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"Digitalisierung Schule – Definition, Statistiken sowie Vor- und Nachteile"


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Digitalisierung Schule – Definition, Statistiken sowie Vor- und Nachteile

© contrastwerkstatt – stock.adobe.com

Gemäß einer Umfrage der Deutschen Telekom Stiftung nutzen bereits 73 % der Lehrkräfte in Deutschland mindestens einmal pro Woche digitale Medien im Unterricht. Allerdings fehlt noch an rund jeder dritten Schule ein entsprechendes Medienkonzept. Wie steht es um die Digitalisierung an Schulen in Deutschland und welche Gründe sprechen dafür oder dagegen, das Schulwesen weiter zu digitalisieren?

Inhaltsverzeichnis

  1. Was versteht man unter Digitalisierung in der Schule? – Definition
  2. Wie weit ist die Digitalisierung Schule in Deutschland? – Studie und Statistik
  3. Warum sollte die Schule digitalisiert werden? – Pro und Contra
  4. Digitalisierung Schule: Beispiele
  5. Fazit: Wie verändert die Digitalisierung Schule als Lernort?

Was versteht man unter Digitalisierung in der Schule? – Definition

Die Digitalisierung an Schulen umfasst den Einsatz digitaler Technologien im Schulalltag. Das beinhaltet nicht nur den verstärkten Umgang mit Computern, Tablets und Co., sondern auch eine grundsätzliche Anpassung des Schulsystems in bestimmten Bereichen. Denn derartige digitale Methoden müssen stets in einen pädagogischen Kontext gebracht werden, also auf das Lernen und Vermitteln von Kompetenzen ausgelegt sein.

Welche Felder die Schulen für eine umfangreichere Digitalisierung ausbauen sollten, gibt jedes Bundesland individuell vor. Dadurch ergeben sich allerdings auch Unterschiede beim aktuellen Ausbau der Digitalisierung an Schulen.

Wie weit ist die Digitalisierung Schule in Deutschland? – Studie und Statistik

In manchen Bereichen ist erkennbar, dass die Digitalisierung an Schulen in Deutschland stetig zunimmt. Während 2017 noch 50,1 % der Lehrkräfte wenigstens einmal wöchentliche digitale Medien für ihren Unterricht nutzten, stieg dieser Anteil im Jahr 2021 auf 73,3 % an (Länderindikator 2021, Deutsche Telekom Stiftung).

Auch interessant: In einigen Bundesländern ist die tägliche Nutzungsrate digitaler Medien im Unterricht besonders hoch. Hervorzuheben sind Bayern (68,6 %), Rheinland-Pfalz (53,5 %) und Bremen (47,4 %).

Doch gleichzeitig sorgte die Corona-Krise, in der die meisten Schulen zwangsweise auf digitale Alternativen zurückgreifen mussten, nicht für den gewünschten Antrieb in Sachen Digitalisierung. Nach einer Befragung des Branchenverbands Bitkom von 2023 bewerten 68 % der Eltern schulpflichtiger Kinder den Status quo der Digitalisierung ihrer Schule auf einer Schulnotenskala mit einer 4 oder schlechter.

Internationaler Vergleich

Schaut man sich den Fortschritt der Digitalisierung an Schulen im internationalen Vergleich an, schneidet Deutschland wenig fortschrittlich ab. In einer PISA-Sonderauswertung aus dem Jahr 2020 wurden Lehrkräfte u. a. gefragt, ob sie während der Corona-Pandemie eine digitale Plattform nutzen konnten, um ihre Schülerinnen und Schüler beim Lernen zu unterstützen. Dieser Aussage stimmten nur 30 % der Lehrkräfte in Deutschland zu, das entspricht dem 66. von 78 Plätzen. Am umfangreichsten ausgestattet waren Länder wie Singapur, Dänemark und Schweden.

Aber auch nach Auslaufen der Pandemie scheint Deutschland in Sachen digitale Schule Nachholbedarf zu haben. So ergab eine Fujitsu-Befragung aus 2022, dass nur 12 % der Schülerinnen und Schüler hierzulande mindestens einmal die Woche online zusammenarbeiten – in Dänemark beispielsweise sind es 86 %. Allerdings kam die Befragung auch zu dem Ergebnis, dass die meisten europäischen Länder bei der Vermittlung digitaler Kompetenzen Nachholbedarf aufzeigen.

Gleichzeitig sehen die Lehrkräfte aus Deutschland in fast allen Bereichen die Schulen am wenigsten in der Verantwortung, die Kompetenzen ihrer Schülerinnen und Schüler im Zusammenhang mit der Digitalisierung zu fördern (z. B. digitale Kompetenzen, Verantwortungsbewusstsein, kritisches Denken). Das ist das Ergebnis der IPSOS-Befragung der Vodafone Stiftung von November 2022, bei der über 3.000 Lehrkräfte in elf europäischen Ländern befragt wurden.

