Geschäftsführung und Management

Ob Siemens, Daimler oder der Lkw-Bauer MAN – kein Unternehmen ist vor Korruption geschützt. Die Folgen dieser bekannten Korruptionsskandale: Viele Topmanager haben ihren Job verloren, die Unternehmen haben Millionen gezahlt. Doch eines bleibt: Der gute Ruf ist beschädigt. Ersparen Sie Ihrem Unternehmen dieses Schicksal und gehen Sie aktiv gegen Korruption vor!

Vorsicht vor korrupten Geschäftsgepflogenheiten in anderen Ländern

Um Ihr Unternehmen effektiv gegen Korruption zu schützen, müssen Sie als Geschäftsführer aktiv werden und die Korruptionsprävention als Teil der Unternehmenskultur etablieren. Eine funktionierende Compliance ist hier das A und O, um zu verhindern, dass es überhaupt zu solchen Geschäftsgebaren kommt. 

Zu Ihren Aufgaben gehört es, zu prüfen,

  • in welchen Bereichen das Unternehmen besonders anfällig für Korruption ist und 
  • ob es Geschäftspartner gibt oder in der Zukunft geben könnte, bei welchen ein hohes Korruptionsrisiko besteht. 

Dabei sollten Sie Ihren Fokus besonders auf  die unterschiedlichen „Geschäftsgepflogenheiten“ in anderen Ländern richten. Verlieren Sie jedoch die Geschäfte im eigenen Land nicht aus den Augen!

Korruption: Wer macht sich strafbar? 

Strafbar macht sich derjenige, der besticht (aktive Korruption), aber auch derjenige, der sich bestechen lässt (passive Korruption). Für die Täter stehen nicht nur hohe Geldstrafen, sondern auch langjährige Haftstrafen im Raum. Zudem kann der Gewinn, den das Unternehmen auf Basis des korrupten Handelns erwirtschaftet hat, wieder abgeschöpft werden. 

Korruption kann aber auch eine Straftat gegen den Wettbewerb darstellen, wenn z. B. Kartellabsprachen bei öffentlichen Ausschreibungen stattfinden. Solche Absprachen sind nach § 298 Strafgesetzbuch (StGB) strafbar. 

Ist Ihr Unternehmen international tätig, müssen Sie zusätzlich zu den nationalen Regelungen die Strafnorm des Gesetzes zur Bekämpfung internationaler Bestechung (IntBestG) und das EU-Bestechungsgesetz (EU-BestG) beachten. 

Korruption als Mittel des Vertriebs

Sie als Geschäftsführer müssen sämtliche Bereiche Ihres Unternehmens im Auge behalten, ein erhöhtes Risiko ist jedoch beim Auslandsvertrieb vorhanden. Besonders Sales Agents oder Consultants sind dem Korruptionsrisiko ausgesetzt. Weil ihre Provision im Wesentlichen davon abhängt, ob ein Vertrag zustande kommt oder nicht, geraten sie nicht selten unter Verdacht, einen Teil ihrer Provision dafür einzusetzen, um mittels Bestechung überhaupt zu einem Vertragsabschluss zu gelangen. 

Wie hoch das Risiko ist, hängt stark von den Geschäftsgepflogenheiten der jeweiligen Länder ab. Die gemeinnützige Organisation Transparency International, die an der Eindämmung von Korruption arbeitet, gibt in einer Liste einen guten Überblick über betroffene  Länder. 

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Was passiert, wenn die Korruption auffliegt?  

Nicht selten kommt die Korruption im Unternehmen durch einen Zufall ans Licht. Meist werden im Rahmen einer steuerlichen Prüfung Unregelmäßigkeiten entdeckt, die den Betriebsprüfer dazu veranlassen, tiefer zu graben. Dann ist es schnell passiert, dass die Steuerbehörde die Staatsanwaltschaft über den Verdacht der Korruption informiert, die ein Ermittlungsverfahren gegen Ihr Unternehmen eröffnen würde. 

Diente die Provision, die Unternehmen ihren Vertriebsmitarbeitern für den Vertragsabschluss gezahlt haben, der Bestechung, sodass sie gewinnmindernd verwendet wurde, kommt der Vorwurf der Steuerhinterziehung hinzu. 

Achtung: Auch wenn der Sales Agent sein korruptes Geschäft im Ausland abgeschlossen hat, ist diese Handlung nach deutschem Recht strafbar. 

Selbst wenn es sich erst einmal nur um einen Verdachtsfall handeln sollte, bleibt es häufig nicht dabei. Meist finden die Ermittlungsbehörden im Zuge von Durchsuchungen von Geschäftsräumen weitere Beweismittel, die den Korruptionsverdacht bestätigen. 

Wie Sie als Geschäftsführer die Durchsuchung von Geschäftsräumen verhindern können und wie Sie sich im Fall von weiteren Ermittlungen richtig verhalten, um nicht selbst wegen Steuerhinterziehung auf der Anklagebank zu landen, erfahren Sie im Praxishandbuch „Das GmbH-Recht“. Ein Muss für GmbH-Geschäftsführer und -Gesellschafter, die immer rechtssicher handeln wollen. 

Quelle: „Das GmbH-Recht“

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