Personal und Arbeitsrecht

Demografischer Wandel in Unternehmen: 7 Tipps für Führungskräfte

© contrastwerkstatt - Fotolia.com

In Wirtschaft, Politik und Medien ist der demografische Wandel inzwischen zum Dauerthema geworden. Die Diskussion, wie es auf dem Arbeitsmarkt weitergeht, wenn die Bevölkerung immer älter wird, wird aber nur am Rande geführt. Unternehmen sollten dennoch jetzt schon auf diese Entwicklung reagieren und Maßnahmen treffen. Diese Tipps schaffen eine gute Basis dafür.

Demografie im Unternehmen: Ältere Arbeitnehmer bewusst fördern 

Es ist eine Herausforderung, die jedes Unternehmen früher oder später zu meistern hat: Die Belegschaft wird immer älter, zu wenige Junge kommen nach. Als Führungskraft oder Personalverantwortlicher müssen Sie lernen, mit der Situation umzugehen. Die folgenden sieben Tipps geben Ihnen dafür wertvolle Anregungen für Ihren Arbeitsalltag. 

1. Weiterbildung für ältere Arbeitnehmer fördern 

Viele Arbeitgeber investieren lieber in die Weiterbildung junger Mitarbeiter als in die der älteren Belegschaft. Der Gedankengang scheint verständlich: Der Jüngere bleibt länger im Unternehmen, die Investition erscheint gewinnbringender. Wird der demografische Wandel im Unternehmen aber erst richtig spürbar, geht diese Rechnung nicht mehr auf.

Deshalb sollten Führungskräfte und Personalverantwortliche das lebenslange Lernen der Mitarbeiter fördern und gerade älteren Beschäftigten Weiterbildungsangebote unterbreiten. So bleiben die Mitarbeiter engagiert sowie auf aktuellem Stand und fühlen sich durch das Lernen länger fit. 

2. Freiräume bieten und Stress reduzieren

Gerade die ältere Generation wird sich über mehr Freiraum im Arbeitsleben freuen. Denn sie bevorzugt Eigeninitiative und Selbstständigkeit bei gleichbleibender Verantwortung. Warum also nicht die Zügel locker lassen bei der Auswahl der Arbeitsmittel, der Pausenzeitgestaltung, den Arbeitszeiten oder der Arbeitsplanung? 

Führungskräfte sollten zudem bewusst darauf achten, ob sie gerade bei älteren Beschäftigten Anzeichen von Überforderung, Unterforderung oder Stress feststellen. Wenn das der Fall ist, lohnt es sich, mit dem jeweiligen Mitarbeiter eine individuelle Lösung für sein Problem zu finden. Er wird es ihnen mit Loyalität danken. 

3. Age-Management ausarbeiten

Führungskräfte sollten analysieren, wie sich Arbeitsprozesse hinsichtlich einer alternden Belegschaft verändern werden. So ist es z. B. erwiesen, dass ältere Mitarbeiter nicht öfter krank sind als junge, dafür bei Krankheit aber längere Zeit ausfallen. Maßnahmen wie Gesundheitsförderung und Prävention des betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM) könnten in diesem Fall ergriffen werden. 

Das Praxishandbuch für Schule und Betrieb bietet rechtssichere Erläuterungen und sofort einsetzbaren Arbeitshilfen. Bestellen Sie jetzt!

4. Ältere in Innovationsprojekte einbinden 

Überforderung wie Unterforderung wirken sich negativ auf die Arbeitsleistung aus. Gerade die ältere Belegschaft braucht hier mehr Balance. Ein Tätigkeiten-Mix aus körperlicher und geistiger Arbeit wäre ideal, um den Menschen zu fordern. Eine abwechslungsreiche Bürotätigkeit kann aber auch schon Abhilfe schaffen. Versuchen Sie also bewusst, ältere Mitarbeiter in Innovationsprojekte einzubinden. So haben diese einen Ausgleich und bleiben am Puls der Zeit. 

Die größte Herausforderung kann zur größten Bereicherung werden, wenn es Personalverantwortlichen gelingt, Jung und Alt so zu mischen, dass beide Generationen voneinander profitieren (z. B. in Form von Lerntandems – s. Punkt 7).

5. Jung führt Alt: Konflikte vermeiden 

Wenn ein junger Mitarbeiter eine Führungsposition bekleidet, sind Sie als Arbeitgeber besonders gefragt. Denn während der Jüngere seine Arbeitsweisen und -werte durchsetzen will, könnten sich die älteren Mitarbeiter mit ihrer Arbeits- und Lebenserfahrung nicht angemessen wertgeschätzt fühlen. Hier müssen Sie vermitteln. Wertschätzung und Vertrauen sind eine gute Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. 

6. Arbeitsplatz für Jung und Alt gestalten 

Bei der Gestaltung des Arbeitsplatzes haben ältere und jüngere Mitarbeiter meist unterschiedliche Ansprüche. Gerade Lärm kann in Verbindung mit Zeitdruck bei Älteren eher zu Stress führen als bei Jüngeren. Eine Lösung kann sein, das Team bei der Gestaltung des gemeinsamen Arbeitsplatzes einzubeziehen. So fördern Sie gleichzeitig den Zusammenhalt im Büro oder Betrieb. 

7. Wissenstransfer durch Mentoring und Tandembildung 

Betreiben Sie effektiv Wissenstransfer. Im Rahmen eines Mentoring-Programms können die älteren, erfahrenen Mitarbeiter ihr Wissen direkt an die jungen weitergeben. Davon profitieren Mentor und Mentee.

Fördern Sie außerdem Tandembildung. Dabei arbeiten junge und ältere Mitarbeiter gemeinsam an einem Projekt oder Lernfeld. So können junge Mitarbeiter vom Wissen und der Erfahrung der Älteren profitieren. Die Älteren können tragfähige Lösungen entwickeln und werden durch das Fachwissen sowie die frischen Ideen der jungen Mitarbeiter wieder animiert. 

Die Herausforderungen, die der demografische Wandel mitbringt, lassen sich also meistern, wenn Arbeitgeber das Potenzial der Mitarbeiter mit langer Berufserfahrung erkennen und ganz bewusst fördern. Außerdem muss die Zusammenarbeit von Jung und Alt ausgebaut werden. Die Förderung dieser Zusammenarbeit kann bereits in der Ausbildung thematisiert werden. So geht die junge Generation offener auf die Älteren zu und lernt deren Erfahrungsschatz wertzuschätzen. Alles, was sonst relevant für die Ausbildung ist, erfahren Ausbilder im Praxishandbuch "Das neue Berufsbildungsrecht", das mit über 150 Arbeitshilfen für jede Situation eine enorme Erleichterung für den Arbeitsalltag bietet. 

Quelle: psyGA

Kommentar schreiben
Captcha

Bitte geben Sie die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.
Mehr zum Thema Personal und Arbeitsrecht: