Bildung, Erziehung und Soziales

Change Management kann Lehrkräften bei der Stressbewältigung helfen

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Aufgrund der großen Personallücke im Bildungs- und Erziehungssektor müssen einzelne Lehrkräfte sowie Erzieherinnen und Erzieher oft Mehrarbeit leisten und kommen dabei nicht selten an ihre Belastungsgrenze. Darauf zu warten, dass der Arbeitgeber ideale Rahmenbedingungen schafft, ist jedoch nicht zielführend. Vielmehr kann jeder für sich gewinnbringende persönliche Veränderungen in die Wege leiten.

Change Management: Definition 

Der Begriff Change Management, auch unter Veränderungsmanagement bekannt, ist in den vergangenen Jahren immer populärer geworden. Damit wird der Umgang mit Veränderungen in Organisationen beschrieben, die notwendig sind, um den nötigen strukturellen und organisatorischen Wandel durchführen zu können. 

Aber auch im Zusammenhang mit Stressbewältigung kann Change Management angewendet werden, weil der Einzelne unterschiedliche Strategien und Methoden entwerfen muss, um seine Situation zu verändern und vor allem mit den vorgenommenen Veränderungen klarzukommen. 

Persönliches Change Management in neun Schritten 

Im Rahmen eines persönlichen Change Managements kann sich jeder die folgenden neun Fragen stellen:

1. Will ich mich ändern? 

Die Bereitschaft, am eigenen Verhalten etwas zu ändern, entsteht oft erst dann, wenn der Druck von außen groß ist oder der Leidensdruck zu hoch wird. Kommt jemand beispielsweise mit einem Stapel unerledigter Post klar, wird das Ziel „aufgeräumter Schreibtisch“ für ihn nicht an erster Stelle seines persönlichen Change Managements stehen. 

2. Was will ich erreichen? 

In diesem Schritt wird das persönliche Ziel möglichst positiv ausformuliert. Das Ziel sollte dabei realistischerweise erreicht werden können. In kleinen Schritten denken, ist hier die Devise. 

3. Was ändert sich, wenn ich mein Ziel erreicht habe?

Jede Veränderung bringt Konsequenzen mit sich. Wenn Sie z. B. beschließen, dreimal in der Woche nach der Schule joggen zu gehen, wird Ihnen diese Zeit womöglich an anderer Stelle fehlen. 

4. Was verliere ich, wenn ich mein Ziel erreicht habe?

In dieser Phase geht es darum, sich bewusst zu werden, dass Sie etwas aufgeben müssen, um etwas Neues zu gewinnen. Haben Sie bisher zu jeder Aufgabe „ja“ gesagt, weil Sie Ihre Fähigkeiten beweisen wollten oder weil Sie zeigen wollten, dass auf Sie Verlass ist? Dann machen Sie sich klar, dass Sie eventuell an Anerkennung verlieren, wenn Sie beschließen, öfter „nein“ zu sagen. 

5. Was hilft mir, mein Ziel zu erreichen? 

In diesem Schritt wird überlegt, welche unterstützenden Faktoren oder günstigen Rahmenbedingungen notwendig sind, um das Ziel zu erreichen. So können Lehrerinnen und Lehrer, die Provokationen von Schülern ausgesetzt sind, überlegen, ob sie wirklich auf jede Provokation reagieren sollten oder sich eine Strategie zulegen, wie sie künftig mit diesen Störungen umgehen wollen. 

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6. Was hindert mich, mein Ziel zu erreichen?  

Sie können nicht jede Gegebenheit beeinflussen. Manchmal gibt es objektive Gründe, die dafür verantwortlich sind, dass Beteiligte die Situation als belastend empfinden. So kann z. B. Lärm für einen Lehrer deutlich belastender sein als für seinen Kollegen. In diesem Fall kann überlegt werden, ob dieser Lehrer unbedingt die Pausenaufsicht übernehmen muss. 

7. Was ist mein erster konkreter Schritt, um mein Ziel zu erreichen? 

Damit Sie sich nicht in bloßen Absichtserklärungen verlieren, sollten Sie die ersten zwei Schritte, die für die Erreichung Ihres Ziels erforderlich sind, ganz konkret planen. Vergessen Sie nicht, in kleinen Schritten zu denken. 

8. Wie kann ich sicherstellen, dass ich auf dem Weg zu meinem Ziel nicht aufgebe? 

Eine hundertprozentige Garantie auf Erfolg wird es nicht geben. Und was ist so schlimm daran, wenn Sie beim ersten Versuch scheitern? Aus diesen „Fehlern“ können Sie lernen und einen weiteren, erfolgreicheren Versuch starten. 

9. Wie belohne ich mich, wenn das Ziel erreicht ist? 

Überlegen Sie, was Sie glücklich macht. Generell sollte jeder Erfolg, dessen Erreichen mit Anstrengung verbunden war, gefeiert werden, damit die positiven Gefühle dauerhaft mit diesem Erfolg assoziiert werden. 

Grundsätzlich bleibt es aber Aufgabe der Schulleitung, angemessene Arbeitsbedingungen zu schaffen, damit Lehrkräfte weder überfordert noch unterfordert werden. Denn beides kann die Motivation und die Arbeitsleistung negativ beeinflussen. Wie Schulleiterinnen und Schulleiter für die Lehrkräfte in ihrer Schule sorgen, erklären Experten aus schulpädagogischer Praxis im Handbuch „Dienstliche Beurteilungen und Leistungsberichte in der Schule schnell und sicher erstellen“

Quelle: „Dienstliche Beurteilungen und Leistungsberichte in der Schule schnell und sicher erstellen“

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