Bildung, Erziehung und Soziales

Sicherheitstechnik: Schutz vor Gewalt, Vandalismus und Einbruch an Schulen

© titikul_b- Fotolia.com

Sobald es im Herbst früher dunkel wird, steigt die Zahl der Einbrüche. Die Verbrecher machen dabei auch nicht vor Schulen und Kitas Halt. Deshalb und weil Gewalt und Vandalismus an deutschen Schulen in den vergangenen Jahren zugenommen haben, ist es für jede Bildungseinrichtung sinnvoll, ein Sicherheitskonzept zu erarbeiten und technische Sicherheitsmaßnahmen zu installieren.

Immer wieder Einbrüche in Schulen

Erst Anfang Oktober wurde eine Schule in einer kleinen Gemeinde in Baden-Württemberg Opfer von Einbrechern: Mit einem gusseisernen Schachtdeckel zerschmetterten dort die Kriminellen eine Verbundglasscheibe und entwendeten u. a. einige Laptops. Ein Schulzentrum in Bayern muss sogar den zweiten Einbruch innerhalb eines Jahres verkraften. Ebenfalls Anfang Oktober drangen dort Einbrecher ein und hinterließen Schäden in Höhe von mehreren Tausend Euro. 

Aus den Medien ist nicht ersichtlich, ob an diesen Schulen Sicherheitstechniken installiert waren oder nicht. Solche Maßnahmen kommen jedoch meist zu kurz, weil die meisten Schulen mit ihrem Budget sehr Bedacht umgehen müssen. Bedenkt man aber, dass Einbrüche und Vandalismus hohe Kosten verursachen, kann sich die Investition für jede Schule lohnen. 

Sicherheitskonzept auf jede Schule individuell zuschneiden

Bevor jedoch technische Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden, sollte ein Sicherheitskonzept vorliegen, das anhand einer Risikoanalyse individuell auf jede Schule zugeschnitten ist. Bei der Kategorisierung möglicher Gefahren können folgende Stichpunkte bedacht werden: 

  • herkömmliche Kriminalität, wie Einbruch
  • Vandalismus, Beschädigung oder Zerstörung von Schuleigentum
  • Bedrohungslagen wie Brand- oder Gasalarm, Bombendrohung, Naturkatastrophen
  • schwere Unfälle innerhalb des Schulgebäudes wie Explosionen oder Vergiftungen
  • Todesfälle ohne Fremdeinwirkung oder Suizid auf dem Schulgelände
  • jegliche Art von Gewaltdelikten. Dabei wird noch unterschieden, ob sich der Täter anschließend weiter auf dem Schulgelände befindet, sodass die Gefahrenlage nicht gebannt ist, oder das Gelände direkt nach der Tat verlassen hat. 

In der Praxis sind glücklicherweise nur wenige Schulen von solchen schrecklichen Ereignissen betroffen, doch sollte jede Schule auf den Ernstfall vorbereitet sein. Ausreichend Sicherheit schafft im Grunde nur das Zusammenspiel von organisatorischen, verhaltensorientierten und technischen Maßnahmen

Sicherheitstechnik: Technische Sicherheitsmaßnahmen für Schulen

Die moderne Sicherheitstechnik muss etwas leisten, das nur schwer vereinbar ist: Lehrer, Schüler und andere Mitarbeiter wollen sich vor und nach den Stunden, sowie während den Pausen frei auf dem Schulgelände bewegen können, Schulangehörigen dürfen nicht vor verriegelten Notausgängen stehen, wenn z. B. ein Feuer ausbricht und für die Rettungskräfte müssen die Rettungswege zugänglich bleiben. Gleichzeitig soll verhindert werden, dass Dritte das Gelände unangemeldet betreten können.

Von einfachen Schließzylindern, die den Einbrecher möglichst lange fernhalten, elektronischen Schließanlagen, die den herkömmlichen Schlüssel ersetzen, bis zu modernen Zutrittskontrollanlagen, die es der Schulleitung erlauben, selbst festzulegen, wer das Schulgelände betritt oder nicht, haben Schulen eine relativ große Auswahl an technischen Sicherheitsmaßnahmen. Für den schrecklichen Fall eines Amoklaufs, können zudem Klassenzimmer mit einem mechanischen Knaufzylindern oder einem elektronisch steuerbaren Panikschloss auch einzeln gesichert werden

Videoüberwachung 

Videoüberwachung – zumindest in gefährdeten Bereichen – kann potenzielle Straftäter abschrecken, bringt aber auch Probleme mit sich: Lehrer, Schüler und Personal könnten sich überwacht fühlen. Ob die Aufnahmen gespeichert werden dürfen, ist juristisch schwer umstritten. Außerdem muss die Videoüberwachung durch Hinweistafeln oder in einem Rundschreiben bei allen Beteiligten bekannt gemacht werden, um datenschutzrechtliche Anforderungen einzuhalten. 

Sicherheit an Schulen: kostengünstige Sofortmaßnahmen 

Viele Schulen fragen sich angesichts knapper Kassen, welche Sicherheitsmaßnahmen kostengünstig und zeitnah durchgeführt werden können. Hier ein paar Beispiele: 

  • Bäume, Büsche und Sträucher sollten zur Verbesserung der Sicherheit so weit zurückgeschnitten werden, dass Zugänge, Wege und Gebäude gut zu überblicken sind. 
  • Verbindungswege zwischen Schule und Freiflächen sowie dunkle Ecken müssen gut ausgeleuchtet werden. 
  • Müllcontainer oder Leitern, die sich im Außenbereich befinden, sollten gesichert aufbewahrt und Bänke fixiert werden, damit sie Einbrechern nicht als Aufstiegshilfe dienen. 
  • Kontrollgänge in Toiletten, Kellern, Gängen und weniger genutzten Räumen können intensiviert werden. Die Kontrolle sollte in unregelmäßigen Zeitabständen stattfinden.
  • Falls möglich sollten die Räume des Hausmeisters im Eingangsbereich oder in der Nähe des Eingangsbereiches liegen, damit dieser besser überblicken kann, wer das Gelände betritt. 

Sicherheitshandbuch für Bildungseinrichtungen 

Die Installation technischer Sicherheitsmaßnahmen ist keine Pflicht, sondern soll nur die Sicherheit der Schüler und des Lehrpersonals erhöhen. Dagegen haben alle Bildungseinrichtungen die Pflicht, die Anforderungen gemäß Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) einzuhalten. Das Werk "Sicherheitshandbuch für Bildungseinrichtungen" will Schulen, Kitas und andere Bildungseinrichtungen dabei unterstützen, ihre Pflichten rechtskonform zu erfüllen und bietet zahlreiche Informationen rund um die Themen Arbeitsschutz, Arbeitsstoffe, Gefährdungsbeurteilungen, Notfallmanagement, Brandschutz u. v. m. 

Quellen:  "Sicherheitshandbuch für Bildungseinrichtungen"Zollern-Alb-Kurier, Frankenpost

 

Kommentar schreiben
Captcha

Bitte geben Sie die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.
Mehr zum Thema Bildung, Erziehung und Soziales: