Demenz vorbeugen – 4 Tipps zur Prävention von Demenzerkrankungen

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Laut Welt-Gesundheitsorganisation (WHO) wird sich die Zahl der Demenzkranken in den nächsten 30 Jahren verdreifachen, was das Gesundheitssystem enorm belasten wird. Und weil es gegen Demenz noch keine Impfung oder Heilmittel gibt, nimmt das Thema Demenz-Prävention einen immer größeren Stellenwert ein. Diese 4 Tipps helfen, Demenz vorzubeugen.

Wie können Menschen Demenz vorbeugen?  

Rauchen, falsche Ernährung, Übergewicht oder zu hoher Blutdruck – es gibt zahlreiche Faktoren, die eine Demenzerkrankung begünstigen. Demenz tritt dabei in unterschiedlichen Formen auf, die bekannteste ist wohl Alzheimer. Obwohl die Medizinforschung schon weit entwickelt ist, gehört die Demenzerkrankung zu den Krankheitsbildern, für die es kein Heilmittel gibt. Umso wichtiger ist es, Demenz frühzeitig vorzubeugen. Ärzte können einen enormen Beitrag dazu leisten, wenn sie ihre Patienten über die Möglichkeiten aufklären, die sie zur Demenz-Prävention haben. Folgende Tipps können bei der Beratung als Unterstützung dienen. 

Bei Patienten, die bereits unter Demenz leiden, helfen die Präventionsmaßnahmen nicht mehr. Dann muss insbesondere das Pflegepersonal im Umgang mit Demenzkranken geschult sein. In ihrem Pflegealltag unterstützt sie das Praxishandbuch „Demenz: Der Mensch im Mittelpunkt“. Das Buch beinhaltet Muster-Pflegeplanungen sowie ausgearbeitete Schulungsmaterialien. 

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1. Mit richtiger Ernährung Demenz vorbeugen  

Gesunde Ernährung ist das A und O, um kardiologischen Erkrankungen vorzubeugen. Aber auch bei der Demenz-Prävention spielt die Ernährung eine entscheidende Rolle. Folgende Nahrungsmittel und Vitamine helfen, Demenz vorzubeugen. 

Nahrungsmittel / Vitamine   Wirkung 
Vitamin A (Karotten und Spinat) 

Diese Vitamine bauen freie Radikale ab, die ständig in jeder Zelle des menschlichen Körpers entstehen und Nervenzellen schädigen. 

Vitamin C (Zitrusfrüchte) 
Vitamin E (Sellerie, Grünkohl, pflanzliche Öle, Nüsse, Vollkorngetreide)
Ungesättigte Fettsäuren (Fisch, kaltgepresstes Olivenöl, Brot, Nudeln, Kartoffeln, Reis)  Ungesättigte Fettsäuren senken das LDL-Choleterin im Blut, womit das Risiko gesenkt wird, dass die Gefäße im Gehirn verkalken.  
Omega-3-Fettsäuren (Thunfisch, Makrele, Rotbarsch)   Omega-3-Fettsäuren sind essenziell wichtig, weil sie die Hirnentwicklung fördern, indem sie die Kontakte zwischen den Nervenzellen vermehren.  
Folsäure (Brokkoli, Endiviensalat, Spinat, Hühnerleber)  Nahrungsmittel, die Folsäure enthalten, helfen den Homocysteinspiegel im Blut zu senken. Die Aminosäure Homocystein erhöht nachweislich das Alzheimer-Risiko. 
 Grüner Tee  Grüner Tee enthält die Substanz Epigallocatechingallat (EGCG), die die Bildung von Plaques im Gehirn reduzieren soll. Diese Wirkung ist jedoch nicht eindeutig belegt. 

2. Gehirnjogging gegen die Demenzerkrankung  

Menschen, die sich ihr Leben lang geistig fit halten, indem sie z. B. einen Beruf ausüben, der viel Gehirnleistung erfordert, oder in der Freizeit bewusst Gehirnjogging betreiben, werden seltener dement. Denn wird die Gehirnleistung regelmäßig gefordert, bilden sich neue Verknüpfungen zwischen den Nervenzellen (Synapsen).  

Es gibt mehrere Aktivitäten, die Demenz vorbeugen, weil sie die Konzentration sowie unterschiedliche Gehirnareale gleichzeitig fördern:


  • Musizieren fördert Konzentration und körperliche Koordination.
  • Tanzen regt Denken, Gefühle und Körper an. 
  • Lesen fordert Konzentration und das Merken von Details.
  • Fremdsprache sprechen oder lernen beansprucht das Gehirn sehr stark. 
  • Fotografieren fördert die Kreativität und somit die Aktivität im Gehirn.
  • Kreative Tätigkeiten fordern die Gehirnaktivitäten.
  
