Sicherheit und Sauberkeit auf Baustellen

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Sauberkeit und Sicherheit gehören es zu jeder guten Arbeitsvorbereitung und Bauablaufplanung. Durch teils einfach Maßnahmen können Sach- und Personenschäden auf Baustellen verhindert und eine langfristig Baustelleneffizienz bewerkstelligt werden. Was gilt es für Bauleiter zu beachten? Wozu dient ein Baustellenplanungskonzept?

Inhaltsverzeichnis

  1. Grundsätze der Sauberkeit auf Baustellen
  2. Arbeiten mit groben Verschmutzungen und Gefahrstoffen
  3. Bewusstsein für Sauberkeit auf der Baustelle sorgen
  4. Verschmutzung durch Passanten und Anwohner
  5. Fazit

Neben gesundheitsrechtlichen Aspekten der Belegschaft und Anwohner spielen Aspekte der Materialpreisplanung und des Brandschutzes in puncto Kosten und Sicherheit auf Baustellen eine wichtige Rolle. Das gilt in besonderem Maße für Baumaterialien und deren Lagerung. Bauleiter und Vorarbeiter sollten stets darauf achten, dass ausreichend und geeignete Lagerflächen zur Verfügung stehen und Gefahrstoffe TRGS-konform gelagert werden. Dabei hilft eine Baustelleneinrichtungsplanung, die aber stets ein Grundmaß an Sauberkeit und Ordnung auf der Baustelle voraussetzt.

Grundsätze der Sauberkeit und Gesundheit auf Baustellen

Vorweg muss festgehalten werden, dass Baustellen zu unterschiedlichen Jahreszeiten zusätzliche Sicherheits- und Sauberkeitsvorkehrungen benötigen.

Grundsätzlich ist sicherzustellen, dass Beschäftigte sich gegen Witterung geschützt umkleiden, persönliche Schutzkleidung anlegen und reinigen, sich waschen und aufwärmen. Um Unfälle zu vermeiden müssen festgelegte Ruheräume für Ruhepausen existieren, die nicht mit den Arbeitsbereichen übereinstimmen. Das ermöglicht gleichzeitig eine Reduzierung von Verschmutzungen und steigert die Sauberkeit und Sicherheit auf der Baustelle.

Sanitäreinrichtungen müssen ganzjährig witterungsunabhängig nutzbar sein. Sie sollten nicht an exponierten Orten aufgestellt sein, um Einblicke, intensive Besonnung und vermeidbare Geruchsbelästigungen, zum Beispiel bei warmem Wetter, zu vermeiden. Wege und Zugänge zu diesen Einrichtungen sind über die gesamte Bauzeit zu berücksichtigen. Mit zunehmendem Baufortschritt sollten diese nicht zu lang werden. Bei kleinen Baustellenbesatzungen und kurzzeitigen Einsätzen können Sanitäreinrichtungen auch in unmittelbarer Nähe der Bau- oder Montagestelle zur Verfügung gestellt werden.

Sauberkeit und Sicherheit gehen stets miteinander einher – Gefahrstoffe sollten stets nach Klassen voneinander getrennt aufbewahrt werden, um Arbeitsunfälle zu vermeiden. Das Personal kann durch eine kurze Einweisung anhand der Baustelleneinrichtungsplanung für mögliche Gefahrenquellen sensibilisiert werden.

Arbeiten mit groben Verschmutzungen und Gefahrstoffen

Bei Arbeiten mit groben Verschmutzungen, Gefahrstoffen oder gefährlichen biologischen Arbeitsstoffen darf keine Verschleppung in die Aufenthalts- und Pausenbereiche erfolgen – Ablage- und Reinigungsmöglichkeiten für die Arbeits- und Schutzkleidung müssen außerhalb dieser Bereiche vorhanden sein.

Neben den Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) und dem Einfachen Maßnahmenkonzept Gefahrstoffe (EMKG) hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin praxisbezogene Handlungsunterstützungen erarbeitet. Dadurch wird der sichere Umgang mit Gefahrenstoffen erleichtert und optimiert.

Erkennt der Unternehmer im Rahmen seiner Gefährdungsbeurteilung besondere Gefahrenpotenziale aus bestimmten Tätigkeiten, kann eine arbeitsmedizinische Vorsorge (ArbMedVV) erforderlich sein (z.B. DGUV G 24 als Angebots- oder Pflichtvorsorge und/oder DGUV G 4). Ziel der ArbMedVV ist es, arbeitsbedingte Erkrankungen und Berufskrankheiten frühzeitig zu erkennen und zu verhindern. Das führt zu einem gleichzeitigen Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit und Weiterentwicklung des betrieblichen Gesundheitsschutzes.

