Personal und Arbeitsrecht

Das Berufsbildungsgesetz hat sich seit 2005 bewährt

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Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat das Berufsbildungsgesetz (BBiG), das 2005 vollständig novelliert worden ist, evaluiert und dabei u. a. die Gelegenheit wahrgenommen, zu prüfen, inwieweit die 2005 eingeführten Neuerungen umgesetzt und wirksam geworden sind.

Das Berufsbildungsgesetz schafft die Rahmenbedingungen für die berufliche Bildung. Mit seinen bundeseinheitlichen Standards sichert es die hohe Qualität der Ausbildung und verbessert die Ausbildungschancen für junge Menschen, unabhängig von ihrer sozialen oder regionalen Herkunft.

Damit die duale Berufsausbildung weiterhin ein Garant für hohe Beschäftigung und wirtschaftliches Wachstum ist bzw. sein kann, darf die wandelnde Arbeitswelt nicht außer Acht gelassen – mit der Folge, dass immer wieder geprüft werden muss, ob und inwieweit das Gesetz evtl. an angepasst werden muss. Die Ergebnisse der aktuellen Evaluation hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung nun veröffentlicht.

Darin zeigt sich zusammenfassend, dass das BBiG sich bewährt hat. Die Novellierung von 2005 ist von der Praxis weitgehend und sehr gut aufgenommen worden.

Kernpunkte der Novelle 2005

Durch die Reform wurden u.a. folgende Kernpunkte umgesetzt:

  • Möglichkeit einer Teilzeitausbildung
  • Möglichkeit, zeitlich befristete Ausbildungsabschnitte im Ausland als Teil einer anerkannten Berufsausbildung im dualen System zu absolvieren
  • Neuerungen im Prüfungswesen wie die gestreckte Abschlussprüfung als alternative Prüfungsmethode 
  • Beitrag, die starren Grenzen zwischen betrieblicher und schulischer Berufsausbildung aufzulösen und zwischen Aus- und Fortbildung aufzuheben (neue Möglichkeiten der Anrechnung berufsschulischer Vorbildung und zur Zulassung berufsschulischer Absolventen zur Kammerprüfung) 
  • rechtliche Verankerung der Verbundausbildung
  • Möglichkeit einer gesonderten Prüfung und Bescheinigung von Zusatzqualifikationen, die über das Ausbildungsberufsbild hinaus vermittelt werden (damit auch Teile einer Aufstiegsfortbildung bereits während der Erstausbildung absolvierbar)

Ergebnisse aus der Evaluation des BBiG

Das BBiG biete sowohl einen verlässlichen rechtlichen Orientierungsrahmen als auch den erforderlichen Handlungsspielraum, um flexibel auf neue Herausforderungen reagieren zu können. Eine Notwendigkeit für grundlegende oder systemische Änderungen im Gesetzestext sehen die Evaluierenden daher nicht. Allerdings greift der Bericht einige Fragestellungen auf, die zwar keine gesetzgeberischen Handlungen notwendig machen, aber dennoch gesetzgeberisch möglich wären und zumeist klarstellende oder optimierende Charakter aufweisen – wie z.B. die Möglichkeit, Ausbildungsnachweise in elektronischer Form zu erstellen (§ 5 Abs. 2 Nr. 7 BBiG).

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