Geschäftsführung und Management

Kassennachschau gemäß Abgabenordnung (AO) kommt

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Ab 1. Januar 2018 kann es jedem Betrieb, der eine elektronische Registrierkasse oder eine offene Ladenkasse nutzt, passieren, dass ein Prüfer des Finanzamtes unangekündigt im Geschäft steht und Zugriff auf die Kasse fordert. Diesen müssen sie ihm im Rahmen der "Kassennachschau" auch gewähren.

Kassennachschau als Kontrollinstrument 

Bereits 2010 hat der Gesetzgeber eine Kassenrichtlinie erlassen, um Manipulationen an den digitalen Kassensystemen mithilfe der Registrierkasse zu begegnen. Diese Richtlinie musste bis zum 31. Dezember 2016 umgesetzt werden und regelt, dass Kassensysteme über eine bestimmte Speicherfunktion sowie eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung verfügen müssen, die aus einem Sicherheitsmodul, einem Speichermedium und einer einheitlichen digitalen Schnittstelle besteht. 

Um sicherzustellen, dass diese neuen Kassensysteme tatsächlich in der Wirtschaft verwendet werden, und um weiteren Manipulationen entgegenzuwirken, hat der Gesetzgeber im Rahmen des neu geschaffenen § 146b AO die Kassennachschau eingeführt. 

Kassennachschau ist nicht an Außenprüfung gebunden  

Die Kassennachschau ermöglicht es Prüfern des Finanzamtes zu kontrollieren, ob die Aufzeichnungen und Buchungen von Kasseneinnahmen und Kassenausgaben ordnungsgemäß sind, und ob elektronische Aufzeichnungssysteme nach § 146a Abs. 1 AO vorschriftsmäßig eingesetzt werden.

Der Kontrolleur kann unangemeldet und außerhalb einer Außenprüfung kommen, auch wenn ein nahtloser Übergang in eine Außenprüfung möglich ist. Er darf das Geschäftsgrundstück bzw. die Geschäftsräume zu den üblichen Geschäfts- und Arbeitszeiten betreten. 

Der steuerpflichtige Geschäftsführer muss dem Prüfer auf Verlangen alle Aufzeichnungen, Bücher sowie für die Kassenführung erhebliche Unterlagen aushändigen. Liegen diese Unterlagen nur in digitaler Form vor, kann der Prüfer fordern, dass diese Daten über die digitale Schnittstelle übertragen oder auf einem Datenträger zur Verfügung gestellt werden – dies kann der Prüfer aber erst ab dem 1. Januar 2020 einfordern. Denn erst dann müssen Kassen über die einheitliche Schnittstelle verfügen. 

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Was bedeutet das Inkrafttreten der Kassennachschau für die Praxis? 

  1. Geschäftsführer/Kassenbetreiber müssen prüfen, ob das Kassensystem die Anforderungen der Kassenrichtlinie von 2010 erfüllt. Wenn nicht, besteht dringender Handlungsbedarf.
  2. Wurde das Kassensystem vor der Kassenrichtlinie 2010 in Betrieb genommen, muss geprüft werden, ob dieses den Anforderungen nach § 146a AO entspricht oder entsprechend nachgerüstet werden kann. Ist das nicht der Fall, muss ein neues Kassensystem erworben werden, das ab dem 1. Januar 2020 die gesetzlichen Anforderungen erfüllt. 
  3. Beschaffen sich Betreiber heute ein neues Kassensystem, müssen sie darauf achten, dass es auf die neuen Anforderungen gemäß § 146a AO nachrüstbar ist. Die Nachrüstung muss dann bis zum 31. Dezember 2022 abgeschlossen sein.

Jeder Geschäftsführer sollte nach Möglichkeit selbst das Kassensystem kennen und bedienen können. Er muss darauf achten, dass sämtliche Dokumentations- und Belegfunktionen der Kasse ordnungsgemäß funktionieren und alle Belege vollständig vorhanden sind.

Sie müssen sich also mit den geänderten Anforderungen auseinandersetzen, genauso wie GmbH-Geschäftsführer viele andere gesetzliche Vorgaben kennen müssen, um rechtssicher handeln zu können. Um sie dabei zu unterstützen, wurde das Produkt "Das neue GmbH-Recht" entwickelt. Neben Informationen zum aktuellen GmbH-Recht gibt das Werk Antworten zu den wichtigen Themen Finanzierung, Steuern, Management oder auch Bilanzierung

Quelle: "Das neue GmbH-Recht"

 

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