Bildung, Erziehung und Soziales

Recht auf Ganztagsbetreuung für Grundschüler?

© Christian Schwier - Fotolia.com

Auch wenn die Sondierungsgespräche zwischen Union, Grüne und FDP gescheitert sind, dürfte der Rechtsanspruch einer Ganztagsbetreuung für Grundschüler auch in künftigen Koalitionsverhandlungen wieder eine Rolle spielen. Dabei stellt sich jedoch die Frage, wie realistisch die Umsetzung eines solchen Rechtsanspruchs eigentlich wäre?

Einigkeit bei Rechtsanspruch einer Ganztagsbetreuung 

Eltern sollten nach den Sondierungsgesprächen zwischen Union, FDP und Grüne das Recht erhalten, dass ihr Kind bis zum Ende seiner Grundschulzeit ganztägig betreut wird. Darauf hatten sich die Parteien in ihren Verhandlungen zur Familienpolitik grundsätzlich geeinigt, wie die Rheinische Post berichtete. 

Es ist unwahrscheinlich, dass das Thema ganz vom Tisch ist. Denn die Debatte über einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an Schulen wurde auch schon vor den aktuellen Sondierungsgesprächen geführt. Doch wie realistisch wäre die Umsetzung eines solchen Rechtsanspruchs? Die Bertelsmann-Stiftung hat in einer Studie untersucht, wie viele Ganztagsplätze und Pädagogen erforderlich wären, um einen entsprechenden Rechtsanspruch realisierbar zu machen:

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Zehntausende Pädagogen fehlen, um das Recht auf Ganztagsbetreuung zu realisieren

Um bis zum Jahr 2025 für 80 % aller Schüler eine Ganztagsbetreuung zu ermöglichen, fehlen 3,3 Millionen Ganztagsplätze. Für eine vollständige Umstellung bis zum Jahr 2030 wären sogar 5,2 Millionen Plätze erforderlich. 

Insgesamt 47.600 zusätzliche Pädagogen müssten eingestellt werden, um 80 % aller Grundschüler bis 2025 ganztägig betreuen zu können – 31.400 Lehrkräfte und 16.200 sonstige Pädagogen. Allein dafür würden laut Studie zusätzliche Personalkosten in Höhe von 2,6 Milliarden Euro im Jahr anfallen. Um eine Vollversorgung bis 2030 gewährleisten zu können, würden sogar 72.600 Fachkräfte benötigt. 

Definierte Qualitätsstandards für Ganztagsschulen fehlen 

Hinzu kommt, dass übergreifende Konzepte und definierte Qualitätsstandards für die Ganztagsangebote fehlen. Zwar hat die Bundesregierung in den Jahren 2003 bis 2009 den Ausbau von Ganztagsschulen finanziell gefördert. Dies diente jedoch vorrangig der Schaffung entsprechender räumlicher Kapazitäten. Ein verbindliches Leitbild wurde hingegen nicht beschlossen. Zwar definierte die Kultusministerkonferenz den organisatorischen Rahmen und zeitliche Minimalstandards, die inhaltliche Ausgestaltung blieb aber Ländersache. Dies hat zu ganz unterschiedlichen Ganztagsschulmodellen geführt. 

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Quellen: RP Online, Bertelsmann-Stiftung, DStGB 

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