Bildung, Erziehung und Soziales

Angebote für Kinder unter 3 Jahren werden von den Eltern immer häufiger nachgefragt. Doch es stehen nicht genug Plätze zur Verfügung – trotz „beispielloser Expansionsdynamik“ in der Kindertagesbetreuung, wie es im 7. nationalen Bildungsbericht heißt. Wie passt das zusammen? Wir haben die aktuellen Zahlen zum Ausbau von Kindertageseinrichtungen zusammengefasst.

Frühe Bildung genießt mehr Anerkennung

Der Ausbau der Kindertagesbetreuung hat seit der Jahrtausendwende deutlich an Bedeutung gewonnen. Zum einen werden die ersten Lebensjahre inzwischen mehr als Bildungsjahre anerkannt, zum anderen wurde der Ruf in der Gesellschaft nach einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf immer lauter. 

Die Einführung des Rechtsanspruchs im Jahr 2013 für 1- und 2-jährige Kinder auf einen Platz in einer Kindertagesbetreuung hat dazu geführt, dass der Fokus insbesondere auf den Ausbau der Angebote für Kinder unter 3 Jahren gelegt wurde.  

Kita-Ausbau für Kinder unter 3 Jahren

Im Zeitraum 2015 bis 2017 wurden laut nationalem Bildungsbericht 2018 rund 70.000 zusätzliche Angebote für Kinder unter 3 Jahren geschaffen. 2017 befanden sich 762.361 Kinder unter 3 Jahren in einer Kindertagesbetreuung. Insgesamt wurde das Angebot für diese Altersgruppe in den vergangenen elf Jahren um mehr als 475.000 Plätze erweitert. Das Angebot in der Tagespflege hat sich seit 2006 um das 3,5-fache erhöht. Das sind in absoluten Zahlen 85.000 zusätzliche Plätze. 

„Das ist eine beispiellose Expansionsdynamik in der bundesdeutschen Geschichte der Kindertagesbetreuung“, heißt es im Bildungsbericht. Und ein Ende des Ausbaus ist gemäß den Autoren nicht in Sicht. Dafür sei die Nachfrage seitens der Eltern zu hoch. Hinzukommt, dass der Geburtenanstieg anhält und die hohe Zuwanderung von Schutz- und Asylsuchenden berücksichtigt werden muss.  

Um dem Rechtsanspruch zu genügen, müssen dem Bericht zufolge bis 2025 bis zu 350.000 Angebote für unter 3-Jährige geschaffen werden. In den westlichen Flächenländern sowie den Stadtstaaten sei der Bedarf besonders hoch, während für Ostdeutschland zu viele Plätze prognostiziert werden. 

Kita-Plätze für Kinder zwischen 3 und 5 Jahren  

Fast 2,4 Millionen Kinder zwischen 3 Jahren und dem Schuleintritt haben 2017 ein Angebot der frühen Bildung besucht. Damit wurde laut Bildungsbericht rechnerisch fast flächendeckend jedem Kind ein Platz zur Verfügung gestellt. Aufgrund der demografischen Entwicklung sollen aber auch diese Angebote ausgebaut werden – und zwar um rund 390.000 Plätze bis 2025

Für alle Kinder bis zum Schuleintritt errechnen die Autoren des Berichts einen Gesamtbedarf von 740.000 zusätzlichen Stellen. 

Bildungsbeteiligung von Kindern mit Behinderung steigt an 

Aus dem Bericht geht zudem hervor, dass die Inklusion von Kindern mit Behinderung, die Eingliederungshilfe erhalten, mit großer Bemühung weiterbetrieben wird. Im März 2017 besuchten 78.440 solcher Kinder eine Tageseinrichtung oder Tagespflege. Und ihre Zahl steige weiter an. 

Der Trend gehe dabei dahin, die Kinder nicht in separierenden Einrichtungen zu betreuen, sondern auf inklusionsorientierte Angebote zu setzen. Zuletzt wurden 45% der Kinder mit Behinderung in Gruppen betreut, in denen maximal jedes 5. Kind Eingliederungshilfe erhält. Seit 2013 ist dieser Anteil um 7 Prozentpunkte gestiegen. 

Diese Entwicklung ist für Kinder und Eltern positiv zu bewerten, allerdings wird mit steigendem Anteil von Kindern mit erhöhtem Förderbedarf in der Gruppe auch mehr Personal benötigt. Denn diese Kinder brauchen besondere Zuwendung sowie Übungen zur individuellen Förderung, die Pädagogen bequem der Software „Besondere Kinder“ entnehmen können. Es hilft jedenfalls nicht, nur das Angebot an Kita-Plätzen auszubauen, wenn diese nicht genutzt werden können, weil das Personal fehlt. (juse)

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Quelle: 7. nationaler Bildungsbericht

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