen mit Behinderung in der allgemein üblichen Weise ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind. 

Analog zu den bereits erschienenen Teilen 1 und 2 der DIN 18040 ist das Prinzip der Schutzziele übernommen worden. Das bedeutet, dass für die barrierefreie Gestaltung in der Regel Schutzziele formuliert werden, die dann mit beispielhaften Lösungen zur Erfüllung dieser Ziele untermauert werden. Seitens der Planung lässt dieses Prinzip demzufolge auch Lösungen zu, die nicht in der Norm formuliert sind, sofern das Schutzziel erfüllt wird. Dieses Prinzip erlaubt eine gestalterische Planung mit Verantwortung.

Die DIN 18040-3 verweist bei bestimmten Themenfelder auf die DIN 18040-2 – „Planungsanforderungen bei öffentlich zugänglichen Gebäuden“, wie zum Beispiel die Regelungen zu Rampen, Fahrsteigen und -treppen, Stufenmarkierungen und Aufzügen.

Einzug fanden neben dem Zwei-Sinne-Prinzip auch allgemeine Normierungen zu den Bereichen Naturraum, Grün- und Freizeitanlagen.

Weiterhin wurden die Anforderungen an die Sensorik neu aufgenommen. Somit werden die Bedürfnisse von Menschen mit sensorischen Einschränkungen besonders berücksichtigt.

Bei den Querungsstellen sind nun auch die Nullabsenkungen unter bestimmten Umständen an Straßen möglich. Diese Nullabsenkungen kommen den unterschiedlichen und teilweise widersprüchlichen Bedürfnissen an die Barrierefreiheit von Menschen mit motorischer Einschränkung und Menschen mit visuellen Einschränkung sehr entgegen.

Ebenfalls sind unter Heranziehung der RABT, das heißt in der „Richtlinie für die Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln“, Maßgaben zum Bedarf von Menschen mit Behinderungen formuliert.

Im wesentlichen geblieben sind die maßlichen Anforderungen an Flächen- und Raumbedarfe.

Aufbau der DIN 18040-3

Die DIN 18040-3 ist vom Aufbau an die bisher veröffentlichten Teile 1 und 2 angelehnt.

Neben dem Anwendungsbereich werden Verweise auf inhaltlich verwendete Normen und Verordnungen oder Richtlinien sowie Prüfvorschriften gegeben. 

Wie bei allen Normen folgt hier eine Begriffserläuterung der im Werk benutzten Termini. 

Im Anschluss des allgemeinen Teils werden die Planungsanforderungen behandelt, gefolgt von dem normativen Anhang und dem Literaturverzeichnis.

Struktur der DIN 18040-3 

Die Norm regelt die Anforderungen an die barrierefreie Planung, barrierefreie Ausführung und barrierefreie Ausstattung öffentlich zugänglicher Verkehrs- und Außenanlagen bei Neubauvorhaben. 

Bei Um- und Ausbau sowie bei Nutzungsänderungen oder Modernisierungen sollte die DIN 18040-3 Berücksichtigung finden.

Sie gliedert sich im Hauptteil in nachfolgend genannte Inhalte: 

Allgemeine Anforderungen an die Planung

  • Grundprinzipen der barrierefreien Gestaltung
  • Flächenbedarfe / Raumbedarfe
  • Längsneigung / Querneigung
  • Oberflächengestaltung
  • Zwei-Sinne-Prinzip
  • Hinweise zu Wahrnehmungsarten
  • Warnen / Orientieren / Leiten und Informieren

Verkehrsinfrastrukturelemente

  • Gehwege
  • Fußgängerbereiche, verkehrsberuhigte
  • Bereiche, Gemeinschaftsstraßen
  • Überquerungsstellen
  • Anlagen zu Überwindung von 
  • Höhenunterschieden
  • Anlagen des ruhenden KFZ-Verkehrs
  • Anlagen des öffentlich zugänglichen 
  • Personenverkehrs
  • Straßentunnel

Sonstige Infrastrukturelemente

  • Möblierung / Ausstattung
  • Anlagen zur Orientierung
  • Bedienelemente
  • Türen / Vereinzelungsanlagen
  • Notrufanlagen
  • Sanitärräume

Öffentlich zugängliche Grün- und Freizeitanlagen / Spielplätze

Naturraum

  • Allgemeine Planungsanforderung
  • Badestellen
  • Angelplätze

Seil- und Bergbahnanlagen / Luftverkehrsanlagen / Schifffahrtsanlagen 

Baustellen

Mit der überarbeiteten Reihe der DIN 18040 gibt es Bereiche, die scheinbar Überschneidungen im Regelungsbereich von Außenräumen haben.

So gibt es bei den Normen 18040 Teil 1 und 2 Anforderungen an die Infrastruktur auf Grundstücken, das heißt an die äußere Erschließung und gebäudebezogene Nutzungen. 

Geregelt wird der Bereich von der Grundstücksgrenze bis zum Gebäudeeingang von Wohngebäuden  und öffentlich zugänglichen Gebäuden, also der Außenraumbereich von den öffentlichen Verkehrsflächen bis hin zum Gebäudeeingang.

Auf mögliche Unterschiede wie z. B. in den Längen von Gehwegen sowie deren erforderlichen Breiten als auch bei Durchgangshöhen sei hier hingewiesen.

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