Gesundheitswesen und Pflege

Generalistische Pflege: Geteilte Meinungen zum neuen Pflegeberufsgesetz

© Bundesregierung / Steffen Kugler, Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe

Am 20. Januar hat das Bundeskabinett den Gesetzesentwurf zur Reform der Pflegeberufe beschlossen. Er soll die bisherigen drei Berufsbilder der Gesundheits- und Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege zu einer gemeinsamen generalistischen Ausbildung zusammenführen.

Über die Umsetzung der Reform wurde viele Jahre kontrovers diskutiert.

Vertreter aus Politik, Berufsverbänden und den Pflegewissenschaften waren sehr unterschiedlicher Ansicht, ob der Beruf durch die erweiterten Einsatzmöglichkeiten an Attraktivität gewinnt. Kritiker befürchteten stets eine Herabsetzung des Pflegeniveaus, da Ausbildungszeiten verkürzt werden müssten.

Kosten für die Ausbildung

Folgerichtig gingen die Meinungen nach dem nun verkündeten Kabinettsbeschluss weit auseinander:
Laut der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) ist die Reform „mit vielen Unsicherheiten behaftet“. Sie sieht z. B. die Finanzierungsfrage für die Krankenhäuser noch nicht ausreichend beantwortet.

Zudem sprach sich die DKG dafür aus, die Ausbildung der Kinderkrankenpflege „zumindest zunächst eigenständig fortzuführen". Zu dieser oftmals geäußerten Forderung entgegnete Gesundheitsminister Gröhe bereits an anderer Stelle, dass zwei der drei Jahre Ausbildungszeit bereits heute zusammen statt fänden.

Pflegeausbildung auf europäischem Niveau

Aus den Reihen der Pflegeverbände erhielt der Beschluss zur Ausbildungsreform hingegen viel Lob. Sowohl der Deutsche Pflegerat (DPR) als auch der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) begrüßen die neu geschaffenen Kompetenzprofile für die Pflege. Diese werden dringend benötigt, um der steigenden Zahl von Pflegebedürftigen gerecht zu werden. Mit der Reform nähere sich die Pflege in Deutschland darüber hinaus dem europäischen Ausbildungsniveau.

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