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"Depression bei Kindern und Jugendlichen: Symptome, Ursachen und Behandlung"


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Depression bei Kindern und Jugendlichen: Symptome, Ursachen und Behandlung

© Daniel Jędzura – stock.adobe.com

Leistungsdruck in der Schule und Stress sorgen immer häufiger für Depressionen bei Kindern und Jugendlichen. So stieg z. B. die Anzahl neu diagnostizierter Depressionen bei Mädchen zwischen 10 und 14 Jahren zwischen 2019 und 2021 um 23 %. Diese Zahl ist alarmierend, weshalb sich neben den Eltern auch Lehrkräfte und andere pädagogische Fachkräfte für dieses Thema sensibilisieren müssen. Wie äußert sich eine Depression bei Kindern und was können Erwachsene tun?

Inhaltsverzeichnis

  1. Was bedeutet Depression bei Kindern?
  2. Aktuelle Statistik: Wie viele Kinder leiden unter Depression?
  3. Warum werden Kinder depressiv?
  4. Wie äußert sich Depression bei Kindern? – Symptome und Anzeichen
  5. Depression bei Kindern behandeln: Tipps für Pädagogen und Eltern

Was bedeutet Depression bei Kindern?

Eine Depression ist eine affektive Störung, die entweder einmalig auftreten kann (depressive Episode) oder in einen chronischen Verlauf mündet (rezidivierende Störung). Sie ist gekennzeichnet von negativen Gedanken, Mut-, Hoffnungs- und Lustlosigkeit sowie Antriebslosigkeit. Dabei können nicht nur Erwachsene an einer Depression erkranken, sondern auch Kinder und Jugendliche – das bestätigt u. a. die ICD-10-Diagnoseliste.

Der Beginn einer Depression kann schleichend oder akut einsetzen. Auch die Dauer der Erkrankung ist unterschiedlich und reicht von wenigen Wochen über viele Monate. Dabei können die Betroffenen die Erkrankung nur schwer durch eigene Willenskraft steuern oder beeinflussen. Daher sind sie verstärkt auf die Unterstützung ihres sozialen Umfelds angewiesen. Im Kindes- und Jugendalter sind das meist die Eltern oder andere Erziehungsberechtigte, Geschwister und der enge Freundeskreis.

Doch auch die Lehrkräfte der Kinder und Jugendlichen können den Verlauf einer Depression positiv beeinflussen. Außerdem sollten sie in der Lage sein, den Eltern im Rahmen der Elternarbeit beratend zur Seite zu stehen. Notfalls müssen sie die Erziehungsberechtigten auch über die Krankheit und Handlungsmöglichkeiten aufklären. Um diese Aufgabe zu meistern, müssen Lehrkräfte allerdings die gängigen Ursachen, Symptome und Behandlungsmethoden einer Depression bei Kindern kennen.

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Passend dazu gibt es den Praxisratgeber „Psychische Probleme im Klassenzimmer“. Mit ihm lassen sich nicht nur Anzeichen einer Depression bei Kindern erkennen, sondern auch Genesungsprozesse unterstützend begleiten und Präventionsmaßnahmen ableiten.

Aktuelle Statistik: Wie viele Kinder leiden unter Depression?

Laut des Statistischen Bundesamts wurden im Jahr 2017 5.790 Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren aufgrund einer Depression stationär betreut. Das sind ca. 2 % der Gesamtzahl aller diagnostizierten Personen in Deutschland, also inkl. der Erwachsenen. Allerdings stieg die Anzahl betroffener Kinder und Jugendlicher in den letzten Jahren besonders stark an. Im Jahr 2000 gab es 410 registrierte Fälle einer Depression bei Kindern – mittlerweile hat sich die Anzahl mehr als verzehnfacht.

Hinweis: Diese Zahlen stellen eine drastische Entwicklung dar. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass sich unsere heutige Gesellschaft weiterentwickelt hat und psychische Erkrankungen seltener ein Tabu-Thema sind. Dadurch fühlen sich mehr Menschen mit depressiven Symptomen ermutigt, medizinische Hilfe zu suchen, was aber gleichzeitig die Anzahl diagnostizierter Depressionen erhöht. Dennoch sind Eltern und Lehrkräfte nicht von ihrer Verantwortung befreit, die seelischen Sorgen und Probleme ihrer Kinder ernst zu nehmen.

Des Weiteren kamen durch die Corona-Pandemie weitere Faktoren hinzu, die die Anzahl an Depressionen bei Kindern erhöhten.

Depression bei Kindern durch Corona?

Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) kam bereits 2021 zu dem Ergebnis, dass die Zahl der Jugendlichen mit Anzeichen einer Depression im ersten Corona-Lockdown 2020 deutlich angestiegen ist. So kamen in diesem Jahr zusätzlich 477.000 Jugendliche im Alter von 16 bis 19 Jahren hinzu, die depressive Symptomen aufwiesen. Das entspricht einem Anstieg von 10 % vor der Pandemie auf 25 % nach dem ersten Lockdown.

