Gesundheitswesen und Pflege

Beschäftigung für Senioren in der Tagespflege

© Gerhard Seybert - Fotolia.com

Um die Attraktivität einer Tagespflege sicherzustellen, benötigen Betreiber kreative Beschäftigungsangebote. Diese zu finden, ist besonders in der kalten Jahreszeit schwierig, wenn Pflegekräfte und Betreuer aufgrund der Witterung nicht die Möglichkeit haben, mit den Besuchern die Einrichtung zu verlasen. Worauf es bei der Auswahl von Beschäftigungsangeboten ankommt, lesen Sie hier.

Auswahl einer "sinnvollen" Beschäftigung für Senioren

Die Schwierigkeit bei der Auswahl von Beschäftigungsangeboten und Betreuungskonzeptionen liegt darin, dass umfassende Untersuchungen und wissenschaftliche Evaluationen der Wirkung fehlen oder unzureichend sind. Insbesondere der Begriff "sinnvolle Beschäftigung" stellt für Pflegekräfte eine besondere Aufgabe dar.  Denn die Auswahl des richtigen Beschäftigungsangebotes hängt stark von der individuellen Lebensgeschichte eines Pflegebedürftigen ab.

So kann eine Frau, die ihr Leben der Sorge um die Kinder und den Haushalt gewidmet hatte, einem Bastelangebot wahrscheinlich nur wenig "Sinnvolles" abgewinnen. Andere dagegen passen ihr Verhalten an und sind bereit, ihre neu gewonnene Freizeit mit ganz neuen Aufgaben zu füllen. Letzteres wird künftig an Bedeutung gewinnen, denn die heutige Wertung von Freizeitgestaltung ist völlig anders als in der Generation der heute alten Menschen

Pflegekräfte dürfen zudem nicht außer Acht lassen, dass die Besucher der Tagespflege mit körperlichen Veränderungen wie Schwerhörigkeit und Sehschwäche oder Schmerzen zurechtkommen müssen. Immer mehr wird auch der kulturelle Aspekt in den Fokus rücken. 

Beschäftigung für Senioren: Umdeutung von Aufgaben 

Für die individuelle Auswahl eines Beschäftigungsangebots sind daraus zwei Leitaspekte abzuleiten: Zum einen sollte die Beschäftigung darauf ausgelegt sein, den Menschen in den Alltag zu integrieren, zum anderen sollte das Angebot einen Bezug zur Biografie haben.

Grundsätzlich sollten Pflegekräfte die Beschäftigung für Senioren so gestalten, dass sie zwar herausfordernd ist, aber möglichst zu Erfolgserlebnissen und nicht zu Frustration führt. Folgende Beschäftigungen kommen infrage: 

  • Umdeutung von Aufgaben: Eine Pflegekraft kann die zu pflegende Person dazu ermutigen, mit ihr gemeinsam alltägliche Aufgaben zu erfüllen wie z. B. die Wäsche in den Schrank einzuräumen. Die zu pflegende Person ist somit beschäftigt und "beaufsichtigt".  
  • Klassische Beschäftigungsangebote: Angebote wie Sitztanz, Singen, Basteln etc., die in der Gruppe durchgeführt werden. 
  • Optionale Beschäftigung: Angebote wie Singen, Sport, Lesegruppen sollten optional zusätzlich zu den anderen Beschäftigungen angeboten werden, immer zur selben Zeit stattfinden und nach festgelegten Regeln ablaufen. So wird eine Gewöhnung und Orientierung ermöglicht. 
  • Übergreifende Beschäftigungsangebote: Angebote wie Feste und Feiern richten sich an die gesamte Einrichtung. Typisch sind jahreszeitliche Feiern, wie Weihnachtsfeier, Sommerfest oder auch der Besuch eines Wochenmarktes. Diese Angebote sind zwar nicht individuell, ermöglichen den Besuchern aber eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. 

Für die Integration der Maßnahmen ist es außerdem wichtig, dass das Betreuungs- und Beschäftigungsangebot auf einem Modell bzw. einer formulierten Grundlage basiert wie 

  • die Beziehungspflege nach Böhm,
  • der personenzentrierte Ansatz nach Kitwood oder
  • eine validierende Grundhaltung. 

Die Auswahl hängt vom Träger der Einrichtung und von dessen fachlichen wie ideologischen Einstellung ab. 

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Beschäftigungsangebot für Senioren schriftlich festhalten  

Im Sinne des einrichtungsbezogenen Qualitätsmanagements, sollten Pflegekräfte die individuelle Tages- und Wochenstruktur des jeweiligen Pflegebedürftigen schriftlich planen, deren Durchführung dokumentieren und die Wirkung evaluieren

Die Rahmenkonzeption sollte sich demnach an den Grundsätzen zur Qualität in der Pflege und an den landesspezifischen Regelungen orientieren. Es ist sinnvoll, die einzelnen Beschäftigungsangebote in separaten Standards darzustellen, um das Gesamtkonzept flexibel und zielgruppenbezogen anpassen zu können. 

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Quelle: "Tagespflege kompakt" 

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