Grundreinigung: Vorgehen bei der Intensivreinigung von Bodenbelägen

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Regelmäßig gereinigte Räumlichkeiten in kommunalen Einrichtungen sowie Firmengebäuden sind Grundvoraussetzung dafür, dass die vorgeschriebene Hygiene eingehalten wird. Neben der Sichtreinigung, also der Reinigung sichtbarer Verschmutzungen, die täglich durchzuführen ist, ist regelmäßig eine fach- und sachgerechte Grundreinigung vorzunehmen, die insbesondere eine Intensivreinigung der Bodenbeläge umfasst.

Grundreinigung: Was ist darunter zu verstehen?

Im Zuge der professionellen Grundreinigung werden hartnäckige Verschmutzungen von Böden und Oberflächen entfernt, die bei der täglichen Oberflächen- und Sichtreinigung (meist aus zeitlichen Gründen) nicht zu meistern sind. Die Grundreinigung schließt zudem die Reinigung von schwer zugänglichen Stellen sowie ggf. die Versiegelung von Böden ein. 

Eine Grundreinigung schließt in der Regel folgende Tätigkeiten ein: 

  • Reinigung der Möbel
  • Reinigen von Heizkörpern und Steckdosen
  • intensive Reinigung von Türblättern, Zargen und Fußleisten 
  • Teppichreinigung 
  • Intensivreinigung des Bodenbelags, bei Bedarf auch Erneuerung der Versiegelung 

Langlebigkeit des Reinigungsergebnisses

Da eine Grundreinigung zeit- und auch kostenintensiver ist als eine tägliche bis wöchentliche Oberflächenreinigung, sollte das Reinigungsergebnis deutlich länger halten. Bei der professionellen Gebäudereinigung steht und fällt das Arbeitsergebnis mit der Einarbeitung, Schulung und Organisation der Beschäftigten bzw. der beauftragten Reinigungsfirma.

Vor allem die präzise Planung ist in der Gebäudereinigung maßgeblich, um Zeit und Kosten zu sparen. Deshalb unterstützt das digitale „Handbuch Gebäudereinigung“ kommunale Verantwortliche sowie Reinigungsunternehmen mit zahlreichen Leitfäden und Arbeitshilfen wie Diagrammen, Musterputzplänen, der Auflistung verschiedener Zeitfaktoren bei Reinigungsarbeiten sowie Unterweisungshilfen.

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Arbeitsschritte bei der Intensivreinigung des Bodens  

Im Rahmen der Grundreinigung kommt der intensiven Reinigung des Bodens eine wichtige Bedeutung zu, deshalb geht dieser Beitrag näher auf dieses Thema ein. Die Reinigungsfirma muss den Boden von haftenden Verschmutzungen, abgenutzten Pflegefilmen oder Rückständen reinigen. Dabei sollte die beauftragte Firma folgendermaßen vorgehen: 

Vorbereitung der Grundreinigung 

  • Wenn die Räumlichkeiten nicht bereits bekannt sind, sollte sich die Reinigungsfirma das Gebäude vorher anschauen und die Details mit dem Auftraggeber besprechen (Möbel ein-/ausräumen, Tag der Durchführung, Uhrzeit, maximale Sperrzeit der Fläche, Vorhandensein von Fußbodenheizung etc.) 
  • Hilfreich ist es, eine Zeichnung zu erstellen bzw. die Räumlichkeiten zu fotografieren oder einen Raumplan zu erstellen. So kann die Reinigungsfirma sicherstellen, dass die Möbel auch wieder an ihrem richtigen Platz landen.  
  • Das Arbeitsmaterial wird am besten auf einer Schmutzfangmatte oder einem alten Teppich aufgerüstet. Welches Arbeitsmaterial neben dem Grundreiniger und der Einscheibenmaschine benötigt wird, listet das „Handbuch Gebäudereinigung“ ausführlich auf. 

Arbeitsschritte bei der Grundreinigung  

  • Möbelstücke entfernen und lagern.
  • Heizungen und wenn vorhanden Fußbodenheizung ausschalten. 
  • Grobschmutz und Feinschmutz wie Staub, Sand etc. von Bodenbelag entfernen.
  • Sockelleisten abkleben.
  • Reinigungslösung nach Herstellerangaben dosieren.
  • Hinweisschild „Achtung Rutschgefahr“ aufstellen.
  • Maschine inkl. Pad- und Treibteller an den Einsatzort bringen und an der zum Ausgang am weitesten entfernten Stelle beginnen. 
  • Reinigungslösung manuell mit dem Mopp oder maschinell mit der Einscheibenmaschine aufbringen. 
  • Grundreinigerlösung maschinell aufbringen und Maschine unter Zufügen der Reinigungslösung starten. 
  • Bodenbelag mit kreisenden Bewegungen abfahren und auf Kabelführung achten.
  • Darauf achten, dass sich immer ausreichend Reinigungslösung auf dem Bodenbelag befindet.
  • Während der Einwirkzeit Randbereiche und schwer zugängliche Stellen mit einem Handpad bearbeiten.
  • Wenn notwendig hartnäckige Verschmutzungen nochmals abfahren.
  • Nach Ablauf der Einwirkzeit die Schmutzflotte mit dem Wassersauger absaugen.
  • Den Bodenbelag mit viel kaltem Wasser gründlich wischen.
  • pH-Messwertstäbchen in die am Boden befindliche Reinigungslösung tauchen und pH-Wert auf Neutralität prüfen.
  • Schmutzflotte absaugen und anschließend feucht nachwischen. 
  • Bodenbelag trocknen.
  • Bei Grundreinigern, die nicht mehr neutralisiert werden müssen, reicht nach dem Absaugen der Schmutzflotte i. d. R. ein Nasswischen. 
  • Nach ausreichender Trocknungszeit Bodenbelag mit der geeigneten Pflege behandeln.

Hinweis: Um den Wert von Bodenbelägen zu erhalten, ist es grundsätzlich zu empfehlen, empfindliche Bodenbeläge wie Linoleum, Gummiböden, PVC, Betonwerkstein, Marmor etc. durch Wischpflege bzw. Dispersion (je nach Bodenbelag und Nutzung) zu pflegen. Bodenbeläge im Bereich von Nasszellen und im Küchenbereich dürfen dagegen nicht eingepflegt werden.  

Abschlussarbeiten nach der Grundreinigung  

  • Stromzufuhr unterbrechen, um beim Abnehmen der Padscheiben mögliche Gefahren zu unterbinden.
  • Raum mit einem Absperrband und Hinweisschild absperren.
  • Arbeitsmaterialien verräumen und den Hautschutz nicht vergessen. 

Nachhaltigkeit durch umweltschonende Putzmittel

Die Nutzung von ökologischen Reinigungsmitteln ist für die Beschäftigten ebenso wie für die Umwelt von Vorteil. Denn das Unternehmen hat einerseits eine Verantwortung für die Stoffe, die über den Abfluss in das Kanalsystem, gegebenenfalls sogar in das Grundwasser, gelangen, andererseits für den Arbeitsschutz der Reinigungskräfte. Zudem reduzieren diese die Gefahr Büromaterialien durch falsches Reinigen zu beschädigen.

Quelle: „Handbuch Gebäudereinigung“

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