Bildung, Erziehung und Soziales

Schütteltrauma: Wie Sie als Fachkraft die Symptome erkennen

© Ilka Burckhardt - Fotolia.com

Heftiges Schütteln kann bei Säuglingen und Kleinkindern bleibende Hirnschäden verursachen. Dennoch ist der Begriff „Schütteltrauma“ in der Bevölkerung kaum bekannt, wie die Bundesinitiative Frühe Hilfen herausgefunden hat. Es muss also Aufklärung stattfinden. Doch woran können Fachkräfte erkennen, ob ein Säugling ein Schütteltrauma erlitten hat und womöglich eine Kindeswohlgefährdung vorliegt?

Schütteltrauma ist in der Bevölkerung kaum bekannt

Ein Schütteltrauma bezeichnet eine Hirnverletzung, die dann entsteht, wenn Eltern oder Betreuungspersonal einen Säugling oder ein Kleinkind heftig schütteln. Da Babys ihren Kopf noch nicht selbstständig halten können, wird ihr Gehirn dabei im Schädel hin und her geschleudert. Die Folge: Blutgefäße und Nervenbahnen können reißen, wodurch bleibende körperliche sowie geistige Schäden verursacht werden können.  

Trotz des immensen Schadens für das Kleinkind ist das Schütteltrauma in der Bevölkerung kaum bekannt, wie die Bundesinitiative Frühe Hilfen in einer repräsentativen Telefonumfrage herausgefunden hat. Etwas mehr als 1000 Männer und Frauen im Alter zwischen 16 und 49 Jahren hat die Initiative befragt und Folgendes ermittelt: 

  • 42 % der Befragten haben den Begriff „Schütteltrauma“ noch nie gehört.
  • 18 % glauben, dass Säuglinge manchmal nur schreien, um ihre Eltern oder das Betreuungspersonal zu ärgern. 
  • Immerhin 79 % stimmen der Aussage zu, dass man Babys niemals schütteln darf.
  • 24 % meinen, dass das Schütteln den Babys nicht schaden würde.

Aus Sicht der Initiative besteht dringender Aufklärungsbedarf zu diesem Thema, weshalb sie nun das „Bündnis gegen Schütteltrauma“ gegründet hat, dem sich 23 Verbände, Vereine und Institutionen angeschlossen haben. 

Die Symptome von Schütteltrauma

Es reicht nur ein kurzer Moment, in dem Eltern oder das Betreuungspersonal die Kontrolle verlieren und das Kleinkind schütteln – mit gravierenden Folgen für das Kind. Erste Symptome der Verletzungen, die durch dieses Schütteln entstehen, sind: 

  • Blässe
  • Reizbarkeit
  • Apathie
  • Erbrechen
  • Krampfanfälle
  • Atemstillstand 

Bei etwa 100 bis 200 Säuglingen und Kleinkindern wird in Deutschland laut Bundesinitiative jährlich ein Schütteltrauma diagnostiziert. Zehn bis 30 % sterben an den Folgen. Bei zwei Dritteln dieser Säuglinge treten als Folge des Schütteltraumas chronische Schäden auf.

Sollten Sie als Fachkraft aufgrund der genannten Anzeichen einen Anfangsverdacht auf Kindeswohlgefährdung haben, müssen Sie diesen richtig einschätzen und dokumentieren, um korrekt handeln zu können. Dabei unterstützt Sie die „Vorlagenmappe Kindeswohlgefährdung“. Sie wurde von Experten aus der Praxis entwickelt und enthält alle erforderlichen Checklisten und Vorlagen, um Kindeswohlgefährdungen rechtzeitig festzustellen und rechtssicher zu handeln. 

Die Mappe enthält alle notwendigen Checklisten und Vorlagen, sodass Fachkräfte in sensiblen Situation professionell handeln können. Jetzt informieren!

Schütteltrauma: Wie viel Schreien ist normal? 

Lang anhaltendes Babyschreien gilt als Hauptauslöser für das gewaltsame Schütteln eines Säuglings, wie die Bundesinitiative in ihrem Faktenblatt zum Schütteltrauma aufklärt. Dabei sei vielen nicht bewusst, dass es im ersten Lebensjahr eine „Hauptschreiphase“ gibt. Am häufigsten würden die Kleinen zwischen der zweiten und sechsten Lebenswoche schreien und dann seien mehr als zweieinhalb Stunden am Tag normal.  

Was tun, wenn das Baby nicht aufhört zu schreien? 

Wenn der Säugling nicht aufhört zu schreien, die Nerven aber schon längst blank liegen, empfiehlt die Bundesinitiative das Baby an einem sicheren Ort abzulegen und den Raum zumindest kurz zu verlassen, um sich zu beruhigen oder Hilfe zu holen.  

Quellen: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Nationales Zentrum Frühe Hilfen 

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