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Fachkräftemangel Logistik: Statistiken, Gründe und passende Gegenmaßnahmen

© tiero – stock.adobe.com

Seit Jahren weist die Logistikbranche einen anhaltenden Fachkräftemangel auf. Fast 50 % der Unternehmen haben derzeit mit fehlendem Personal zu kämpfen. Aktuelle Statistiken zeigen zudem, dass sich die Lage in den nächsten Jahrzehnten noch verschlimmern könnte. Daher sollten sich Logistikunternehmen frühzeitig mit den Gründen beschäftigen, die für die anhaltende Notlage verantwortlich sind – inklusive geeigneter Maßnahmen, die den Fachkräftemangel in der Logistik verringern.

Inhaltsverzeichnis

  1. Fachkräftemangel Logistik: Statistiken und Studien
  2. Gründe für Fachkräftemangel Logistik
  3. Maßnahmen gegen Fachkräftemangel Logistik – Was können Unternehmen tun?
  4. Fazit zum Fachkräftemangel Logistik

Fachkräftemangel Logistik: Statistiken und Studien

Es gibt bereits zahlreiche Studien und Statistiken, die den vorherrschenden Personalmangel in der Logistik untersuchen. So gibt es seit einiger Zeit immer mehr Neueinstellungen im Logistikbereich. Das Statistische Bundesamt (Destatis) ermittelte für den Sektor Lagerei im Jahr 2022 einen Anstieg um 2,7 % an Beschäftigten gegenüber 2021. Verglichen mit 2015 sind das sogar ca. 20 %. In der Güterbeförderung, insbesondere im Straßengüterverkehr, gibt es inzwischen 6,5 % mehr Arbeitnehmer als noch 2015.

Allerdings sinken in einigen Bereichen die Quoten für Neueinstellungen wieder. Laut Umfragen des ifo Instituts soll es in den nächsten Monaten im Straßentransport zu mehr Personalabbau kommen. Ebenso sinken die Zahlen in der Lagerei seit September 2022.

Des Weiteren steigt der Fachkräftemangel in der Logistik trotz der Neueinstellungen stetig an. Das ifo Institut befragt regelmäßig Unternehmen aus der Verkehrs- und Logistikbranche zum internen Personalmangel. So gibt es aktuell folgende Erkenntnisse:

  • Im April 2023 gaben 48 % der Befragten an, dass bei ihnen ein Personalmangel besteht.
    → 2009 waren nur 4 % der Unternehmen vom Fachkräftemangel in der Logistik betroffen.
  • Zwischen 2009 und 2011 stieg der Wert von 7,5 % auf 28 %.
  • Im Jahr 2017 stieg der Indikator erstmals auf 48 % und schwankt, nach einer Entspannung Ende 2019, seit Oktober 2021 um ca. 50 %.
  • Den höchsten derzeitigen Wert gab es im Juli 2022 (52 %).
  • Besonders stark vom Fachkräftemangel betroffen ist der Landverkehr (ca. 62 %), gefolgt von Lagerbetrieben mit 51 %.

Weitere aktuelle Entwicklungen im Bereich Logistik und Internationales enthält die Zeitschrift „ZOLL.EXPORT“. Sie unterstützt Verantwortliche in der Außenwirtschaft mit regelmäßigen Fachbeiträgen und praktischen Arbeitshilfen.

Gründe für Fachkräftemangel Logistik

Wie so oft gibt es verschiedene Gründe für den Fachkräftemangel in der Logistik. Eine bekannte Ursache ist z. B. das (schlechte) Image der Branche. Viele Beschäftigte müssen lange Arbeitszeiten, körperlich belastende Tätigkeiten, wenig Work-Life-Balance und ein niedriges Lohnniveau (verglichen mit anderen Branchen) hinnehmen.

