Bau & Immobilien

Bevor Bauleiter und Handwerker mit dem Bau oder Umbau eines Bauwerks überhaupt beginnen können, muss die Baustelle eingerichtet werden. Ein Baustelleneinrichtungsplan schafft hierbei Übersichtlichkeit, was gerade in der Innenstadt entscheidend sein kann. Lesen Sie, was Bauleiter sonst noch bezüglich der Kostenkalkulation und der Planung von Stellplätzen bedenken müssen.

Baustelleneinrichtungsplan sorgt für Übersicht 

Gerade im innerstädtischen Bereich steht meist ein sehr begrenzter Raum für die Baustelleneinrichtung zur Verfügung. Für die Planung der Baustelle ist es Bauleitern deshalb nur zu empfehlen, einen Baustelleneinrichtungsplan zu erstellen. In diesem Plan können sie die Flächennutzung grafisch darstellen. Das hilft, mögliche Kollisionspunkte z. B. mit der Nachbarbebauung frühzeitig zu erkennen. 

Der Baustelleneinrichtungsplan zeigt u. a. die Lage

  • des Bauzauns,
  • der Verkehrsschilder,
  • der Kranstellfläche, 
  • des Kranschwenkbereichs,
  • der Container, 
  • der Baustellen-WC-Anlage oder auch
  • der Mannschaftscontainer bei größeren Bauvorhaben.

Bevor der Bauleiter die Baustelleneinrichtung nach diesem Plan endgültig festlegt, sollte er den Baustelleneinrichtungsplan unbedingt mit der zuständigen Stadt-/Kreis-/Gemeindeverwaltung abstimmen. Denn für ihn ist es beinahe unmöglich, alle Umstände zu kennen. Er weiß nicht, ob eine geänderte Verkehrsführung notwendig ist oder der Zugang zum Nachbarhaus, z. B. für soziale Dienste, freigelassen werden muss. 

Insbesondere Sicherheitsbestimmungen, straßenverkehrsrechtliche Angelegenheiten und städtische Veranstaltungen nehmen gerade im innerstädtischen Bereich großen Einfluss auf die Baustelleneinrichtung. Diese Faktoren beeinflussen nicht nur die Planung, sondern auch die Kosten, weil unter Umständen eine zusätzliche Straßensperrung notwendig wird. 

Planung von Stellflächen 

Logistik, Materialtransport und Lagerhaltung sind für die Baustelleneinrichtung nicht unerheblich – insbesondere in der Innenstadt kann dieser Aspekt zu einer Herausforderung für Bauleiter werden. Je nach Baustelle müssen Stellflächen geschaffen, hergestellt oder abgeräumt werden.

Lagerflächen 

  • Wenn möglich werden Lagerflächen im Anlieferungsbereich und zugleich im Schwenkbereich des Krans geschaffen. 
  • Für eine sichere Lagerung sollten abschließbare Container aufgestellt werden. 
  • Für zusätzliche Stellflächen können Bauleiter die Nachbarn fragen oder es können Flächen angemietet werden. Ist am Boden nicht ausreichend Platz vorhanden, können auch benachbarte Dachflächen als Lagerflächen für Materialien dienen. 

Stellfläche für Gerüst 

Auch die Stellfläche für das Gerüst muss der Bauleiter im Rahmen der Baustelleneinrichtung planen. Dafür benachbarte Flächen zu nutzen, ist meist eher schwierig, weil das Gerüst oft die Infrastruktur des benachbarten Hauses beeinträchtigt. Eventuell gibt es aber die Alternative, einen Ortgang (Giebel) bereits auf der Dachfläche gegen Absturz zu sichern. Das bringt den Vorteil, dass kein Gerüst vom Nachbargrundstück aus aufgebaut werden muss.   

Fläche für Container

Bei der Überlegung, in welcher Größe der Abfallcontainer bestellt werden soll, müssen Bauleiter bedenken, dass gerade bei Aushub und Abbruch nicht unerhebliche Massen an die „grüne Wiese“ befördert werden. Bei Platzmangel können eher kleinere Container oder eine häufigere Leerung Abhilfe schaffen.  

Hinweis: Flächen für die Baustelleneinrichtung sind keine Freiflächen zum Parken. Container, Paletten und Co. haben ihre Berechtigung, Pkw und Lkw nicht. Selbst innerhalb des Bauzauns können Bauleiter und Handwerker mit Bußgeld-Verwarnungen rechnen.  

Kosten für Baustelleneinrichtung: Das fließt in die Kalkulation ein 

Wird für die gesamte Gebäudesanierung eine Kostenschätzung gefordert, müssen die Ausgaben für das Einrichten und Räumen der Baustelle in die Kalkulation einfließen. Dazu zählen die Auf-, Um- und Abbaukosten für 

Hinweis: Um die Kosten möglichst realistisch einzuschätzen, ist es sinnvoll, wenn Bauleiter für gewisse Positionen den Zeitaufwand bewerten und somit die „Mann“-Stunden feststellen. 

Tipps für die Ausschreibung 

  • Achten Sie darauf, bereits bei der Ausschreibung Absturzsicherungen am Ortgang zu berücksichtigen. 
  • Ist der Raum für die Baustelle beengt, sollten die Handwerker am besten bereits in der Ausschreibung auf die Besonderheiten beim Parken, Zuliefern und Lagern hingewiesen werden. 

Checkliste zur Baustelleneinrichtung 

Nutzen Sie unsere Gratis-Checkliste „Baustelleneinrichtung“ und vergessen Sie nichts mehr mit den Prüffragen zu den allgemeinen Anforderungen, zur Standortfestlegung, Stromversorgung, Wasserversorgung und Wasserentsorgung, Verkehrssicherung, zu Sozialeinrichtungen sowie den Umweltschutzanforderungen

Praxistipp: Nachbarn sind oftmals der Schlüssel für das erfolgreiche Gelingen einer Baustelle. Stellen Sie sich gut mit ihnen und kündigen Sie die Baustelle an. Eventuell können sogar Lärmzeiten ausgemacht werden. (juse)

Quelle: „Der Bauleiter“ (Ausgabe: Oktober 2017) 

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