Gesundheitswesen und Pflege

GKV und KBV einigen sich auf mehr Honorar für niedergelassene Ärzte für 2018

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Der Erweiterte Bewertungsausschuss hat bezüglich der Honorarvereinbarung für niedergelassene Ärzte am 19. September 2017 eine Entscheidung gefällt. Insgesamt beläuft sich der Vergütungszuwachs 2018 auf rund 525 Millionen Euro. Beim Thema Laborleistungen ist die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) zudem einen Schritt weitergekommen. Grundsätzlich stößt das Ergebnis aber auf breite Kritik in der Ärzteschaft.

Honorar für Ärzte steigt: Das Ergebnis für 2018 

Die Forderungen der beiden Parteien gingen weit auseinander. Während die KBV eine Anhebung des Orientierungswerts von 2,4 Prozent forderte, wäre für den Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) eine Null-Runde das Wunschergebnis gewesen. Dennoch haben sich die Parteien auf eine Honorarsteigerung für niedergelassene Ärzte geeinigt: 

  • Orientierungswert: Der Orientierungswert und damit der Preis für alle ärztlichen und psychotherapeutischen Leistungen steigt ab 1. Januar 2018 um 1,18 Prozent auf 10,6543 Cent. Das entspricht einer Honorarerhöhung um rund 438 Millionen Euro. 
  • morbiditätsorientierte Vergütung: Laut KBV kommen rund 80 Millionen Euro hinzu, um den steigenden Behandlungsbedarf zu decken. Das entspricht einer Steigerung um 0,32 Prozent. Der GKV spricht von 100 Millionen Euro. 
  • Nachzahlung für 2015: 8,5 Millionen Euro werden an zwölf KV-Bereiche als Nachzahlung für das Jahr 2015 ausgezahlt. Der morbiditätsbedingte Behandlungsbedarf war in diesem Jahr stärker angestiegen, als ursprünglich erwartet worden war.

Die KBV hat in dieser Verhandlungsrunde erreicht, dass die Ausdeckelung von Laborleistungen aus der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung auf den Diskussionstisch kommt. Im Auftrag des Erweiterten Bewertungsausschuss werden KBV und der GKV-Spitzenverband über bessere Steuerungselemente verhandeln.  

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KBV und GKV: Verhandlungspflicht ist gesetzlich geregelt

Die KBV und der GKV-Spitzenverband sind gesetzlich verpflichtet, jährlich über die Morbiditätsentwicklung und die Anpassung des Orientierungswertes zu verhandeln. Dies geschieht im Rahmen des Erweiterten Bewertungsausschusses, dem auch drei unparteiische Mitglieder angehören. 

Steigt die Morbiditätsentwicklung und damit der Behandlungsbedarf in der Bevölkerung, müssen die Krankenkassen entsprechend mehr Geld zur Verfügung stellen. Das Gesetz sieht zudem vor, steigende Praxiskosten zu berücksichtigen. Daraus ergibt sich die Anpassung des Orientierungswertes. 

Nachdem der Erweiterte Bewertungsausschuss zunächst auf Bundesebene eine Entscheidung fällt, wird anschließend auf Landesebene über regionale Besonderheiten verhandelt. 

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Quellen: KBV, GKV-Spitzenverband, Deutsches Ärzteblatt 

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