Das sorgt z. B. dafür, dass es zu einem steigenden Mangel an Fahrern kommt. Laut der Fraunhofer-Studie „Top 100 der Logistik“ von 2022 nennen 94 % der Befragten den Fahrermangel als Problem für ihre Logistikaktivitäten. Zudem wird in anderen Berichten die Arbeitsbelastung in der Logistik sehr häufig als hoch oder sehr hoch empfunden. So belegen Studien der Krankenkassen, dass mehr als 50 % der Fachkräfte unter Rückenschmerzen, Kopfschmerzen oder Schlafstörungen leiden.

Hinzu kommt, dass viele Fachkräfte derzeit noch Angebote wie die Rente mit 63 nutzen und somit vorzeitig aus dem Arbeitsleben ausscheiden. Erst die künftigen Generationen werden in den nächsten Jahrzehnten ggf. seltener die Möglichkeit haben, früher in Rente zu gehen. Dies hängt insbesondere vom demografischen Wandel und der Überalterung der Gesellschaft ab. Sie erschweren es zusätzlich, genug Nachwuchskräfte für die Logistik zu finden.

Dennoch gibt es Methoden, mit denen Unternehmen diese Probleme des Personalmangels lösen können.

Maßnahmen gegen Fachkräftemangel Logistik – Was können Unternehmen tun?

Die wichtigste Aufgabe zur Bekämpfung des Fachkräftemangels in der Logistik ist es, dass Unternehmen qualifiziertes Personal finden und langfristig an sich binden. Wie das gelingt, zeigen die folgenden Ideen.

Recruiting neu denken

Bereits die Art des Recruitings eines Unternehmens kann dabei helfen, den Fachkräftemangel in der Logistik zu verringern. So sollte ein Mix unterschiedlichster Kanäle genutzt werden, um neue Fachkräfte zu finden.

Mögliche Recruiting-Kanäle sind:

  • Online-Stellenanzeigen auf Job-Portalen
  • (Online-)Karrieremessen
  • Job-Apps (basieren auf Matching-Technologien wie bekannte Dating-Apps, allerdings ausgerichtet auf den Arbeitsmarkt)
  • Social-Media-Kanäle (sog. Social Recruiting)
  • KI-gestütztes Recruiting
  • Printanzeigen in Tageszeitungen

Mit einer Mischung verschiedener Kanäle erreichen Logistikunternehmen ggf. mehr potenzielle Bewerber aus unterschiedlichen Ziel- und Altersgruppen. So lassen sich jüngere Fachkräfte oftmals über Online-Kanäle erreichen, wobei sich für viele erfahrene Beschäftigte auch heute noch Printanzeigen in der Tagespresse eignen.

Außerdem gibt es oftmals ungenutzte Märkte mit potenziellen Arbeitskräften. So werden z. B. immer wieder ältere Arbeitnehmende nicht eingestellt, obwohl sie fachlich für eine Stelle qualifiziert sind. Hier entgeht vielen Unternehmen ein großes Potenzial an erfahrenen Arbeitskräften, mit denen sie dem internen Personalmangel begegnen könnten.

Gleiches gilt für Bewerber mit Handikap sowie Fachkräfte mit ausländischem Pass oder Quereinsteiger: Unternehmen sollten ihre Bewerbungsverfahren inklusiv gestalten, da sie so Zugang zu weiteren qualifizierten Arbeitskräften erhalten und den Fachkräftemangel in der Logistik reduzieren.

→ Tipps zur Gewinnung und Anstellung ausländischer Arbeitskräfte bietet das digitale Handbuch „Rekrutierung und Beschäftigung ausländischer Fachkräfte“. Jetzt informieren!

Bekanntheit erhöhen

Auch die Bekanntheit eines Unternehmens als Arbeitgeber kann für mehr Bewerbungen sorgen. Daher sollten Initiativen wie ein „Tag der offenen Tür“ entwickelt werden, um sich nach außen zu präsentieren und für potenzielle Bewerber bekannter zu werden.