Digitalisierung Schule vs. Digitalpakt Schule

Der Fortschritt der Digitalisierung an Schulen hängt vornehmlich von den finanziellen Mitteln ab, die den Schulen zur Verfügung stehen. Neben zahlreichen Förderprogrammen soll v. a. der Digitalpakt Schule die nötigen Rahmenbedingungen schaffen. Er bietet den Ländern von 2019 bis 2024 insgesamt 6,5 Milliarden Euro für den Ausbau der Digitalisierung ihrer Schulen. Bis Ende 2022 betrug der Wert der bereits abgerufenen Mittel ca. 6,1 Milliarden Euro (4,128 Mrd. Euro beantragt, 1,976 Mrd. Euro abgeflossen).

Derzeit ist noch unklar, wie es nach Auslauf des Digitalpakts weitergeht. Zudem haben viele Schulen mit teils sehr komplexen Antragsverfahren und langen Wartezeiten zu kämpfen. Bestätigt wird das durch die große Differenz zwischen dem Wert der bereits beantragten Mittel und den tatsächlich ausgeschütteten Geldern. Dieser Umstand könnte die Digitalisierung an deutschen Schulen im internationalen Vergleich weiter ausbremsen.

Dabei kann eine durchdachte Digitalisierungsstrategie den Schulalltag enorm bereichern – solange die möglichen Risiken beachtet werden.

Warum sollte die Schule digitalisiert werden? – Pro und Contra

Laut Branchenverband Bitkom sehen 85 % der Eltern die Digitalisierung als Chance für Schulen. Viele beklagen jedoch gleichzeitig die bislang schlechte Ausstattung. Was steckt dahinter? Welche Vor- und Nachteile beeinflussen die Frage, ob eine Schule digitalisiert werden sollte?

Gründe für Digitalisierung Schule

Die Digitalisierung an Schulen unterstützt Lehrkräfte dabei, ihre Medienbildung zeitgemäß zu gestalten. Da Kinder immer früher mit digitalen Medien in Kontakt kommen, ist es umso wichtiger, diesen Umgang so früh wie möglich pädagogisch zu begleiten. Hierfür sollte es sich um einen möglichst bunten Mix aus verschiedenen digitalen Medien handeln, die in möglichst vielen Schulfächern genutzt werden.

So fördern die Schulen nicht nur die Medienkompetenzen ihrer Schülerinnen und Schüler, sondern können gleichzeitig über Themen wie Cybermobbing, Cybergrooming und Datenschutz im Internet aufklären. Außerdem lassen sich viele Unterrichtsinhalte mithilfe digitaler Medien anschaulicher erklären als mit einem schriftlichen Text aus einem Schulbuch. So kann die Digitalisierung der Schule auch für einen erhöhten Lernerfolg bei den Schülerinnen und Schülern sorgen.

Des Weiteren können Schulen das Thema Digitalisierung nutzen, um ihre Schulentwicklung voranzutreiben und interne Prozesse effizienter zu gestalten. So können Lehrkräfte z. B. mit KI-Tools gezielter auf die einzelnen Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen eingehen und sich administrative Aufgaben vereinfachen. Mehr dazu enthält der Beitrag „KI in der Schule: Fluch oder Segen? – Einsatzmöglichkeiten, Nutzen und Gefahren“.

Herausforderungen der Digitalisierung in der Schule

Die aktuelle Studienlage zeigt bereits, dass sich die Digitalisierung an Schulen in Deutschland teils nur mäßig fortentwickelt. Denn so attraktiv die Vorteile sind – für Schulträger und Schulleitungen ergibt sich (anfangs) ein erheblicher Mehraufwand.

  • Schulleitungen müssen dafür sorgen, dass die Lehrkräfte ihre digitalen Kompetenzen ausweiten und z. B. entsprechende Fortbildungen besuchen.
  • Sie haben sich um die technische Aufrüstung ihrer Einrichtung und die damit einhergehenden Auflagen des Datenschutzes zu kümmern. Das bringt weitere zeitliche wie finanzielle Aufwendungen mit sich.
  • Bürokratische Hürden, etwa bei der Beantragung von Fördermitteln, schrecken viele Schulen vor Investitionen in die Digitalisierung ab.

Hinzu kommt, dass jedes Land uneinheitliche Vorgaben zum Ausbau der Digitalisierung ihrer Schulen definiert. Dadurch ist die Digitalisierung nicht überall gleich weit fortgeschritten, was den Schülerinnen und Schülern ungleiche Lernchancen bereitet. Diese Benachteiligung kann sich verstärken, wenn z. B. sozial oder einkommensschwache Haushalte nicht im gleichen Umfang von der Digitalisierung profitieren.

