Personal und Arbeitsrecht

Der Berufsbildungsbericht 2018 dokumentiert wie jedes Jahr die Situation auf dem Ausbildungsmarkt in Deutschland. Insbesondere lobt die Bundesministerin für Bildung und Forschung die duale Ausbildung, die nicht nur international hoch anerkannt ist, sondern auch hierzulande an Attraktivität gewinnt. Außerdem will sie die Ausbildungsbeteiligung in kleineren Betrieben stärken.

Berufsbildungsbericht: Abbruchquote ist nicht so hoch, wie berichtet

Die Vorstellung des diesjährigen Berufsbildungsberichts wurde schon vor der offiziellen Bekanntgabe der aktuellen Kennzahlen am 18. April 2018 durch Medienberichte überschattet. Denn einige Meldungen würden eine „verzehrte Darstellung der aktuellen Lage auf dem Ausbildungsmarkt“ wiedergeben, wie es die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek, bezeichnete. Die Meldung darüber, dass jeder vierte Auszubildende seine Ausbildung abbrechen würde, entspreche nicht den Tatsachen.

Diese Kennzahl beschreibt laut der Bundesbildungsministerin nicht die Abbrecherquote, sondern umfasst vielmehr die Auszubildenden, die ihren Vertrag vor Ausbildungsende aufgelöst haben. Etwa die Hälfte davon hat Karliczek zufolge ihre Ausbildung an einer anderen Stelle fortgesetzt oder eine Ausbildung in einem anderen Beruf angefangen. Die „wahre“ Quote der Abbrecher liege demnach in Wirklichkeit etwa bei 12 bis 13 Prozent.

Das ist die Situation auf dem Ausbildungsmarkt laut Berufsbildungsbericht

Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt für das Jahr 2017 wertet die Bundesministerin als gut. Insgesamt haben bis September 2017 laut Berufsbildungsbericht mehr als 520.000 Nachwuchskräfte einen neuen Ausbildungsvertrag unterschrieben. Damit ist ein leichter Anstieg um 3.000 Abschlüsse zum Vorjahr zu verzeichnen. Die rund 10.000 Geflüchteten, die 2017 einen Ausbildungsvertrag unterschrieben haben, tragen zu dieser positiven Entwicklung bei.

Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt sind nicht ausgewogen

Was noch nicht rund läuft, ist das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage: Während knapp 49.000 betriebliche Ausbildungsstellen 2017 unbesetzt geblieben sind, fanden 24.000 Bewerber keinen Ausbildungsplatz gefunden. Im September 2017 waren noch insgesamt 80.000 junge Menschen auf der Suche nach einer geeigneten Ausbildungsstelle.

Leer ausgegangen sind die meisten Bewerber in den Bundesländern NRW und Schleswig-Holstein. Den größten Bedarf an Auszubildenden verzeichnet der Berufsbildungsbericht in den neuen Bundesländern, aber auch in Bayern und Baden-Württemberg.

Werben Sie erfolgreich um die Gunst der Bewerber! Wie Sie Ihr Ausbildungsmarketing optimieren, erfahren Sie im Buch

Das neue Berufsbildungsrecht

mehr erfahren

Erfahren Sie als Ausbilder, wie Sie den besten Nachwuchs für die freien Ausbildungsplätze finden!

Ausbilder-FORUM 2018

mehr erfahren

Sparen Sie Zeit bei der Schulung Ihrer Auszubildenden mit der Software

Schulungsprogramm: Basiswissen für Auszubildende

mehr erfahren

Bundesministerin will Ausbildungsbeteiligung in kleineren Betrieben stärken

Nicht optimal ist auch die niedrige Zahl der ausbildenden Betriebe – nur jeder fünfte Betrieb in Deutschland bildet aus. Das will die neue Bundesministerin Karliczek ändern, indem sie die Ausbildungsbeteiligung in kleineren Betrieben stärkt: „Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass gerade die kleineren Betriebe es auf besondere Weise verstehen, Talente und Fähigkeiten von Menschen mit Herzblut und viel Engagement zu fördern. Davon profitieren die Auszubildenden heute und die Betriebe mit fähigen Fachkräften morgen“, sagte sie bei der Vorstellung des Berufsbildungsberichts. Als konkrete Maßnahme kündigte die Ministerin ein Sonderprogramm zur Erlangung der Ausbildungseignung (AEVO) an. (juse)

Quellen: Bundesministerium für Bildung und Forschung, Deutschlandfunk

War der Artikel hilfreich?
finde ich gut 0