Um die junge Zielgruppe für Ausbildungs- oder Studienplätze zu erreichen, helfen zusätzlich spezielle Bewerbertage, Praktika, Schnuppertage, Unternehmensvorstellungen in Schulen oder Girls' & Boys' Days. Ebenso können Angebote für Seminar-, Bachelor-, Master- oder Doktorarbeiten im eigenen Unternehmen für neue Beschäftigte sorgen.

Arbeitsbedingungen verbessern

Um den negativen Ruf der Logistikbranche am Arbeitsmarkt zu verbessern, müssen Arbeitgeber zeitgemäße Arbeitsmodelle entwickeln. Hierzu gehört primär, die Arbeitszeiten, die tägliche Belastung, das Aufgabengebiet und das Gehalt arbeitnehmerfreundlicher zu gestalten. Flexible Arbeitszeitmodelle und zusätzliche Benefits wie Schulungen oder Fortbildungen können die Arbeitgeberattraktivität steigern.

Auch die notwendige Wertschätzung gegenüber den LKW-Fahrern, Lagermitarbeitern, Disponenten und anderen Beschäftigten sollte deutlicher vermittelt werden. Denn ohne sie kommt es schnell zu Versorgungsengpässen, die langfristig die gesamte Wirtschaft beeinträchtigen können. Ein positives Betriebsklima und wertschätzende Kommunikation sind also unabdingbar.

Damit die Beschäftigten weniger über körperliche Beschwerden klagen, sollten Unternehmen vermehrt in ihre Gefährdungsbeurteilungen investieren. Hier ermitteln sie physische und psychische Belastungsfaktoren, sowie entsprechende Gegenmaßnahmen. So können sie ebenfalls die Mitarbeiterzufriedenheit erhöhen und dem Fachkräftemangel in der Logistik entgegenwirken.

Routineaufgaben automatisieren

Können bestimmte wiederkehrende Aufgaben im Betrieb automatisiert werden, z. B. durch Maschinen oder KI? Das schafft den vorhandenen Beschäftigten nicht nur mehr Zeit für andere Aufgaben, sondern kann auch die Personalknappheit reduzieren, wenn durch die Automatisierung bestimmte Stellen aufgehoben oder zusammengeführt werden.

Ebenfalls hilfreich ist es, die Personalbedarfsplanung stärker zu vernetzen und systematisch auszubauen. Hier sollten die Unternehmen ein integriertes Personalwesen aufbauen und in strategische Partnerschaften investieren.

Fazit zum Fachkräftemangel Logistik

Der deutschlandweite Fachkräftemangel wird alle Branchen noch lange beschäftigen, so auch die Logistik.  Zwar wird es wahrscheinlich nicht möglich sein, den Personalmangel vollständig aufzuheben. Allerdings gibt es bereits einige Methoden, um den Fachkräftemangel in der Logistik auf ein Minimum zu reduzieren. 

Wichtig ist, dass sich die Unternehmen eine langfristige Strategie überlegen, wie sie ihrem internen Personalmangel begegnen. Hierzu sollten in jedem Fall folgende Punkte gehören:

  • Recruiting für verschiedene Kanäle und Zielgruppen öffnen (ältere Beschäftigte, Menschen mit Handicap etc.)
  • fundierte Ausbildungskonzepte entwickeln (z. B. Praktika und Abschlussarbeiten im Unternehmen anbieten, Veranstaltungen für Absolventen durchführen)
  • eigene Arbeitgebermarke stärken, etwa mit Veranstaltungen zur Steigerung der Bekanntheit und gezielten Marketingmaßnahmen
  • bisherige Arbeitsbedingungen verbessern (z. B. mit mehr Work-Life-Balance und höherer Vergütung)
  • Weiterbildungsmöglichkeiten für Beschäftigte anbieten

→ Passende Arbeitshilfen und Fachbeiträge zu aktuellen Themen rund um Logistik und (internationalen) Handel gibt es in der Zeitschrift „ZOLL.EXPORT“. Jetzt informieren!

Quellen: Zeitschrift „ZOLL.EXPORT“ (Ausgabe 08/2022), Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IISdvz.de

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Logistik

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