Bau & Immobilien

DIN 4108-3 regelt klimabedingten Feuchteschutz für Bodenplatten und Außenwände

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Die Anforderungen an den klimabedingten Feuchteschutz werden in DIN 4108-3:2014-11 geregelt, – unter anderem für Bodenplatten und Außenwände. Die Norm schließt dabei Tauwasser in bestimmten Bauteilen nicht grundsätzlich aus.

Die DIN 4108-3:2014-11 „Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden − Teil 3: Klimabedingter Feuchteschutz - Anforderungen, Berechnungsverfahren und Hinweise für Planung und Ausführung" listet Bauteile, für die kein rechnerischer Tauwassernachweis erforderlich ist. Dazu gehören neben Dächern auch Außenwände und Bodenplatten.

Außenwände gemäß DIN 4108-3

Damit Außenwände und Bodenplatten als nachweisfrei gelten, müssen der Mindestwärmeschutz gemäß DIN 4108-2 und die luftdichte Ausführung nach DIN 4108-7 erfüllt sein. Für den konstruktiven Holzschutz muss die DIN 68800-2 beachtet werden.

  • Ein- und zweischaliges Mauerwerk, Wände aus Normalbeton sowie Wände aus gefügedichtem oder haufwerkporigem Leichtbeton, jeweils mit Innenputz versehen, müssen folgende Merkmale aufweisen:
    • Wasserabweisender Putz nach Tabelle 4 der DIN 4108-3,
    • Angemörtelte oder angemauerte Bekleidungen nach DIN 18515-1 und 2 bei einem Fugenanteil von mindestens 5 %,
    • Hinterlüftete Außenwandbekleidungen nach DIN 18516-1 mit und ohne Wärmedämmung,
    • Einseitig belüftete Außenbekleidungen mit einer Lüftungsöffnung von 100 cm²/m,
    • Kleinformatige luftdurchlässige Außenbekleidungen mit und ohne Belüftung,
    • Außendämmungen nach DIN 4108-10,
    • Wasserabweisender Wärmedämmputz nach Tabelle 4 der DIN 4108-3,
    • Ein nach bauaufsichtlicher Zulassung oder nach DIN EN 13499 oder DIN EN 13500 genormtes bzw. bauaufsichtlich zugelassenes Wärmedämm-Verbundsystem als Außenschicht.
  • Ein- und zweischaliges Mauerwerk, Wände aus Normalbeton sowie Wände aus gefügedichtem oder haufwerkporigem Leichtbeton, jeweils mit Innendämmung versehen, dürfen keiner Schlagregenbeanspruchung ausgesetzt sein. Sie erfordern einen Wärmedurchlasswiderstand der Innendämmung von R ≤ 0,5 (m²·K)/W.
  • Bei Wänden in Holzbauart (DIN 68800-2) ist besonders auf den Schlagregenschutz zu achten. Durchdringungen und Anschlüsse, z. B. von Fensterbänken, sind dauerhaft dicht und sicher auszuführen. In der DIN 4108-3 werden mehrere Varianten aufgezählt, für die kein Tauwassernachweis erforderlich ist.
  • Für Holzfachwände mit raumseitiger Luftdichtheitsschicht ist kein Tauwassernachweis erforderlich bei
    • Konstruktionen mit wärmedämmender Ausfachung (Sichtfachwerk) sowie 1,0 mi ≤ sd,i ≤ 2m,
    • Konstruktionen mit Innendämmung (über Fachwerk und Gefach) mit einem Wärmedämm-Verbundsystem mit R ≤ 0,5 (m²·K)/W,
    • Konstruktionen mit Außendämmung (über Fachwerk und Gefach) als zugelassenes bzw. genormtes Wärmedämm-Verbundsystem oder Wärmedämmputz, wobei sd,e ≤ 2 m ist oder über eine hinterlüftete Außenbekleidung verfügt.
  • Erdberührte Kelleraußenwände aus einschaligem Mauerwerk oder Beton mit einer Abdichtung nach DIN 18195 müssen eine Perimeterdämmung nach DIN 4108-10 oder eine Zulassung aufweisen.

Bodenplatten gemäß DIN 4108-3

Bei Bodenplatten mit Perimeterdämmung und Abdichtungen nach DIN 18195-4 muss der Anteil der raumseitigen Schichten am Gesamtwärmedurchlasswiderstand der Bodenplatte weniger als 20 % betragen.

Klimatisierte Wohn- und wohnähnlich genutzte Räume sind von der Regelung in DIN 4108-3:2014-11 ausgenommen.

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Quelle: "der bauschaden Spezial Feuchteschutz in der Altbausanierung"

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