Kommunales

Kommt der grüne Pfeil für Radfahrer?

© Björn Wylezich - Fotolia.com

Bei Rot über die Ampel - das dürfen bisher nur Autofahrer. Nun will Düsseldorf in einem Pilotprojekt den grünen Pfeil auch für Fahrradfahrer testen. Warum andere Länder schon begeistert sind.

Autofahrer nutzen ihn bereits. Den grünen Pfeil, der es ihnen erlaubt nach rechts abzubiegen, auch wenn die Ampel auf Rot geschaltet ist. Nun soll der grüne Pfeil auch für Fahrradfahrer kommen. Zumindest startet die NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf einen Pilotversuch.

Ausnahme für Düsseldorf von der StVO?

Ende April hat der Verkehrsausschuss des Düsseldorfer Stadtrates einen festen Grünpfeil an ausgewählten Ampeln beschlossen. Nun erarbeiten die Verkertsexperten eine Liste, an welchen Kreuzungen der grüne Pfeil getestet werden soll. Die Stadtverwaltung will daraufhin für diese Punkte eine Ausnahme von der Straßenverkehrsordnung (StVO) beim Verkehrsministerium des Landes beantragen.

Zwar ist die StVO Bundesrecht, für einen Modellversuch kann die oberste Landesbehörde jedoch eine Ausnahme genehmigen.

Die Vorteile des grünen Pfeils für Fahrradfahrer

Der grüne Pfeil für Radfahrer soll vor allem die Sicherheit für die Radler erhöhen

  • Gerade beim Rechtsabbiegen befinden sich Radfahrer oft im Toten Winkel, wenn sie neben Lkw, Bussen oder Autos stehen. Weil sie dann beim Abbiegen schlicht übersehen werden, kommt es zu Unfällen, die für den nicht motorisierten Verkehrsteilnehmer nicht selten mit lebensgefährlichen oder gar tödlichen Verletzungen enden.
  • Der grüne Pfeil würde zumindest den Radfahrern, die nach rechts abbiegen wollen, ermöglichen, den Kreuzungsbereich zu verlassen, bevor die Kraftfahrzeuge losfahren.

Andere Länder haben den grünen Pfeil für Radler schon lange

Was in Deutschland noch auf dem Prüfstand steht, ist in anderen Ländern längst Alltag. Zum Beispiel in Frankreich, den Niederlanden, Belgien und USA. In den Niederlanden gilt die Verordnung bereits seit 1990.

Seit 2013 läuft auch in Basel in der Schweiz ein Pilotversuch. Das Ergebnis der Stadt:

  • Weniger Konflikte zwischen Radfahrern und Fahrern von Kraftfahrzeugen
  • Das durchlässige Rot fördert den Verkehrsfluss: Fahrradfahrer müssen weniger warten, während Autofahrer freie Bahn beim Anfahren haben
  • Es gab keine Unfälle mehr: Basel hat für dieses Ergebnis das Verhalten von 40.000 Radfahrer ausgewertet.

Doch auch in Deutschland gibt es eine Stadt, die den Pfeil schon testet. Bereits 2006 ordnete die Verkehrssteuerung des Kreisverwaltungsreferats München die Verwendung des Grünpfeils für den Radverkehr an. Seit der Einführung an zwei Stellen in der Stadt habe es auch hier keinen Unfall mehr gegeben.

Grüner Pfeil eignet sich nicht an jeder Stelle

Die Ergebnisse zeigen aber auch, dass der Grünpfeil für Radfahrer nicht an allen Stellen geeignet ist. Zum Beispiel bei besonders engen Fahrspuren.

Auch muss noch geklärt werden, ob die Fahrradfahrer direkt durchfahren können, wenn sie einen grünen Pfeil sehen, oder erst zum Stehen kommen müssen.

Ein weiterer Punkt, der noch verhandelt werden muss, ist das Aussehen des "grünen Pfeils".

Bundesregierung ist noch verhalten bezüglich des grünen Pfeils

Die Bundesregierung ist noch verhalten, was das Thema angeht, hat es bisher sogar strikt abgelehnt. Doch nun scheint eine Trendwende zu kommen. Auf eine Initiative der Grünen hat sie Folgendes geantwortet:

"Es ist geplant im Rahmen der nächsten StVO-Novelle § 37 Absatz 2 Nummer 1 Satz 8 StVO im Hinblick auf Radsonderwege zu erweitern. Darüber hinaus soll die Bundesanstalt für Straßenwesen mit einer Untersuchung zur Klärung der Frage beauftragt werden, ob es unter Verkehrssicherheitsgesichtspunkten sinnvoll ist, die Grünpfeil-Regelung in Einzelfällen nur auf den Radverkehr beschränken zu können und ob dafür die Anforderungsvoraussetzungen der Allgemeine
Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung (VwV-StVO) im Hinblick
auf die unterschiedlichen Radwegeführungen modifiziert werden können."

Es gibt also Bewegung bei dem Thema. 

 

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Quellen: Fahrradportal, ADFC, Kölner Stadtanzeiger, Bundestag, Stadtportal München

 

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