Bildung, Erziehung und Soziales

Der Begriff Inklusion ist heutzutage oft negativ belastet – er wird mit überforderten Erziehern, Lehrern, Eltern und Kindern verbunden. Immer wieder berichten die Medien von Problemen bei der Umsetzung. Und tatsächlich fühlen sich viele Lehrkräfte bei der Bewältigung dieser gesamtgesellschaftlichen Herausforderung alleingelassen, wie eine Studie des Verbandes für Bildung zeigt.

Was bedeutet Inklusion?

Unter Inklusion wird die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben verstanden. Das beinhaltet nicht nur, dass Menschen mit Behinderung die gleichen Rechte, sondern auch die gleichen Chancen z. B. auf Bildung haben. Nachdem die UN-Behindertenrechtskonvention 2006 verabschiedet wurde, haben sich Deutschland und viele andere Länder verpflichtet, diesen Grundsatz umzusetzen. 

VBE hat Lehrkräfte zur Inklusion an Schulen befragt

Doch so ganz klappt es mit der Umsetzung (zumindest an Schulen) nicht: Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) kommt nach einer Umfrage unter 2.050 Lehrkräften an allgemeinbildenden Schulen zum folgenden Ergebnis:

„Inklusion wird nicht gelingen, wenn die Lehrkraft alleine, ohne Unterstützung durch weitere Professionen und nicht ausreichend fortgebildet, in zu großen Klassen und zu kleinen Räumen unterrichten muss! Die repräsentativen Ergebnisse belegen aber erneut, dass genau das nach wie vor die Realität an deutschen Schulen ist.“

Die Studie, die im April und Mai 2017 durchgeführt wurde, zeigt, dass sich viele Lehrkräfte (54 Prozent) trotz der oben genannten Probleme für den gemeinsamen Unterricht von Kindern ohne und mit Behinderung aussprechen. Dennoch votierten 59 Prozent der Befragten für den vollständigen Erhalt von Förderschulen und 38 Prozent für den teilweisen Erhalt.

Laut VBE ist es nicht überraschend, dass Lehrerinnen und Lehrer so denken. Denn es fehlt nicht nur an

  1. Fachpersonal, sondern auch an
  2. materieller und finanzieller Ausstattung und
  3. nicht zuletzt an adäquaten Aus-, Fort- und Weiterbildungen.

Für den Umgang mit Kindern mit Behinderung, Entwicklungsverzögerungen und Verhaltensauffälligkeiten im Schul- und Kitaalltag ist das Werk „Besondere Kinder“ eine große Stütze. Schulen und Kindertagesstätten erhalten neben hilfreichen Informationen und Arbeitshilfen auch die Möglichkeit, Entwicklungsberichte und Förderpläne, schnell und einfach mithilfe der einsatzfertigen Textbausteinen zu verfassen. So gelingt es den Pädagogen, den mit der Inklusion verbundenen Aufwand im Alltag zu reduzieren.  

Für einen fachmännischen Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten und Entwicklungsverzögerung:

Besondere Kinder

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So gelingt Lehrkräften der Umgang mit Flüchtlingskindern und -jugendlichen in der Schule

Flüchtlingskinder und -jugendliche in der Schule

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Bedingungen für Inklusion an Schulen 

Wie der VDE mitteilt, gibt es mittlerweile an mehr als jeder zweiten Schule inklusive Lerngruppen (54 Prozent), doch nur 16 Prozent der befragten Lehrkräfte gaben an, dass ihre Schule vollständig barrierefrei ist. Dass Kinder und Jugendliche, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, auch ihr Klassenzimmer erreichen können müssen, steht außer Frage. Doch was wird noch benötigt, damit Inklusion an der Schule gelingen kann? Zu den konkreten Bedingungen gehören: 

  • Anpassung des Personalbedarfs
  • Zusammenarbeit von Lehrern und Pädagogen in multiprofessionellen Teams 
  • fachliche Fort- und Weiterbildung 
  • bauliche, technische und digitale Barrierefreiheit
  • flexible schulorganisatorische Rahmenbedingungen (Blockunterricht, individuelle Pausen etc.)
  • Reflexion der Einstellungen und Haltungen von Lehrkräften, Schülern und Eltern 
  • didaktisch angepasste Rahmenbedingungen 
  • Angebot dialogischer, kooperativer, offener Lernformen und Differenzierungen

Ob ihre Schule oder Kita außerdem die wesentlichen Merkmale der Inklusion erfüllt, können Schulleiter, Lehrkräfte und Erzieher mithilfe des Werks „Besondere Kinder“ ganz schnell feststellen. 

Quellen: VBE„Besondere Kinder“

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