Gesundheitswesen und Pflege

Flexirente: Vorteile und Auswirkungen auf Pflegepersonen

© M.Dörr & M.Frommherz - Fotolia.com

Das Flexirentengesetz, das am 1. Juli 2017 vollständig in Kraft getreten ist, verspricht neue Möglichkeiten sowohl für diejenigen, die sich früher aus dem Arbeitsleben verabschieden wollen, aber auch für die, die länger arbeiten wollen. Auch pflegende Angehörige sollen von der Flexibilisierung des Renteneintritts profitieren.

Flexirente ermöglicht Flexibilisierung des Renteneintritts 

Das "Gesetz zur Flexibilisierung des Übergangs vom Erwerbsleben in den Ruhestand und zur Stärkung von Prävention und Rehabilitation im Erwerbsleben" – kurz Flexirentengesetz genannt – ist zu Teilen zum 1. Januar 2017 in Kraft getreten. Seit Juli 2017 gelten auch die restlichen Bestimmungen des Gesetzes.

Der Gesetzgeber beabsichtigt mit dem Gesetz eine Flexibilisierung des Renteneintritts und verspricht Vorteile sowohl für diejenigen, die frühzeitig in Rente gehen, aber auch für diejenigen, die über die Altersgrenze hinaus arbeiten möchten. Diese Grenze liegt momentan bei 65 Jahren und sechs Monaten. 

Vorteile bei vorzeitigem Rentenbeginn

Versicherte, die mindestens 35 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt haben, konnten sich schon vor der Flexirente ab dem 63. Lebensjahr frühzeitig aus der Arbeitswelt verabschieden. Dafür mussten sie jedoch Abschläge in Kauf nehmen, die viele mit einem Nebenjob ausgleichen wollten. Ihre Verdienstmöglichkeiten waren begrenzt auf 450 Euro monatlich und zweimal jährlich 900 Euro. Überstiegen sie diese Verdienstgrenze, wurde die Rente anteilig gekürzt. 

Mit der Flexirente können Arbeitnehmer seit dem 1. Juli 2017 bis zu 6.300 Euro im Jahr (also nicht mehr auf monatliche Verdienste beschränkt) verdienen, ohne dass ihnen die Rente gekürzt wird. Wird diese Verdienstgrenze überstiegen, werden 40 % vom hinausgehenden Verdienst und nicht von der Rente abgezogen.  

Vorteile für Arbeitnehmer, die über die Regelaltersgrenze hinaus arbeiten

Seit dem 1. Januar 2017 können Arbeitgeber, die über die Regelaltersgrenze hinaus arbeiten, mit dem Verdienst ihre Rente aufbessern. Denn der Arbeitnehmer bekommt mit der Flexirente die Möglichkeit, zu wählen, ob er die Beschäftigung über das Rentenalter hinaus versicherungsfrei ausführt oder Beiträge zur Versicherung einzahlt, und so seinen Rentenanspruch erhöht. 

Ausgleich von Rentenabschlägen 

Mit der Flexirente wurden auch die Bedingungen bezüglich der Abschlagszahlungen neu geregelt. Konnten Versicherte, die früher in Rente gehen wollten und mit Abschlägen rechnen mussten, bisher ab dem 55. Lebensjahr Abschläge ausgleichen, sind diese Abschlagszahlungen nun ab dem 50. Lebensjahr möglich. 

Mit dem "Praxishandbuch Pflegestärkungsgesetz" gelingt es Pflegeeinrichtungen, ein optimales Leistungsangebot zu gestalten. Jetzt bestellen!

Flexirente hat Auswirkungen auf Pflegepersonen in Altersrente 

Das Flexirentengesetz hat auch Auswirkungen auf die Rentenversicherungspflicht von Personen, die ehrenamtlich ihre Angehörigen pflegen oder als Pflegeperson arbeiten und sich in Altersrente befinden. Denn auch sie können seit dem 1, Januar 2017 die Höhe des Rentenanspruchs nach oben hin verändern. Seit dem 1. Juli 2017 haben Pflegepersonen zudem die Möglichkeit eine entsprechende Teilrente wegen Alters zu beziehen.

Wer überlegt, die Flexirente zu beantragen, muss sich individuell von Experten beraten lassen, um von den versprochenen Vorteilen profitieren zu können. Da Pflegedienstleister und Pflegeeinrichtungen oft Ansprechpartner auch für allgemeine Themen rund um Pflegetätigkeiten sind und auf solche Themen angesprochen werden, widmet sich ein Kapitel im Werk  "Praxishandbuch Pflegestärkungsgesetz" explizit dem Thema Flexirente und Pflegepersonen.

Pflegedienstleister, Pflegeheime oder Einrichtungsleiter in Wohlfahrtsverbänden profitieren zudem von diesem Buch, weil es alle relevanten Informationen zum SGB XI und den Pflegestärkungsgesetzen auf einen Blick zusammenfasst und mit einsatzfertigen Arbeitshilfen den Alltag erleichtert. 

Quellen: "Praxishandbuch Pflegestärkungsgesetz"Deutsche Rentenversicherung

Kommentar schreiben
Captcha

Bitte geben Sie die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.
Mehr zum Thema Gesundheitswesen und Pflege: