TROS Laserstrahlung 2018: Änderungen in Teil „Allgemeines“, Teil 1 und Teil 3

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Neben der neuen Strahlenschutzverordnung (StrlSchV), die am 31.12.2018 in Kraft getreten ist, müssen Arbeitgeber im Gesundheitswesen die neu gefassten Technischen Regeln zur Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung (TROS Laserstrahlung) berücksichtigen. Diese wurden gegenüber der Fassung aus dem Jahr 2015 folgendermaßen angepasst.

 

Definition: TROS Laserstrahlung 

Die TROS Laserstrahlung bestehen aus vier Teilen, die im Rahmen ihres Anwendungsbereichs die Anforderungen der Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung (OStrV) und der Verordnung zur Arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) konkretisieren. 

TROS Laserstrahlung wurden 2018 angepasst 

Die TROS Laserstrahlung gliedert sich in die Teile „Allgemeines“, „Teil1“, „Teil 2“ und „Teil 3“. Am 21.11.2018 ist die neu gefasste Fassung dieser Technischen Regeln im GMBI erschienen. Während Teil 2 kaum geändert wurde, wurden in den restlichen Teilen u. a. folgende Änderungen vorgenommen.

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TROS Teil Allgemeines: Vorgaben zum Schutz der Beschäftigten vor direkten Gefährdungen der Augen und der Haut durch Laserstrahlung am Arbeitsplatz 

  • Die Anforderung an die Ausbildung von Laserschutzbeauftragten (LBS) wurde gelockert: Während es in der Fassung von 2015 noch hieß, dass derjenige LBS werden kann, der über eine entsprechende Berufsausbildung verfügt, kann laut neuer Fassung auch derjenige LBS werden, der eine vergleichbare (mindestens 2-jährige) Berufsausbildung nachweisen kann. 
  • In den Beispielen für Inhalt und Dauer der Lehreinheiten hinsichtlich der Ausbildung zum LBS wird in den TROS Laserstrahlung 2018 zwischen Lasereinrichtungen in der Medizin und in der Technik unterschieden. 
  • In der neu gefassten TROS Teil Allgemeines wurden außerdem Regelungen zur Anzahl von Laserschutzbeauftragten neu aufgenommen. 
  • Die Überprüfung und Anwendung von Verfahren und Anweisungen gehören nun auch zur Überwachung des sicheren Betriebs. 

TROS Teil 1 „Beurteilung der Gefährdung durch Laserstrahlung“

  • Der Punkt „Informationsquellen für die Gefährdungsbeurteilung“ enthält in der neu gefassten TROS Teil 1 einen neuen Aspekt: „Grundsätzlich sind diejenigen Maßnahmen zu realisieren, die Lasern der entsprechenden höheren Klasse zugeordnet sind.“ Hierfür muss zwischen den Betriebszuständen „Normalbetrieb“ und „Inbetriebnahme (Ingangsetzen), Einrichten, Probebetrieb, Stillsetzen, Wartung/Pflege, Instandsetzung und Störungen/Ausfälle“ unterschieden werden. 
  • Neu in TROS Teil 1 ist auch, dass der Arbeitgeber oder eine verantwortliche Person (ggf. LBS)  für die Überwachung des sicheren Betriebs im Rahmen der Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung regelmäßige Begehungen des Arbeitsbereichs vornehmen muss. Die Ergebnisse der Begehung sind als Teil der Gefährdungsbeurteilung zu dokumentieren. 
  • Der Unterpunkt „Gefährdungen durch indirekte Auswirkungen“ enthält in TROS Teil 1 2018 zwei neue Aspekte:
    • Zum einen wird insofern auf die inkohärente optische Strahlung eingegangen, dass bei Tätigkeiten an offenen Materialbearbeitungsanlagen und UV-Lasern von einer Expositionsgrenzwertüberschreitung auszugehen ist und deshalb die Pflichtvorsorge notwendig wird. 
    • Zum anderen muss gemäß neu gefasster TROS Teil 1 vor dem Betrieb des Ultrakurzpuls-Lasers geprüft werden, ob ionisierende Strahlung entstehen kann. 

TROS Teil 3 „Messungen und Berechnungen von Expositionen gegenüber Laserstrahlung“

  • Im Unterpunkt „Technische Schutzmaßnahmen“ wurde folgender Aspekt gestrichen: „Kann der Zugang zu Laserbereichen für nicht unterwiesene Personen nicht durch technische Maßnahmen gesichert werden, so sind persönliche Schutzmaßnahmen im  Laserbereich erforderlich und die Gefährdung ist z. B. durch Warnleuchten oder ein akustisches Signal anzuzeigen.“

TROS Teil 2, in dem keine relevanten Änderungen vorgenommen wurden, beschäftigt sich mit den „Messungen und Berechnungen von Expositionen gegenüber Laserstrahlung“.

Hinweis: Technische Regeln sind nicht rechtsverbindlich. Hält der Arbeitgeber diese jedoch ein, kann er davon ausgehen, dass er die Anforderungen der entsprechenden Verordnung erfüllt hat. 

Quellen: BAuA, Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), certlex.de 

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