Personal und Arbeitsrecht

Erasmus+: Erfolgsmodell nicht nur für junge Menschen

© Ekaterina Pokrovsky – Fotolia.com

Ob Auslandspraktika oder ganzer Ausbildungsabschnitt im Ausland: Das Erasmus-Programm der EU feiert 30-jähriges Jubiläum. Anlässlich des Festakts, der am 24.01.2017 in Berlin stattfand, würdigte nicht nur die Bundesbildungsministerin Johanna Wanka das europäische Bildungsprogramm als Erfolgsgeschichte.

1987 ins Leben gerufen, um den Austausch von Studenten in Europa zu fördern, ist das Förderangebot unter der heutigen Dachmarke „Erasmus+“ sukzessive für Auszubildende, Schüler, für Personen aus dem Bildungsbereich (wie Ausbilder), für die Erwachsenenbildung und für die außerschulische Jugendarbeit ausgeweitet worden.

Damit haben besonders junge Menschen die Chance, mit Erasmus über den nationalen Tellerrand zu blicken, interkulturelle Kompetenzen zu gewinnen oder wertvolle internationale Erfahrungen zu sammeln. Gleichzeitig bietet sich mit diesem Programm aber auch für Unternehmen die Gelegenheit, z. B. durch Auslandspraktika das Engagement und die Selbstständigkeit ihrer Nachwuchsfachkräfte zu fördern.

Inzwischen haben fast 1,3 Mio. Studierende das EU-Programm genutzt, um in einem anderen europäischen Land zu studieren. Bis 2020 will die EU mehr als 4 Mio. Menschen fördern. Dafür ist ein Budget von fast 15 Mrd. Euro vorgesehen.

Es gibt aber auch Verbesserungspotenzial

Neben allem Lob sieht Achim Dercks, der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des DIHK, aber auch Verbesserungspotenzial bei der praktischen Umsetzung: Das EU-Programm sollte „noch stärker an die Besonderheiten der Beruflichen Bildung und die spezifischen Bedürfnisse von kleinen und mittleren Ausbildungsbetrieben an[gepasst werden]“ – u. a. mithilfe von schlankeren Antragsverfahren, einer Förderung sprachlicher und interkultureller Vorbereitungsmaßnahmen mit systematischer Lernbegleitung für Azubis sowie mit unternehmensnahen und professionellen Beratungs- und Unterstützungsstrukturen für kleine und mittlere Ausbildungsbetriebe.

Hintergrund: Ausbildung im Ausland

Jedes Unternehmen kann Auszubildende ins Ausland entsenden – ohne eine eigene Niederlassung oder ein Partnerunternehmen im Ausland zu haben. Dabei können Auszubildende laut Berufsbildungsgesetz (BBiG) bis zu einem Viertel der regulären Ausbildungszeit im Ausland verbringen – entweder im Block oder auch in einzelnen Abschnitten.

Voraussetzung ist, dass jeweils die Zustimmung des Betriebs und der Berufsschule vorliegen. Den Zeitpunkt können Unternehmen in Absprache mit dem Azubi selbst festlegen, um den Auslandsaufenthalt bestmöglich in den Ablauf der Ausbildung, den Rahmenplan, in die Prüfungstermine und in die betrieblichen Abläufe zu integrieren. Empfehlenswert ist der Aufenthalt nach der Zwischenprüfung bis zur Vorbereitung auf die Abschlussprüfung.

Über das Netzwerk Berufsbildung ohne Grenzen erhalten sowohl Unternehmen als auch Azubis Unterstützung bei der Planung, Organisation und Durchführung von Auslandsaufenthalten (z. B. bei der Kontaktvermittlung).

Quellen: Pressemitteilung des BMBF 005/2017 vom 24.01.2017www.dihk.de, www.berufsbildung-ohne-grenzen.de

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