Bildung, Erziehung und Soziales

Kindeswohlgefährdung: Mit dieser Checkliste erkennen ErzieherInnen Anzeichen häuslicher Gewalt

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ErzieherInnen und PädagogInen müssen nicht nur stets ein wachsames Auge auf ihre Schützlinge haben, sie sind auch wichtige Zeugen, sollte es zu einem Kindeswohlverfahren kommen. Dafür ist eine ausführliche Dokumentation notwendig. Diese Checkliste hilft, Beobachtungen festzuhalten.

Kindeswohlgefährdung: Anzeichen häuslicher Gewalt beim Kind

Mithilfe dieser Checkliste können Verantwortliche jede Beobachtung sofort festhalten und die Liste als Grundlage für Elterngespräche oder Kindeswohlverfahren nutzen. Um häusliche Gewalt zu erkennen, hilft es zudem, auch das Verhalten der Mutter zu dokumentieren.

Was Beobachtet Wann      Von wem
 Kind wirkt bedrückt, traurig, kann sich nicht freuen.      
 Kind ist laut, wild, aggressiv.      
 Kind spielt aggressive Szenen.      
 Kind zeigt extreme Unruhe und Nervösität.      
 Kind ist extrem ängstlich.      
 Kind ist überangepasst - versucht, nichts falsch zu machen.      
 Kind klammert sich an die Mutter, möchte sie nicht alleine lassen.      
 Kind zeigt Distanzlosigkeit.      
 Kind legitimiert eigenes gewalttätiges Verhalten ("Ich darf das", "Das war
 doch ganz
 harmlos" etc.)
     
 Kind kann sich schlecht konzentrieren. Ist abgelenkt, hängt eignen
 Gedanken nach.
     
 Die schulische Leistungsfähigkeit sinkt ab.      
 Kind hat Schwierigkeiten, positive Freundschaften aufzubauen.      
 Kind zieht sich komplett zurück.      
 Kind hat Schwierigkeiten in der konstruktiven Konfliktbewältigung.      
 Kind zeigt Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung.      
 Kind zeigt Symptome einer Essstörung (bereits Kleinkinder
 verweigern die Nahrung).
     
 Kind zeigt Selbstberuhigungsmechanismen wie Schaukeln von
 Kopf oder Oberkörper,
 Summen o.Ä.
     
 Kind zeigt wenig Interesse an seiner Umwelt.      
 Kind sucht keinen Kontakt zu anderen.      
 Kind zeigt eine Störung der Impulskontrolle.      
 Kind zeigt Symptome einer Frozen Watchfulness (es sitzt wie erstarrt
 da und beobachtet
 aus den Augenwinkeln seine Umgebung).
     
 Kind zeigt eine motorische Unruhe.      
 Kind zeigt Schwierigkeiten, sich einen Handlungsplan zu erstellen.      
 Kind zeigt Schlafstörungen.      
 Kind fällt in seiner Entwicklung zurück (spricht z. B. wieder in
 der Babysprache).
     
 Kind beginnt wieder einzukoten und/oder einzunässen.      
 Kind/Jugendlicher zeigt selbstverletzendes Verhalten.      
 Kind/Jugendlicher konsumiert Drogen.      
 Junge spricht schlecht/abwertend über Mädchen/Frauen.      
 Kind/Jugendlicher zeigt suizidale Tendenzen.      
 Kind/Jugendlicher geht Freundschaften oder Partnerschaften ein, die
 sehr intensiv und/oder schädigend sind.
     
 Verhinderung von Selbstständigkeit.      

Kindeswohlgefährdung: Folgende Symptome der Mutter können Hinweise auf häusliche Gewalt sein

Was Beobachtet Wann Von wem
 Psychosomatische Beschwerden      
 verschiedene Verletzungen in unterschiedlichen Heilungsstadien      
 Erklärungen passen nicht zu den Vereltzungen oder wirken sehr konstruiert.      
 depressive Verstimmungen, suizidale Tendenzen      
 kontrollierender Partner      
 fehlende Zähne (vor allem Schneidezähne)      
 Einschränkungen der Hörfähigkeit      
 Einschränkungen der Sehfähigkeit      
 Mutter wirkt unruhig, nervös, gehetzt.      
 Mutter wirkt niedergeschlagen, ängstlich, verzweifelt.      
 Mutter konsumiert Alkohol oder Drogen.      
 Mutter zeigt nur geringes Selbstwertgefühl.      

Definition "Kindeswohlgefährdung"

Aus juristischer Sicht, also gemäß der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, ist unter Kindeswohlgefährdung "eine gegenwärtige, in einem solchem Maße vorhandene Gefahr, dass sich bei deren weiteren Entwicklung eine erhebliche Schädigung mit ziemlicher Sicherheit voraussagen lässt." (BGH FamRZ 1956, 350), zu verstehen.

Häusliche Gewalt ist nur eine Form von Gewalt, die Kindern oft schon in jungen Jahren begegnet. Damit ErzieherInnen und PädagogInnen auch psychische Gewalt oder Misshandlung schnell erkennen und dokumentieren können, gibt es die "Vorlagenmappe Kindeswohlgefährdung". Diese Vorlagensammlung enthält alle Hilfsmittel, die zum professionellen Handeln beim Verdacht auf eine Kindeswohlgefährdung benötigt werden.

Quelle: "Vorlagenmappe Kindeswohlgefährdung"

 

Die Mappe enthält alle notwendigen Checklisten und Vorlagen, sodass Fachkräfte in sensiblen Situation professionell handeln können. Jetzt informieren!
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