Wesentlicher Grund hierfür dürfte insbesondere die soziale Isolation durch Kontaktbeschränkungen und Schulschließungen sein. Ein weiteres Problem der Corona-Pandemie entstand im Rahmen des Homeschoolings: Es begünstigte die soziale Ungleichheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Mehr dazu enthält der Beitrag „Homeschooling während Corona: Verschärft das Lernkonzept soziale Ungleichheit?“.

Aber auch nach der Pandemie bleibt die Frage: Warum werden Kinder überhaupt depressiv? Welche Ursachen liegen häufig zu Grunde?

Warum werden Kinder depressiv?

Die Ursachen für Depressionen bei Kindern und Jugendlichen können sehr vielfältig sein. So können zum einen genetische Veranlagungen eine Erkrankung begünstigen. Gibt es in der Familie bereits diagnostizierte Fälle, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass auch die Kinder an einer Depression erkranken.

Zum anderen kann eine Depression bei Kindern durch Umweltfaktoren bedingt sein. Wächst ein Kind z. B. ohne Zuwendung und Liebe der Eltern auf, fehlt ihm die Basis für eine gesunde Entwicklung. Es können aber auch äußere Faktoren eine Rolle spielen, wie die Scheidung oder der Tod der Eltern, sexueller Missbrauch oder andere Formen der Kindeswohlgefährdung sowie Mobbing in der Schule und in sozialen Netzwerken. Die Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) nennt in einer Statistik Stress als zentrale Ursache für Depressionen bei Kindern – bedingt durch Leistungsdruck, eine dauerbeschleunigende Gesellschaft, digitale Reizüberflutung, Mobbing und Versagensängste.

Bei Jugendlichen treten depressive Störungen vermehrt in der Pubertät auf. Sie nabeln sich von ihren Bezugspersonen ab und suchen die Zugehörigkeit zu anderen Jugendlichen. Gelingt das nicht, fühlen sie sich ungeliebt und unverstanden, ziehen sich zurück, verfangen sich in ihren negativen Gedanken und verletzen sich ggf. selbst. Das ist sehr gefährlich, denn Suizid ist bei Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren die vierthäufigste Todesursache (laut „UNICEF Bericht zur Situation der Kinder in der Welt 2021“).

Bevor es soweit kommt, zeigen sich depressive Störungen bei Kindern und Jugendliche meist durch unterschiedliche Symptome.

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Stress in der Schule oder zu Hause, aber auch Probleme wie Mobbing auf Social Media sind häufig Ursachen einer Depression bei Kindern. (Bild: © Rido – stock.adobe.com)

Wie äußert sich Depression bei Kindern? – Symptome und Anzeichen

Eine Depression bei Kindern zu diagnostizieren ist meist ein schwieriges Unterfangen. Selbst bei Erwachsenen ist die affektive Störung teils schwer nachzuweisen. Daher ist es umso wichtiger, bei einem Verdacht medizinische Hilfe aufzusuchen.

Um mögliche Anzeichen korrekt einordnen zu können, sollten auch Lehrkräfte und andere pädagogische Fachkräfte die gängigen Symptome einer Depression bei Kindern kennen.

Typische Symptome für eine Depression bei Kindern

Weist ein Kind oder Jugendlicher folgende Symptome in Kombination auf, kann dies nach ICD-10 ein Hinweis auf eine Depression sein:

  • Haupterscheinungsmerkmale:
    • Depressive, niedergeschlagene Stimmung
    • Antriebslosigkeit, Motivationsmangel
    • Verlust von Freude und Interesse, Teilnahmslosigkeit 
  • Zusätzliche Symptome:
    • Mangelnde Konzentrationsfähigkeit
    • Sinkendes Selbstwertgefühl
    • Minderwertigkeitskomplexe
    • Extreme Zukunftssorgen
    • Selbstmordgedanken
  • Mögliche physische Symtome:
    • Schlafstörungen, Albträume
    • Appetitlosigkeit oder veränderte Essgewohnheiten, Gewichtsabnahme

Ebenso können abfallende schulische Leistungen, wiederkehrende Wutausbrüche und selbstverletzendes Verhalten auf eine Depression bei Kindern hindeuten. Da diese Merkmale aber auch Rückschlüsse auf andere Auffälligkeiten zulassen (z. B. ADHS), ist es sehr schwierig, eine Depression im Kindesalter eindeutig zu diagnostizieren.

Besonderheiten der Diagnose bei Kindern und Jugendlichen

Im Unterschied zu Erwachsenen werden Kinder in ihrer Gefühlswelt oft nicht so ernst genommen. Ihre Emotionen wechseln meist sehr schnell in verschiedene Extreme und es braucht oft nicht viel, damit ein Kind wieder fröhlich ist. Selbst wenn sie nicht spielen wollen, keine Motivation haben oder oft müde sind, denken Erwachsene nur selten daran, dass eine Depression dahinterstecken könnte. 