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Statt den üblichen Schal zu stricken, können Seniorinnen andere kreative Tätigkeiten testen. 
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beeboys – stock.adobe.com

Es hilft aber auch schon, sich selbst im Alltag kleine Herausforderungen zu stellen. Menschen, die bewusst Demenz vorbeugen wollen, könnten ihre tägliche Routine durchbrechen und z. B. Zähne putzen, bevor sie duschen, wenn sie das vorher andersherum gemacht haben. 

3. Sport bringt das Gehirn auf Touren  

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Körperliche Aktivitäten und Sport sind bei jungen Menschen heutzutage fast schon zu einem Pflichtprogramm geworden. Aber auch Seniorinnen und Senioren sollten sich körperlich betätigen, um u. a. Demenz vorzubeugen. Es geht dabei nicht darum, sportliche Höchstleistungen anzustreben. Mehrmals in der Woche eine halbe Stunde Laufen oder Schwimmen, kann schon einen positiven Effekt haben.  

Wer das körperlich nicht mehr schafft, kann sich in der Gemeinde nach Angeboten für Seniorinnen und Senioren informieren oder von einem Fitnessstudio ein individuelles Programm zusammenstellen lassen. Aber auch im Alltag gibt es reichlich Situationen, die der körperlichen Fitness dienlich sein können. Wenn z. B. die Treppe statt des Aufzugs genutzt wird, der Einkauf nicht mit dem Auto, sondern zu Fuß erledigt wird oder täglich eine Stunde spazieren gehen eingeplant wird. 

Das Gehirn von Menschen, die sich körperlich betätigen, wird besser durchblutet, die Nervenzellen werden gestärkt und es können sogar neue Nervenzellen entstehen. 

 

Heimtrainer sind ein beliebtes Mittel für Seniorinnen und Senioren, Sport zu betreiben.  
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4. Soziale Kontakte fordern das Gehirn  

Soziale Aktivitäten fordern das Sprachvermögen, das Kurzzeitgedächtnis, die Sinne und das Gefühlszentrum. Dass der regelmäßige Kontakt zu anderen Menschen hilft, Demenz vorzubeugen, ist wissenschaftlich nachgewiesen. Denn das Gehirn wird auf ganz unterschiedliche Weise gefordert – es muss gleichzeitig wahrnehmen und denken. Dadurch schütten die Nervenzellen Botenstoffe aus, mit denen sie Informationen aneinander weitergeben. Menschen, die Demenz vorbeugen wollen, sollten also verstärkt darauf achten, soziale Kontakte aufrechtzuerhalten oder neue aufzubauen, indem sie z. B.

  • je nach Interesse einen Kurs an der Volkshochschule belegen. Hier lernen sie nicht nur neues, sondern treffen auf Menschen mit gleichen Interessen. 
  • einen Bibelkreis oder Gesprächskurse besuchen, die Kirchengemeinden oft anbieten. 
  • eine Gruppenreise mit anderen Seniorinnen und Senioren buchen. 
  • das kulturelle Programm in ihrem Heimatort entdecken. 
  • mit Freunden, Familie und (neuen) Bekanntschaften einen Theater-, Museums- oder Konzertbesuch planen.
  • eine ehrenamtliche Tätigkeit aufnehmen. Wohlfahrtsverbände und Freiwilligenagenturen sind hierfür gute Anlaufstellen.    

WHO veröffentlicht Empfehlungen zur Demenz-Prävention 

Die Weltgesundheits-Organisation (WHO) hat im Mai 2019 Leitlinien zur Demenz-Prävention veröffentlicht. In diesen Leitlinien führt die WHO Demenzrisikofaktoren auf und spricht evidenzbasierte Empfehlungen aus. 

  • körperliche Aktivität 
  • Tabakentwöhnung 
  • gesunde Ernährung 
  • keine Vitamin- und Fettsäure-Ergänzung
  • Alkoholreduktion und -entwöhnung  
  • kognitives Training 
  • soziale Aktivität 
  • Gewichtsmanagement 
  • Bluthochdruchkontrolle
  • Diabeteskontrolle
  • Dyslipidämie
  • Depression
  • Hörverlust

Nicht alle genannten Punkte sind Gegenstand ärztlicher Leistungskataloge, sodass Ärzte nicht überall direkten Einfluss nehmen können. Es bleibt also bei der Beratung, was die Patienten schlussendliche umsetzen, ist dann weiterhin ihnen überlassen.   

Quellen: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), WHO 

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