Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit

Arbeitsschutz: In 7 Schritten zur Gefährdungsbeurteilung nach ASR V3

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Am 5. Juli 2017 wurde die ASR V3 "Gefährdungsbeurteilung" im Gemeinsamen Ministerialblatt veröffentlicht. Diese Technische Regel hilft Unternehmen, die Forderungen der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) umzusetzen. Für die Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung haben sich in der Praxis folgende Prozessschritte bewährt.

1. Vorbereiten der Gefährdungsbeurteilung nach ASR

In der Vorbereitung einer Gefährdungsbeurteilung legt der Arbeitgeber fest, welche

  • Personen an der Gefährdungsbeurteilung mitwirken sollen. Dabei achtet er auf Verantwortlichkeit im Betrieb und Kompetenzen.
  • Arbeitsbereiche, Tätigkeiten oder Tätigkeitsgruppen berücksichtigt werden.

Alle im Betrieb tätigen Personen werden über die Ziele und das Verfahren der Gefährdungsbeurteilung informiert. Das Dokumentieren dieses Prozesseschrittes ist rechtlich nicht gefordert. Es empfiehlt sich dennoch, die Entscheidungsprozesse zu protokollieren.

2. Ermitteln der Gefährdung gemäß ASR

Bei der Gefährdungsermittlung können einschlägige Vorschriften und Regelwerke, Technische Regeln, Herstellerdaten oder behördliche Anordnungen hilfreich sein.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) benennt elf Gefährdungsfaktoren:

  1. Mechanische Gefährdungen
  2. Elektrische Gefährdungen
  3. Gefahrstoffe
  4. Biologische Arbeitsstoffe
  5. Brand- und Explosionsgefährdungen
  6. Thermische Gefährdungen
  7. Gefährdungen durch spezielle physikalische Einwirkungen
  8. Gefährdungen durch Arbeitsumgebungsbedingungen
  9. Physische Belastung
  10. Psychische Belastung
  11. Sonstige Gefährdungen

Ermittelte Gefährdungen müssen gemäß ASR V3 dokumentiert werden.

3. ASR: Beurteilen der Gefährdung

Der Arbeitgeber beurteilt die ermittelten Gefährdungen dahingegen, ob Arbeitsschutzmaßnahmen erforderlich sind. Zum Beurteilen selbst sind Sollwerte (z. B. Grenz- oder Richtwerte) erforderlich. Diese sind meist in Vorschriften- und Regelwerken zu finden. Fehlen solche rechtlichen Werte, legt sie der Arbeitgeber fest, wobei er alle arbeitswissenschaftlichen Erkenntnisse einzuhalten hat.

Das Beurteilen der einzelnen Gefährdungen ist zu dokumentieren.

4. Festlegen von Maßnahmen nach einer Gefährdungsbeurteilung

Die festzulegenden Maßnahmen des Arbeitsschutzes basieren auf den allgemeinen Grundsätzen des § 4 ArbSchG und den speziellen aus § 3a ArbStättV. Hält der Arbeitgeber mit den gewählten Maßnahmen die Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR) ein, handelt er rechtskonform.

Die Reihenfolge und die Auswahl von Arbeitsschutzmaßnahmen entsprechen dem STOP-Prinzip (S = Substitution, T = technische Maßnahmen, O = organisatorische Maßnahmen, P = personenbezogene Maßnahmen). Individuelle Arbeitsschutzmaßnahmen sind dabei nachrangig zu anderen Maßnahmen.

Die festgelegten Maßnahmen unterliegen der Dokumentationspflicht.

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5. Umsetzen der Maßnahmen nach ASR

Bei umfangreicheren Maßnahmen in der Arbeitsstätte empfiehlt sich, einen Ablaufplan mit konkreten Terminen zu erstellen. Der Arbeitgeber muss dabei bestimmen, wer welche Maßnahme bis wann umzusetzen hat.

Das Umsetzen der Maßnahmen des Arbeitsschutzes wird dokumentiert.

6. Überprüfen der Wirksamkeit der Maßnahmen gemäß ASR

Nach § 3 Abs. 1 ArbSchG gehört es zu den Grundpflichten des Arbeitgebers, die getroffenen Maßnahmen des Arbeitsschutzes auf ihre Wirksamkeit zu prüfen – z. B. durch Beobachten, Befragen oder Messen. Oft ist es notwendig, die Wirksamkeit einer Maßnahme über einen längeren Zeitraum zu beobachten.

Dieser wichtige Schritt des Prozesses der Gefährdungsbeurteilung ist schriftlich festzuhalten.

7. Fortschreiben der Gefährdungsbeurteilung

Gemäß der ASR V3 sind Gefährdungsbeurteilungen kontinuierlich zu überprüfen und zu aktualisieren. Der Arbeitgeber wird verpflichtet, dabei die Grundsätze und Anlässe zu berücksichtigen.

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Quelle: "Die neue Arbeitsstättenverordnung"

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