TRGS 519: Neufassung von 2019 beinhaltet drei wesentliche Änderungen zu Tätigkeiten mit Asbest

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Die Bundesregierung hat am 17.10.2019 im Gemeinsamen Ministerialblatt (GMBI) die Neufassung der TRGS 519 „Asbest: Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten“ veröffentlicht. Die Technische Regel für Gefahrstoffe hat einige Änderungen und Ergänzungen erfahren. Das sind die drei wichtigsten.

TRGS 519 – wichtigste Änderungen und Ergänzungen 2019

Die Neufassung der TRGS 519 von 2019 ersetzt die ursprüngliche Ausgabe aus dem Jahr 2014. Generell gilt die TRGS 519 zum Schutz der Beschäftigten und anderen Personen, die bei Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten (ASI-Arbeiten) sowie bei der Abfallentsorgung mit Asbest und asbesthaltigen Materialien in Berührung kommen. 

Neben einigen geänderten Passagen beinhaltet die 2019 neu gefasste Fassung der TRGS 519 drei wesentliche Neuerungen: 

  • Die neu gefasste TRGS 519 enthält in der neu hinzugefügten Anlage 9 nun Hilfestellungen zur Gefährdungsbeurteilung und zur Festlegung von Schutzmaßnahmen für Arbeiten mit asbesthaltigen Putzen, Spachtelmassen und Fliesenklebern und anderen ehemals verwendeten bauchemischen Produkten. Um die Risikoabschätzung zu vereinfachen, wurden die Arbeiten an Putz-Farben-Spachtelmassen (PSF) in einer Expositions-Risiko-Matrix zusammengefasst. Die Inhalte der Expositions-Risiko-Matrix werden fortlaufend ergänzt. Die TRGS 519 enthält außerdem Beurteilungskriterien zur Risikoabschätzung.
  • Eine weitere Änderung der TRGS 519 bezieht sich auf die Qualifikation von aufsichtführenden Personen bei Anwendung anerkannter emissionsarmer Verfahren, die in der neuen Anlage 10 beschrieben ist. Unter bestimmten Voraussetzungen kann nun von den Anforderungen an die Sachkunde laut GefStoffV abgewichen werden.
  • Anlage 7 zu den Anforderungen an den Einsatz von Industriestaubsaugern und Entsaugern bei ASI-Arbeiten wird zur Anlage 7.1. Zudem wird die Anlage 7.2 eingefügt, die Mindestanforderungen an Luftreiniger definiert, welche bei Arbeiten an Putz-Farben-Spachtelmassen (PSF) eingesetzt werden, um die Faserbelastung im Arbeitsbereich zu reduzieren. 

Arbeitgeber sind grundsätzlich verpflichtet, im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung die Gefährdungen festzustellen, denen Beschäftigte bei Tätigkeiten mit Asbest oder Staub von asbesthaltigen Materialien ausgesetzt sind oder ausgesetzt sein könnten. Ist das der Fall, müssen die Tätigkeiten mindestens sieben Tage vor Beginn bei der zuständigen Behörde angezeigt werden. Außerdem muss der Arbeitgeber seine Mitarbeiter hinsichtlich der Arbeit mit Asbest unterweisen.

Mehr zur Unterrichtung der Behörden sowie allgemein zum Umgang mit Gefahrstoffen wie Asbest können Arbeitgeber und Fachunternehmer im Praxishandbuch „Die Gefahrstoffverordnung“ nachlesen. Das Buch enthält praxisnahe Handlungshilfen sowie Arbeitshilfen zur Umsetzung der gesetzlichen Anforderungen. 

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Anwendungsbereich der TRGS 519 

Die TRGS 519 wird herangezogen, wenn es darum geht, Schutzmaßnahmen für Beschäftigte festzulegen, die 

  • bei Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten (ASI-Arbeiten) mit Asbest oder asbesthaltigen Materialien in Berührung kommen. 
  • bei der Abfallbeseitigung diesem Gefahrstoff ausgesetzt sind. 
  • bei ihrer Tätigkeit asbesthaltigen Putzen, Spachtelmassen und Fliesenklebern sowie anderen bauchemischen Produkten mit vergleichbarem Asbestgehalt begegnen. 

Die TRGS 519 gilt nicht für 

  • Tätigkeiten mit Rohstoffen, die potenziell asbesthaltig und mineralisch sind sowie Gemischen aus diesen Stoffen. Hierfür muss der Arbeitgeber die TRGS 517 heranziehen. 
  • Arbeiten mit anderen Faserstäuben. Für die Tätigkeit mit Mineralwolle z. B. gilt die TRGS 521. 

Ist die TRGS 519 verpflichtend anzuwenden? 

Die Technischen Regeln für Gefahrstoffe konkretisieren in ihrem jeweiligen Anwendungsbereich – die TRGS 519 für Arbeiten mit Asbest – die Anforderungen der Gefahrstoffverordnung. Hält der Arbeitgeber die Regelungen einer TRGS ein, kann er davon ausgehen, dass er die Vorgaben der GefStoffV erfüllt hat. 

Der Arbeitgeber hat aber auch die Möglichkeiten, eine andere Lösung zum Schutz seiner Beschäftigten vor Gefahrstoffen zu wählen. Dann muss er jedoch beweisen können, dass er mit seiner Lösung die gleiche Sicherheit und den gleichen Gesundheitsschutz erreicht. 

Rechtlich verpflichtend wird eine TRGS erst dann, wenn in der GefStoffV ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass diese zur Anwendung kommen muss. 

Quellen: GMBI (vom 17.10.2019), IHK Südlicher Oberrhein

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