Eine große Sorge vieler Eltern ist zudem, dass sich der zusätzliche Medienkonsum in der Schule negativ auf die ohnehin schon gestiegene private Nutzung digitaler Medien auswirkt. Tatsächlich gibt es Studien, die darauf hindeuten, dass z. B. die Konzentrationsfähigkeit von Kindern unter zu starkem Medienkonsum leidet. Denn neben der möglichen Reizüberflutung nehmen das Internet und Co. vielen Kindern und Jugendlichen das Denken ab, etwa beim Erledigen der Hausaufgaben.

Umso wichtiger ist es deshalb, dass sich Lehrkräfte und Schulleitungen vorab Gedanken machen, wie sie den Einsatz digitaler Mittel förderlich für das Lernverhalten ihrer Schülerinnen und Schüler ausbauen.

Digitalisierung Schule: Beispiele

Die Digitalisierung an Schulen lässt sich auf vielfältige Weise vorantreiben – angefangen bei der Infrastruktur und der technischen Ausstattung über die Qualifikation der Lehrkräfte bis zur Umgestaltung didaktischer Lernmethoden im Unterricht und einer organisatorischen Anpassung der Schulverwaltung.

Häufig genutzte Instrumente, die zur Digitalisierung des Unterrichts beitragen, sind z. B.:

  • Software wie PowerPoint oder andere Office-Programme
  • Videoplattformen (z. B. YouTube, Mediatheken)
  • Whiteboards
  • Dokumentenkameras
  • Digitale Lernspiele, Quizze und Hörbücher
  • Lern-Apps
  • KI-Tools

Solche Methoden sollten möglichst regelmäßig und in unterschiedlichen Schulfächern zum Einsatz kommen. So kann etwa ein kurzer Dokumentarfilm den Biologieunterricht anschaulicher gestalten, während die Schülerinnen und Schüler ihr neu erlangtes Wissen in Geografie in einem digitalen Quiz unter Beweis stellen.

Überdies eignet sich Projektunterricht dafür, die Digitalisierung im Unterricht zu vertiefen. Hier arbeiten die Kinder und Jugendlichen in Gruppen zusammen, um mit verschiedenen digitalen Medien über ein ausgewähltes Thema zu berichten. Auch Projektarbeiten zur Bedeutung der Digitalisierung und Auswirkungen auf den Alltag der Schülerinnen und Schüler sind möglich. Mehr Inspiration liefert der Beitrag „Was ist Projektunterricht? – Definition, Merkmale und Ideen“.

Aber auch Bereiche wie die Personalplanung und das Aufstellen von Stundenplänen lassen sich digitalisieren. Für Schulleitungen sind zudem die dienstlichen Beurteilungen ihrer Lehrkräfte besonders wichtig. Mit entsprechenden Programmen können sich Schulleitungen hier Zeit und Arbeit sparen, z. B. mit der Software „Dienstliche Beurteilungen und Leistungsberichte in der Schule schnell und sicher erstellen“. Sie enthält fertige Textbausteine, die an die Vorgaben der einzelnen Bundesländer angepasst sind.

 

Fazit: Wie verändert die Digitalisierung Schule als Lernort?

Digitale Lernangebote sorgen für einen Wandel des Schulsystems. Durch den steigenden privaten Medienkonsum verändert sich die Art und Weise, wie Kinder und Jugendliche lernen. Darauf müssen die Schulen reagieren, indem sie ein durchdachtes Medienkonzept entwickeln und ihre internen Strukturen anpassen.

Im internationalen Vergleich fällt auf, dass die Digitalisierung an deutschen Schulen teils noch unterdurchschnittlich weit fortgeschritten ist. Hier müssen sowohl die Politik als auch die Schulleitungen und Lehrkräfte entsprechend nachbessern, indem sie z. B. die vorhandenen Förderprogramme entbürokratisieren, passende Fortbildungen besuchen und die technische Ausstattung ihrer Schule aufstocken. 

Dabei ist darauf zu achten, dass der Einsatz digitaler Medien im Unterricht keine anderen Kompetenzen vernachlässigt, etwa die Schreibkompetenz oder Konzentrationsfähigkeit. Außerdem spielen Themen wie Datenschutz und IT-Sicherheit eine größere Rolle. Passende Fachinformationen dazu bietet das „Datenschutz-Paket für Schulen“. Es enthält sofort einsetzbare Checklisten und Vorlagen zur Unterweisung der Lehrkräfte. Jetzt informieren!

Quellen: Deutsches Schulportal, Deutsche Telekom Stiftung, Bitkom, Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Vodafone Stiftung Deutschland

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Digitalisierung

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