Bau & Immobilien

Wenn Drohnen die Inspektion von Gebäuden übernehmen

© Andy Dean - Fotolia.com

Industrie und Handwerk haben das Potenzial von Drohnen entdeckt und nutzen die "Luftroboter" immer mehr zur Inspektion von Gebäuden. Gerade bei schwer einsehbaren Bereichen wie Dächern oder Brücken können Luftaufnahmen eine große Unterstützung sein. Doch nicht jede Drohne eignet sich für diesen Aufgabenbereich.

Einsatz von Drohnen im Bauwesen 

Die kleinen Flugroboter überzeugen Architekten und Bauleiter vor allem durch die schnelle und effiziente Datenerhebung. An einem Monitor oder Tablet kann der Führer der Drohne live gewünschte Bildausschnitte wählen und so auch große Flächen schnell und präzise inspizieren. Im Bauwesen werden Drohnen insbesondere für 

  • die Inspektion von schwer zugänglichen Gebäudebereichen,
  • Volumen- und Flächenberechnungen,
  • die Erstellung einer Übersichtsaufnahme eines Objektes,
  • die Durchführung von Vorher-Nachher-Aufnahmen oder 
  • als Hilfsmittel für Marketingzwecke

eingesetzt. 

Dabei sind folgende Funktionen einer Drohne für die Baubranche besonders von Interesse. 

GPS-Navigation 

Ein Vorteil von Drohnen ist die GPS-Navigation, mit der vollautomatische Flüge realisierbar sind. Ganze Wegstrecken oder einzelne Wegpunkte sind somit planbar. So können Schadstellen oder andere Auffälligkeiten gespeichert werden, die z. B. nach einer Sanierung wieder direkt angeflogen und aus dem gleichen Winkel fotografiert werden können.

Point of Interest (POI) 

Die POI-Funktion wird im Bereich der Gebäudeinspektion vielfach genutzt. Dabei wird die Drohne senkrecht und mittig über dem Gebäude positioniert. Dieser Punkt wird in der "Flugapp" als Mittelpunkt gespeichert. Wird nun die POI-Funktion gestartet, bewegt sich die Drohne kreisförmig rund um das Gebäude. Geschwindigkeit, Flughöhe und Radius können weiterhin manuell eingestellt werden. 

Terrain Follow 

Die Terrain Follow-Funktion, die einige Drohnen anbieten, eignet sich gut, um schräge Dachflächen zu inspizieren. Bei dieser Funktion misst die Drohne mittels Ultraschallsensoren den Abstand zum Untergrund und bleibt bei Aktivierung immer in gleichbleibendem Abstand, während sich der Pilot auf die Positionierung konzentrieren kann. So werden Luftaufnahmen mit höchster Detailgenauigkeit möglich.  

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Rechtsgrundlage zum Einsatz von Drohnen 

Nachdem im April 2017 die Luftverkehrs-Ordnung (LuftVO) geändert wurde, müssen Drohnen mit einem Gewicht von unter fünf Kilogramm nicht mehr von der Landes-Luftfahrtbehörde genehmigt werden und können auch gewerblich ohne Genehmigung eingesetzt werden. Ab einem Gewicht von zwei Kilogramm wird allerdings ab Oktober 2017 ein sogenannter Drohnenführerschein benötigt, um die Drohne steuern zu dürfen. 

Für das Fluggerät ist in Deutschland außerdem eine Haftpflichtversicherung vorgeschrieben. Mittlerweile gibt es aber auch Betriebshaftpflichtversicherungen.

Aufstiegs- und Flugerlaubnis

Damit eine Drohne aufsteigen darf, muss der Grundstückseigentümer zustimmen. Da dieser meist der Auftraggeber ist, stellt dieser Punkt im Bauwesen selten ein Problem dar. Werden Wohngrundstücke überflogenm, muss zudem die Privatsphäre der Mieter/Eigentümer beachtet werden, sodass auch von diesen eine Erlaubnis einzuholen ist. 

Es gibt außerdem Infrastrukturen, die nur in einem bestimmten Abstand überflogen werden dürfen (solange keine Sondererlaubnis der Luftfahrtbehörde vorliegt). Solche Infrastrukturen sind: 

  • Flughäfen
  • Militärflughäfen und Truppenübungsplätze
  • Autobahnen und Bundesstraßen
  • Bundeswasserstraßen und Naturschutzgebiete
  • Industrieanlagen, Anlagen der Energieerzeugung und -verteilung 
  • Botschaften

Gebäudeinspektion mittels Drohnen: Welche Drohne ist geeignet? 

Beim Kauf einer Drohne, die zur Inspektion von Gebäuden genutzt werden soll, wäre Sparsamkeit der falsche Ansatz. Handwerker und Sachverständige sollten mit 1000 Euro aufwärts planen. Drohnen, die sich im deutlich höheren Preissegment bewegen (rund 4000 Euro), sollten aber schon Teil einer Komplettlösung mit Zusatzakkus, Transportkiste, Zubehör, Tablet und Schulungen sein.  

Wichtig ist, dass

  • die Drohnenkamera eine gute Bildqualität liefert. 
  • die Drohne eine gewisse Windstabilität mitbringt. 
  • die Drohne über genügend Achsen verfügt, die die Kamera stabilisieren
  • die gleichzeitige Bedienung von Kamera und Drohne realisierbar ist.

Welche Modelle zu den meist genutzten Drohnen in Industrie und Handwerk gehören und sogar von Fluganfänger gesteuert werden können, erfahren Sie in der August/September-Ausgabe der Fachzeitschrift "der bauschaden". Dieses Magazin unterstützt Architekten, Planer und Bauleiter dabei, Bauschäden genau zu erfassen und schwierige Bauaufgaben schadenfrei sowie wirtschaftlich zu meistern. Jede Ausgabe konzentriert sich dabei auf einen anderen Schwerpunkt. 

Quelle: "der bauschaden"

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