Gesundheitswesen und Pflege

Impfen: Ängste und Vorbehalte überwinden

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Wie jedes Jahr veröffentlicht die Ständige Impfkommission (STIKO) Ende August die neuen Impfempfehlungen. Spätestens dann melden sich wieder sog. Impfkritiker zu Wort, die den Nutzen von Impfungen anzweifeln und stattdessen vor Impfschäden warnen.

Alarmierende Fallzahlen

Dabei sind die Gefahren des Nicht-Impfens besonders in diesem Jahr kaum zu übersehen: Seit Herbst 2014 erkrankten alleine in Berlin 1.355 Menschen an den Masern. Ein Kleinkind starb sogar infolge der Infektion. Auch in den USA, wo die Krankheit schon als ausgerottet galt, gab es mehrere Ausbrüche; im Frühjahr starb eine Frau an den Folgen der Masern. Die Mehrheit der Erkrankten war nicht geimpft, zumeist aus Unwissenheit, aber auch aus Angst vor den Nebenwirkungen.

Nun haben Wissenschaftler einen Weg gefunden, wie bei Menschen mit Impfskepsis die Vorbehalte reduziert werden können: Sie fanden heraus, dass die Nennung von unabhängigen Studien und Statistiken, die den Nutzen der Vakzine belegen, die Ablehnung eher verstärkten. Stattdessen präsentierten sie den Teilnehmern der Studie Personen, die aufgrund einer fehlenden Impfung schwere Krankheitsverläufe durchgemacht hatten. Durch diese persönlichen Erfahrungsberichte stieg bei den Teilnehmern die Impfbereitschaft signifikant.

Hintergrund

Um die Sorgen vor Impfrisiken zu verstehen, lohnt ein Blick auf das Jahr 1998. Der britische Arzt Andrew Wakefield veröffentlichte im Fachmagazin „Lancet“ eine Studie, die einen Zusammenhang  herstellte zwischen dem MMR-Kombinationsimpfstoff, der gegen Masern, Mumps und Röteln schützt, und späterem Autismus bei einer Gruppe von Kindern herstellte. Jahre danach wurde bekannt, dass Wakefield von Eltern autistischer Kinder, die einen Impfstoffhersteller verklagen wollten, Gelder erhalten hatte! Das Magazin „Lancet“ zog die Studie daraufhin zurück. Doch es war zu spät: In vielen Köpfen ist bis heute die Angst vor einem autistischen Kind stärker als vor den Folgen von Masern, Poliomyelitis, Röteln und vielen weiteren Viruserkrankungen, die durch eine Impfung vermieden werden.

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