An diesem Punkt können Unternehmen bereits stark in die Vorleistung gehen: Durch einfache Unterweisungen, Aushang bestimmter Sicherheitsregeln und Erstellung eines Hygienekonzeptes kann bereits im Vorfeld viel erreicht werden.

Bewusstsein für Hygiene auf der Baustelle schaffen

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Ab einer bestimmten Mitarbeiterzahl müssen zusätzliche Sanitäreinrichtungen geschaffen werden.
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Wer als Führungskraft hygienewidrige Arbeits- oder Verhaltensweisen durchgehen lässt, riskiert Ausfallzeiten sowie gebührenpflichtige Beanstandungen bei behördlichen Baustellenbegehungen. Dabei sind es einfache Dinge, die wesentlich zu einer guten Baustellenhygiene beitragen:

  • Bestimmung eines Hygiene-Verantwortlichen
  • Erforderlicher Platz und Ausstattung, die Zeit und auch die Mittel, in den Tagesunterkünften Sauberkeit und Ordnung zu halten
  • Stichprobenartige Kontrollen
  • Geeignete Abfallbehältnisse, Reinigungs- und Putzmittel und Handreinigungstücher
  • Geschützte Material- und Maschinenlagerung bis zur Weiterverarbeitung
  • Sorgsame Nutzung der Sanitäreinrichtungen und umgehende Beseitigung von Verschmutzungen
  • Dixi-Toiletten sollten nutzungsabhängig mit der entsprechenden persönlichen Schutzausrüstung (u.a. Visier) in festgelegten Intervallen fachkundig gereinigt werden.

Ab einer bestimmten Beschäftigtenzahl gelten laut ASR A4.1 weitere Anforderungen an die Hygiene auf Baustellen.

Checkliste für die Praxis

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Aufklärung der Mitarbeiter im Rahmen der Unterweisung über Nutzen und Wirkung hygienischer Grundsätze

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Festlegung möglichst konkrete Verhaltensweisen für die Einsatz- und Baustellensituationen

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An die jeweilige Arbeitssituation angepasste Arbeitskleidung und Schutzausrüstung

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Einhaltung der Arbeits- und Pausenzyklen

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Informierung aller Beschäftigten über Gefährdungen, welche bei Missachtung hygienischer Grundsätze entstehen können

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Ordnung und Sauberkeit als Thema bei den Baustellenbesuchen

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Einbeziehung der Mitarbeiter bei der Planung der Baustelleneinrichtung

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Ausreichende Sanitär- und Abfallcontainer

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Material und Gefahrstoffe separat in verschließbaren Containern lagern. 

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Gefahrstoffgebinde müssen CLP-konform gekennzeichnet sein.

Baustellenverschmutzung durch Passanten und Anwohner

Vor allem wenn bei innerstädtischen Baustellen Passanten oder Anwohnern der Zugang zu Mülltonen etc. erschwert wird, kann es zur zusätzlichen Verschmutzung der Baustelle kommen. Leider lässt sich das oft nicht vermeiden und Müll schlicht auf der Baustelle entsorgt. 

Um auf diese oder ähnliche Situationen angemessen reagieren zu können, sollten jede Woche zwei Arbeiter mit der Aufgabe der Müllbeseitigung beauftragt werden.

Ebenso beliebt wie das illegale Müllabladen an Baustellen ist das verwenden der Baustellen-Toiletten. Daher ist zu empfehlen, das baustelleneigene WC stets verschlossen zu halten und den Arbeitern bei Notwendigkeit einen Schlüssel bereitzulegen. Nach Feierabend und an Wochenenden sollte vor Verlassen der Baustelle auch die Toilette überprüft werden, damit es am nächsten Arbeitstag nicht zu unangenehmen Überraschungen kommt.

Fazit

Durch regelmäßiges Aufräumen und Sauberhalten der Baustelle können viele potenzielle Gefahrenherde bereits vor deren Entstehung verhindert werden. Bei täglicher fachgerechter Entsorgung der Baustellenabfälle und strukturierten Lagerung der Baumaterialien können Sach- und Personenschäden vermieden werden.

Quellen: Der Bauleiter (Juni 2018), Das Baustellenhandbuch Bauleitung, der bauschaden, BAuA, BG Bau

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