Codex Alimentarius: Definition

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Der Codex Alimentarius ist eine Sammlung internationaler Lebensmittelstandards, die dem Schutz der Verbrauchergesundheit beim Lebensmitteleinkauf dienen. Dazu gehören auch Verfahrensregeln (codes of practice) und Richtlinien (guidelines) für den Lebensmittelhandel. So dient der Codex Alimentarius u. a. als Maßgabe zur Umsetzung der HACCP-Grundsätze und der Leitlinien für die Anwendung der Guten Hygienepraxis (GHP) in der Industrie.

Inzwischen umfasst der Codex Alimentarius über 300 Standards, Richtlinien und Verfahrensregeln. Hinzu kommen noch mehr als 10.000 numerische Standards für Lebensmittelkontaminanten, Lebensmittelzusatzstoffe sowie Standards für Arzneimittel- und Pestizidrückstände.

Wer hat den Codex Alimentarius erfunden?

Der Codex Alimentarius stammt von der gleichnamigen Codex-Alimentarius-Kommission (engl. Codex Alimentarius Commission), die 1962 gegründet wurde. Sie fungiert als gemeinsames Gremium der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) der Vereinten Nationen. Auch die Europäische Gemeinschaft gehört zu den Mitgliedern der Codex-Alimentarius-Kommission.

In der Praxis übernimmt die Codex-Alimentarius-Kommission folgende Funktionen:

  • Definition von Sicherheitsstandards für den Lebensmittelhandel, die für gesundheitlich unbedenkliche, unverfälschte und ordnungsgemäß gekennzeichnete Lebensmittel sorgen.
  • Sicherstellung von fairen Handelspraktiken entlang der Lieferketten im internationalen Lebensmittelhandel
  • Koordination von Normungsarbeiten im Lebensmittelbereich auf internationaler Ebene.
    → Die Normen gelten als Basis für die Mitgliedstaaten der Codex-Alimentarius-Kommission, um ihre lebensmittelrechtlichen Bestimmungen zu harmonisieren.

Zwar gelten die Standards des Codex Alimentarius rechtlich nicht verpflichtend, sondern als Empfehlung. Allerdings orientiert sich sowohl das europäische als auch das deutsche Lebensmittelrecht im Wesentlichen am Codex Alimentarius.

Codex Alimentarius: 12 Stufen

Der Codex Alimentarius gibt u. a. zwölf Stufen vor, wie ein Lebensmittelbetrieb den Aufbau eines HACCP-Konzeptes umsetzen muss:

  1. HACCP-Team einsetzen.
  2. Produkt beschreiben.
  3. Verwendungszweck festlegen.
  4. Fließdiagramme erstellen.
  5. Fließdiagramm vor Ort bestätigen.
  6. Gefahrenanalyse durchführen.
  7. Critical Control Points (CCP) festlegen.
  8. Grenzwerte für jeden Control Point (CP) definieren.
  9. Ein System zur Überwachung für jeden CCP einrichten.
  10. Korrekturmaßnahmen vorschreiben.
  11. Verifizierungsmaßnahmen einführen.
  12. Dokumentation anfertigen.

Von Stufe 6 bis 12 gelten zudem gewissen HACCP-Grundsätze. Diese finden sich im Beitrag „HACCP-Konzept erstellen nach den HACCP-Grundsätzen“.

Die Codex-Alimentarius-Kommission erstellt regelmäßig neue Standards und passt den Kodex immer wieder an. Daher ist es wichtig, sich in Sachen Lebensmittehygienerecht, Codex Alimentarius und HACCP auf dem Laufenden zu halten.