Bau & Immobilien

Energiewende und Elektromobilität verbinden – Wenn das Elektroauto mit Eigenstrom getankt wird

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Dank neuer Technologien rückt die Verknüpfung der Energiewende im Gebäudebereich und im Bereich Mobilität immer näher. Die Idee: Unternehmen und Privatpersonen, die ihren Strom selbst erzeugen, können diesen für die Betankung von Elektrofahrzeugen nutzen. Dafür müssen jedoch bauliche Voraussetzungen geschaffen werden.

Verknüpfung von Eigenstromversorgung und Elektromobilität 

Viele Privathaushalte und Unternehmen erzeugen heute schon ihren Strom mittels Photovoltaikanlagen oder in Blockheizkraftwerken (BHKW) selbst. Etliche Anlagen wurden in den vergangenen Jahren zudem mit einem Stromspeicher ausgerüstet, um den Stromüberschuss vom Tag in Batterien für die Abend-, Nacht- und Morgenstunden zu speichern. 

Noch wird die eigene Stromerzeugung nicht im Zusammenhang mit der Elektromobilität betrachtet, obwohl es naheliegt, diese Themen miteinander zu verknüpfen. Denn Elektroautos werden hauptsächlich dort getankt, wo sie geparkt werden. Also vor der eigenen Haustür, Supermärkten etc. oder auf dem Firmenparkplatz – also überwiegend an Gebäuden. 

Auch wenn das Elektroauto heute noch aufgrund von mangelhafter Infrastruktur als unpraktisch gilt, sollten sich Versorger, aber auch die Gebäudetechnik auf das Thema Elektromobilität einstellen und entsprechende Voraussetzungen schaffen. 

Vorteile und Nachteile der Verknüpfung von Eigenstromversorgung und E-Mobilität 

Ist es erst einmal möglich, Elektrofahrzeuge mit Eigenstrom zu betanken, ergeben sich für den Verbraucher mehrere Vorteile

  • Der Treibstoff für das eigene Auto kann zumindest teilweise selbst hergestellt werden. Dieser Treibstoff ist dann regenerativ und emissionsfrei. Bisher basieren lediglich 7 % des Verkehrssektors auf regenerativen Energien. 
  • Der Strom kann überwiegend zu Hause oder an der Arbeitsstätte getankt werden.
  • Der selbst erzeugte Strom ist auf jeden Fall preisgünstiger, als der Strom eines öffentlichen Versorgers. 

Gelingt die Verknüpfung, steigt die eigene Unabhängigkeit bei der Stromversorgung weiterhin stark an. Die Elektromobilität forciert damit die dezentrale Stromversorgung

Nachteile 

Nach wie vor dauert das Tanken mit Strom sehr lange. Bei Stromtankstellen liegt die Beladezeit bei 10 bis 15 Minuten, das Laden an einer Wallbox dauert zwischen einer und drei Stunden, an einer Steckdose mit 230 V muss das Elektroauto zwischen sechs und neun Stunden angesteckt bleiben. 

Dieses Handbuch enthält viele wichtige gesetzliche und technische Anforderungen für den Einbau von haustechnischen Anlagen. Jetzt informieren!

Elektromobilität muss bei Gebäudeplanung berücksichtigt werden

Damit die Betankung von Elektrofahrzeugen an Gebäuden künftig ausgebaut werden kann, müssen Bauherren und Bauunternehmen heute schon die dafür notwendige Ladeinfrastruktur bei der haustechnischen Planung von Gebäuden berücksichtigen. Das Elektroauto kann dann einfach als weiterer Verbraucher der Gebäudetechnik betrachtet werden

Es empfiehlt sich, gleich bei der Gebäudeplanung die Möglichkeit zu schaffen, sowohl eine Schuko- oder CEE-Steckdose als auch eine Wallbox anzubringen – für das lange und das "schnelle" Laden. Um bei der Auslegung der PV-Anlage oder des BKHWs den Verbrauch durch die Elektromobilität allerdings richtig berechnen zu können, sollten Verbrauch und Fahrleistung des Elektroautos bekannt sein. 

Einige Hersteller von Photovoltaikanlagen sind schon einen Schritt weiter und haben bereits Produkte entwickelt, die Photovoltaik und Elektromobilität über eine intelligente Ladeinfrastruktur verknüpfen. Mit diesen Systemen ist nicht nur das Laden möglich, sie bringen auch folgende Funktionalitäten für Unternehmen mit: 

  • Identifizierung der einzelnen Nutzer 
  • Abrechnung
  • Plug & Play System für den Austausch 
  • Erfassung der Abrechnungsdaten und Ladekurven 

Planung und Ausführung regenerativer Haustechnik 

Architekten und Bauplaner sehen sich immer mehr mit der modernen Haustechnik konfrontiert. Sie müssen zum Beispiel die Anforderungen gemäß EvEV und des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes (EEWärmeG) erfüllen sowie den Wärmeschutz und Energieeinsparung gemäß DIN  4108 berücksichtigen. Um diese Aufgaben rechtssicher zu erfüllen, wurde das Werk "Fachgerechte Planung und Ausführung von konventioneller und regenerativer Haustechnik" entwickelt. Das Handbuch bietet einen umfassenden Überblick über alle gesetzlichen und technischen Anforderungen an haustechnische Anlagen. 

Quelle:  "Fachgerechte Planung und Ausführung von konventioneller und regenerativer Haustechnik"

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