Außerdem sind Phänomene wie Traurigkeit, Verzweiflung oder Probleme mit den Eltern oft regulärer Bestandteil der Pubertät und müssen nicht zwangsweise auf eine Depression hindeuten. Die mit der Pubertät einhergehenden physischen, psychischen und hormonellen Veränderungen stellen die Jugendlichen teils unter enorme psychische Belastungen.

Ein weiteres Problem ist, dass gerade jüngere Kinder ihre Gefühle meist noch nicht in Worte fassen können, sondern eher durch auffälliges Verhalten auf sich aufmerksam machen. Häufig berichten sie von körperlichen Beschwerden, wie Bauschmerzen oder Druckempfinden in der Brust. Auch eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen kann ggf. Anzeichen einer Depression beim Kind sein.

Deshalb ist es wichtig, Anzeichen für eine psychische Überforderung bei Kindern und Jugendlichen rechtzeitig zu erkennen. An dieser Stelle sind nicht nur die Eltern gefragt, sondern auch Lehrkräfte sowie pädagogische Fachkräfte.

Depression bei Kindern behandeln: Tipps für Pädagogen und Eltern

Das soziale Umfeld der Kinder und Jugendlichen sollte stets aufmerksam sein und die Anzeichen einer möglichen Depression korrekt interpretieren. Ist das Kind psychisch nicht in der Lage, zur Schule zu gehen oder sein Sozialleben aufrechtzuerhalten, benötigt es professionelle Hilfe. Daher sollten insbesondere die erwachsenen Bezugspersonen aktiv werden, also neben den Erziehungsberechtigten auch die Erzieherinnen und Erzieher oder Lehrkräfte.

Allgemeine Empfehlungen für Bezugspersonen

In jedem Fall sollten mehrfach Gespräche und Hilfe angeboten werden, auch wenn das Kind dies zunächst ablehnt. Gesprächsbereitschaft zu signalisieren, kann ein wesentlicher erster Schritt sein, auch wenn hier einiges an Geduld und mehreren Anläufen gefragt sein können. Diese Offenheit bildet die Grundlage dafür, dass sich die betroffenen Kinder oder Jugendlichen einer anderen Person anvertrauen.

Wichtig ist dabei, dass die Erwachsenen eine zuhörende Rolle einnehmen, die Probleme des Kinds ernst nehmen und Wertschätzung vermitteln. Auf keinen Fall sollten Trostversuche wie „Das wird schon wieder“ unternommen werden. Das signalisiert dem Kind oder Jugendlichen nur, dass das Umfeld auch keine Lösung für sein Problem hat, was die Sache noch verschlimmert.

Ärztliche Diagnose

Liegt nach entsprechenden Gesprächen und Anzeichen der Verdacht nahe, dass eine Depression beim Kind vorliegt, sollte eine medizinische bzw. psychologische Abklärung stattfinden. Ärztinnen und Ärzte sowie Therapeutinnen und Therapeuten erfassen die Diagnose anhand von Fragebögen auf Basis der ICD-10 Klassifikation.

Steht eine ärztliche Diagnose, wird erst einmal die Familie über die psychische Erkrankung aufgeklärt. Anschließend soll die Depression im Rahmen einer Psychotherapie behandelt werden, ggf. auch mithilfe von Antidepressiva. Letztere werden jedoch nur nach genauer Abwägung verabreicht und mit weiteren therapeutischen Maßnahmen begleitet. Je nach Fall kann auch der stationäre Aufenthalt in einer speziellen Klinik angebracht sein. 

Bleibt eine Depression bei Kindern unerkannt oder unbehandelt, kann sie chronisch verlaufen und ist im Umkehrschluss wesentlich schwerer zu behandeln. Eine rechtzeitige Behandlung ermöglicht hingegen einem Großteil der betroffenen Kinder und Jugendlichen, mit der Depression umzugehen und langfristig wieder herauszufinden.

Tipps für Lehrkräfte und Pädagogen

Im schulischen Kontext bietet sich z. B. eine Spieltherapie mit pädagogischen Spielen an, insbesondere bei kleineren Kindern. Damit sollen sie neue Verhaltensweisen erlernen, mit denen sie auf schwierige Situationen reagieren können. Gleichzeitig stärken die Kinder ihr Selbstbewusstsein und eignen sich Strategien zur Problemlösung an.

Zudem kann es helfen, Methoden der tiergestützten Pädagogik anzuwenden. Ebenso unterstützen Übungen zur Stärkung der Klassengemeinschaft dabei, den betroffenen Kindern und Jugendlichen ein Gefühl von Zusammenhalt zu vermitteln. Auch spezieller Projektunterricht zum Thema Mobbing kann für das Thema „Depression in der Schule“ sensibilisieren.

Quellen: „Besondere Kinder“, Kaufmännischen Krankenkasse (KKH), Statistisches Bundesamt, tagesschau.de, DAK Gesundheit

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