Bildung, Erziehung und Soziales

Kindeswohl – Zahl der akuten Kindeswohlgefährdungen ist gestiegen

© Jean Kobben – stock.adobe.com

Im Jahr 2017 wurden mehr Kindeswohlgefährdungen gemeldet als im Vorjahr, allerdings wurden weniger Gefährdungen des Kindeswohls festgestellt. Das berichtet das Statistische Bundesamt. Bedenklich ist jedoch der Anstieg der „akuten Kindeswohlgefährdungen“.

Gefährdung des Kindeswohls: Jugendämter prüften 2017 mehr Fälle 

Im Jahr 2017 sind in den Jugendämtern mehr Meldungen eines Verdachts auf Kindeswohlgefährdung eingegangen als noch im Vorjahr. Insgesamt wurden rund 143.300 Verfahren zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls eröffnet.
Das entspricht einem Anstieg von 4,6 %. 

Dabei sind die Jugendämter zu folgenden Ergebnissen gekommen: 

  • In rund 21.700 Fällen wurde 2017 eine akute Kindeswohlgefährdung festgestellt. Das ist ein Anstieg um 0,6 %. 
  • Bei knapp 24.100 Verfahren lag eine latente Gefährdung des Kindeswohls vor. Das bedeutet einen Rückgang zum Vorjahr um 0,6 %.
  • In weiteren 48.900 Fällen haben die Jugendämter festgestellt, dass zwar weder eine akute noch latente Gefährdung des Kindeswohls vorliegt, aber dennoch ein Bedarf nach Unterstützung gegeben ist. Das sind 5 % mehr als 2016. 
  • 48.600 Meldungen waren unbegründet. 

Der Anstieg der Meldungen zeigt, dass Einrichtungen wie Schulen oder Kitas für das Thema Kindeswohlgefährdung immer mehr sensibilisiert sind. Mit der kostenlosen „Checkliste: Kindeswohlgefährdungen“ können Pädagoginnen und Pädagogen jetzt noch früher Anzeichen einer Kindeswohlgefährdung erkennen. Mit der umfangreichen „Vorlagenmappe Kindeswohlgefährdung“ erhalten sie zudem aufklärende Grund- und Vorabinformationen sowie zahlreiche weitere Checklisten und Formulare. 

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Vernachlässigung war 2017 die häufigste Art der Kindeswohlgefährdung 

In den meisten Fällen waren Kleinkinder – Jungen wie Mädchen – im Alter bis drei Jahren betroffen (23,2 %). Diesen folgen mit 22,6 % Mädchen und Jungen im Grundschulalter. Mit zunehmendem Alter nehmen die Verfahren zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls ab. 

Folgende Arten der Kindeswohlgefährdung konnten die Mitarbeiter der Jugendämter am häufigsten feststellen: 

  • Vernachlässigung (60,8 %)
  • psychische Misshandlung (29,6 %)
  • körperliche Misshandlung (26 %)
  • sexuelle Gewalt (4,5 %) 

Was ist unter Kindeswohlgefährdung zu verstehen? 

Gemäß der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist unter Kindeswohlgefährdung „eine gegenwärtige, in einem solchen Maße vorhandene Gefahr, dass sich bei deren weiteren Entwicklung eine erhebliche Schädigung mit ziemlicher Sicherheit voraussagen lässt“ zu verstehen. 

Quellen: Statistisches Bundesamt, „Vorlagenmappe Kindeswohlgefährdung“

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